Echo

Ach
wärst du nur, Echo, das Lied
der Prinzessin aus der eisigen
Wüste, die im kalten Licht des
Mondes entschwundene
Erinnerung.

Den Bogen deiner Brauen
malte ich mit Asche, die
zarten Federn deines Kleids.
Eingewoben in die Nacht
ist der Verheißung leiser
Hauch.

Ach
wärst du nur – Pfeil und Bogen,
Sinn und Schicksal, Telos und
Unendlichkeit:

Am Ende reine Glut.

Aus meinem Notizbuch

Aus meinem Notizbuch (06.09.2014):

[…] Das ist übrigens einer der Gründe, warum das Böse so schwer fassbar ist; Grausamkeit und Pathologie reichen dafür nicht aus. Oft tritt das Böse in einer Konstellation auf, die von einem intensiven Aufeinander-Bezogen-Sein gekennzeichnet ist und in der auch der scheinbar dominierende Part von dem scheinbar unterlegenen Part beeinflusst wird, so wie etwa die Gravitationskräfte des Mondes auf die Erde zurückwirken und nicht nur die Erde den Mond an sich bindet. Jemand, der von außen darauf blickt, wird die Natur dieser Bindung nicht verstehen und das Umeinander-Kreisen als eine Art persönlichen Konflikt missdeuten, in dem jeder der beteiligten Partner genauso viel Objektivität beanspruchen kann wie der andere und ein unabhängiges Urteil nicht möglich scheint, wiewohl im System selbst die Rollen klar verteilt sind und die innere Wahrheit allen Beteiligten unmittelbar zugänglich ist. Objektivität, Fairness, Regeln – alles das bestärkt die Position des dominierenden Parts und führt dazu, dass das zugrundeliegende System länger bestehen bleibt, entgegen der allgemeinen Erwartung, dass es dadurch aufgelöst oder verhindert werden könnte. […]

Meine beiden Großmütter

Meine beiden Großmütter waren so unterschiedlich, dass ich mir kaum vorstellen kann, wie zwei so unterschiedliche Lebensweisen jemals in einer Familie zusammenfinden konnten und darin Platz fanden. Während meine Großmutter mütterlicherseits im bayerisch-katholischen Kleinbauerntum fest verwurzelt war und ihr Selbstbewusstsein aus den abgemessenen Tagwerk Land bezog, das sie und ihre Familie bewirtschafteten, war meine Großmutter väterlicherseits aus Schlesien geflohen und hatte nur knapp den Krieg überlebt, so dass sie während ihres restlichen Lebens keinen großen Wert mehr auf Äußerlichkeiten und Besitz legte und mit einer kleinen Wohnung und etwas Geld (von dem sie noch sparte und meinem Vater für seinen nie enden wollenden Bierdurst etwas abgab) mehr als zufrieden war. Man kann sich unschwer ausmalen, dass sich beide bei jeder sich bietenden in die Wolle kriegten, und das bevorzugte Schlachtfeld ihrer Streitigkeiten waren natürlich wir Enkel, also mein älterer Bruder und ich. Dazu muss man wissen, dass meine Eltern auf dem Grundstück meiner Großeltern mütterlicherseits unser Haus gebaut hatten und meine Großmutter und mein Großvater väterlicherseits nach der Fertigstellung in das erste Obergeschoß eingezogen waren. Das Grundstück meiner Großeltern mütterlicherseits grenzte direkt an das Grundstück meiner Eltern, das diese geschenkt bekommen hatten, und war von diesem nur durch eine durchlässige Hecke getrennt. Jeden Tag, wenn mein Bruder und ich aus der Schule nach Hause kamen, mussten wir uns entscheiden, bei wem wir das Essen einnahmen, und jeden Tag wurden wir aufs Neue von den beiden Großmüttern umworben. (Ab und zu kam es auch zu einem handfesten Streit, bei dem sich die beiden Großmüter über den Hof Schimpfworte an den Kopf warfen.) Bei A., der Großmutter väterlicherseits, gab es gute schlesische Hausmannskost, aber ihre Kochkünste waren natürlich gegen die Raffinesse und den Einfalls- wie Kalorienreichtum einer bayerischen Bauernküche, wie sie uns von L., der Großmutter mütterlicherseits, kredenzt wurde, weitgehend wirkungslos. Und so aßen wir uns mit schlechtem Gewissen bei A. oder bei L. durch eine ungetrübte Kindheit, während unsere Mutter durch anonyme Chefs und Institutionen daran gehindert wurde, selbst für uns zu kochen; am Nachmittag saßen wir über unseren Hausaufgaben oder versuchten erfolglos, das Unkraut auf den Zufahrtswegen zu bekämpfen. Selbstredend waren wir natürlich am Wochenende keine Kostgänger unserer Großmütter.

Vom Tod meiner Großväter wurde ich entweder überrascht oder ich erfuhr erst aus zweiter oder dritter Hand davon, so dass ich mir in beiden Fällen kein rechtes Bild davon machen konnte und emotional sehr wenig betroffen war. Ich nahm nur bass erstaunt die schwarz gekleidete Verwandtschaft zur Kenntnis, die sich vor der Pforte des Klosters versammelte, das auch das katholisches Jungeninternat beherbergte, das ich besuchte, und blickte fragend in die von einem mir unbekanntem Schock gezeichneten Gesichter. Anders war es beim Tod von A., die wochenlang auf der Intensivstation beatmete wurde und zum Schluss doch nicht mehr zum Leben zurückfand. Meine Mutter nahm mich zwar bei ihren regelmäßigen Besuchen im Krankenhaus mit, ließ mich jedoch vor der weißen Milchglastür mit den Worten “Das willst du nicht sehen, es ist besser so, glaub mir” sitzen, so dass ich keine Chance hatte, von A. Abschied zu nehmen, A., die mir vor dem Besuch der Schule regelmäßig erlaubt hatte, noch eine Viertelstunde in ihrem warmen Bett zu schlafen, und die mir Geschichten aus dem Krieg erzählte, wenn ich sie danach fragte. L. hingegen ruinierte das Erbe des Großvaters und die mühsam erarbeiteten Reserven vollständig, indem sie Schmuck, Geschirr, Bettwäsche, Kleider, Essen und das, was sie für Luxus hielt, in riesigen Mengen in den Zimmern ihres Hauses stapelte und ansammelte, wohl auch eine Folge des Krieges und der Angst geschuldet, nie genügend Vorräte zu haben. Nach dem Tod meines Großvaters väterlicherseits kippte jedoch das Verhältnis zwischen Vermögen und Schulden derart, dass sie gezwungen war, das Haus und das restliche verbleibende Grundstück zu verkaufen und in eine kleine Wohnung im Nachbarort zu ziehen. Das führte zu einem vollständigen Zerwürfnis mit meinen Eltern, und wieder einmal saßen mein älterer Bruder und ich zwischen allen Stühlen. Irgendwann akzeptierten unsere Eltern sehr zögerlich, dass sie uns nicht verbieten konnten, unsere Großmutter zu besuchen. Leider setzte auch bei L. schnell ein körperlicher und geistiger Verfall ein. Bei meinem letzten Besuch ließ es sich L. nicht nehmen, wie immer einen kompletten Braten mit Salat und Knödel anzurichten und mich mit einem Essenspaket zu versorgen. Es war ein jahrelang geübtes Ritual, aber das Gehen bereitete ihr bereits Schmerzen und sie verstand auch nicht, was ich ihr erzählte. Sie nickte nur, war ab und zu geistesabwesend, fasste es aber als ihre Pflicht auf, mich zu in allen Belangen zu bewirten, auch wenn ich mit Hinweis auf ihre Schmerzen abwehrte und sie dazu bringen wollte, still sitzen zu bleiben und sich statt dessen mit mir zu unterhalten. Erst vor wenigen Wochen erfuhr ich auf Nachfrage bei meiner Mutter, dass L. mittlerweile in einem Heim in einer kleinen Kreisstadt lebt und so dement ist, dass sie sich kaum noch an etwas erinnern kann. Es fühlt sich so an, als gäbe es sie schon nicht mehr, und vielleicht entspricht das sogar ein bisschen der Wahrheit.

Poesie

Es ist ja leider nicht so, wie manche denken, dass die Poesie die Aufgabe hätte, uns Geheimnisse zu enthüllen, näher zu bringen oder zu entschlüsseln, damit sie begreifbar und nachvollziehbar werden, nein, ganz im Gegenteil, je mehr man sich bemüht, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, um so eher wird es sich zurückziehen und erlöschen. Wahre Poesie geht dagegen sehr vorsichtig mit dem Geheimnis um, Stufe für Stufe wird es ganz bewusst dem Zugriff entzogen, um es zu bewahren und zu beschützen, und das so lange, bis die Mittel ausgeschöpft sind; das Geheimnis wird so aus sich selbst heraus wirken und diejenigen anziehen, die dafür bereit sind.

Elija

Wandere, Prophet, wandere
und wäge Jahrtausende.
Dein Ruf durchschneidet
die Wüsten, geborgen
im Mondlicht auf
herbstlichen Seen.

Wandere, Prophet, wandere
und bewege Meere.
Dein Blick dringt
durch die Tiefen,
geleitet vom Schein
kristallner Frühen.

Wandere, Prophet, wandere,
so wie ein Baum wächst
Rinde um Rinde,
so wie ein Stein sich
entledigt der äußeren Hülle,
so wie ein Berg zufließt
der ewigen Bestimmung.

Das Buchprojekt 1000 Tode

Frau Frohmann vom Frohmann Verlag hat sich viel vorgenommen: sie will in einem Buchprojekt 1000 Mosaiksteine versammeln, die jeweils eine Begegnung mit dem Tod widerspiegeln. Frau Frohmann hofft, dass diese Sammlung mehr über das Bild des Todes in der Gesellschaft aussagt als jede sozialempirische Studie. Das Buch wird in vier Etappen veröffentlicht. Die Version 2 von 4 mit 246 „Kapiteln“ ist aktuell bei minimore (und anderen Onlineanbietern) erschienen. Die Version 3 soll bereits 750 Abschnitte enthalten, Version 4 mit 1000 Einträgen soll schließlich auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt werden. Da es sich um ein offenes Buchprojekt handelt, kann sich jeder beteiligen, der eine Begegnung mit dem Tod in Worte fassen möchte. Stil, Ton, Rahmen, Fiktion oder reale Begebenheit, in der Version 3 auch die Sprache – all das ist prinzipiell nicht festgelegt. Ich selbst habe mich unter der Nummer „211“ am Buch beteiligt und meinen Beitrag auch hier im Blog veröffentlicht. Dabei handelt es sich um den Schlusspunkt meines eigenen Erzählprojekts „Der Sturm“, das mich nun auch schon fast 6 Jahre begleitet.

Weitere Links im Netz zu diesem Buchprojekt habe ich hier versammelt:

„Der Tod setzt eine neue Ordnung in Kraft“, Interview der NZZ mit Christiane Frohmann über 1000 Tode.
„Print wäre verrückt“, Christiane Frohmann versammelt 100 Texte über den Tod in einem ebook, Interview mit Elisabeth Rank für wired.de.
Exposé für neue Autorinnen und Autoren (via Dropbox)
– Ein Tumblr-Post von Frau Frohmann über das Buchprojekt mit weiteren Links und Infos

Da die Autoren- und Herausgeberanteile als Spende an das Kinderhospiz Sonnenhof in Berlin-Pankow gehen, kann man dem Projekt nur viel Erfolg und Aufmerksamkeit wünschen. Welche bewundernswerte Leistung im Lektorieren der Beiträge liegt, lässt sich indes nur erahnen:

Der Sturm

Er war nochmal auf den Hügel gegangen, um zu sehen, ob die Wetterfront direkt auf den Wald zukam oder, wie gewöhnlich, einige Kilometer vorher nach Osten abzog. Es braute sich nichts Gutes zusammen; die dunkle Wetterkante kam seiner Zuflucht bedrohlich nahe und wurde knapp über dem Boden regelmäßig von Blitzen in ein grelles Gelb getaucht. Er musste seine wenigen Habseligkeiten in Sicherheit bringen und sich auf ein oder zwei unruhige Stunden einstellen. Als er knapp zweihundert Meter von seinem Wohnwagen am Waldrand entfernt war, sah er sie bereits: einige jüngere Männer, die gröhlend versuchten, seine letzte Behausung in Brand zu stecken. Er rannte auf sie zu, aber plötzlich explodierte ein riesiger Feuerball, und sein Wohnwagen ging komplett in Flammen auf. Nichts war mehr zu retten außer das eigene Leben. Plötzlich spürte er den eisigen Griff der Angst, der ihn an der Schulter packte und ihn mit sich fortzog, weg von den Männern, weg vom Feld, auf dem er allzu gut sichtbar war, hinein in den immer dunkler werdenden Wald. Er war völlig besinnungslos – am Waldrand, hinter den mit peitschenden Bewegungen auf- und abflackernden Ästen, sah er die Flammen und die tanzende Horde, die ihn vermutlich töten wollte, und er wollte so viel Entfernung wie möglich zwischen sich und dem gespenstischen Spiel der Lichter bringen. In sich spürte er den Schmerz eines unsäglichen Verlustes. Die Manuskripte und die Arbeit der letzten Jahre waren unwiederbringlich verloren, so dass er nicht darauf hoffen konnte, mit einer bahnbrechenden Publikation wieder zurück in die alten akademischen Gleise zu finden und vielleicht sogar einen Lehrstuhl angeboten zu bekommen. Es gab keine Kopien und keine Abschriften. Seine Wohnung, an die er jetzt merkwürdigerweise kurz dachte, war nur noch die Hülle eines alten Lebens und enthielt keine Spur seiner neuen Ideen. Doch je leiser die Stimmen der Männer wurden, um so lauter wurde der Wald mit seinen knarrenden Ästen und dem umherwirbelnden Laub. Er hatte zunächst nicht darauf geachtet, wo er genau hinlief, aber er befand sich mittlerweile unter uralten, morschen Bäumen, deren Schatten sich drohend vor ihm aufbauten. Er stolperte, von einem Missgeschick ins nächste gestoßen, voran und dachte nur noch daran, dem Wald, dem Sturm, den Männern und seinem Leben zu entkommen. Er konnte sich nicht vorstellen, einfach stehenzubleiben und darauf zu warten, was sich als Nächstes ereignen würde. Mittlerweile hatte es zu regnen begonnen, und der Sturm nahm weiterhin Fahrt auf.

Die Frage, die in ihm bohrte und immer klarer wurde: Wie hatten ihn die Männer gefunden? Waren es Studenten? Und wer hatte ihnen möglicherweise verraten, wohin er sich zurückgezogen hatte? Ein kleiner Fetzen seines Bewusstseins spie ihm eine Situation in den Kopf, die er unlängst erlebt, aber als unbedeutend abgetan hatte: er hatte wieder einmal beim Dekan vorgesprochen, der ihm wie immer generös, aber etwas kurz angebunden versichert hatte, sich für seine akademische Rehabilitation einzusetzen, und er war wie immer an der Sekretärin vorbeigeschlichen, die sich, wie er einmal unfreiwillig bemerkt hatte, hinter seinem Rücken über sein Aussehen und seinen Geruch beschwerte, als er auf dem Flur unvermittelt auf eine Studentin stieß, die ihn zunächst mit großen Augen anstaunte, dann aber fortlief, als er sie ansprach. Briefzeilen liefen fieberhaft durch seinen Kopf, in denen er vor einer anderen Studentin über die Unmöglichkeit einer Liebe zu ihm nachgedacht hatte, wie zwei Wanderer waren sie gewesen, unterwegs unter dem gleichen Stern, aber nur für ein kurzes Wegstück…“Professor, unterlassen Sie Ihre politischen Ausführungen, die uns allen sattsam und bis zum Überdruss bekannt sind. Uns interessiert nur, was wir wirklich zum Bestehen der Prüfung benötigen!“

[nächster Abschnitt]

Der Sturm – 211

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Die höhnische Stimme in seinem Inneren und die Erinnerung daran durchfuhren ihn wie einen Blitz. Er schreckte hoch. Sein Mantel war durchnässt, und ziemlich nah hörte er ein gewaltiges Donnergrollen. Seine Augen suchten nach Halt und blickten nach oben, aber er sah nur das Gewirr der Äste, die im Sturm schaukelten, und sonst nichts außer Dunkelheit. Als er sich umdrehte, war sogar der Lichtpunkt des Feuers hinter ihm erloschen oder nicht mehr sichtbar. Der Faden, der ihn bis zu diesem Punkt geführt hatte, war nicht zu entwirren. Andere hatten sich seines Lebens bemächtigt und ihn wie eine Schachfigur mal hierhin und mal dorthin geschubst. Er wusste nicht mehr, wer er war – der gut situierte Professor, der sich zusammen mit einer Handvoll Lieblingsstudenten in der Deutung der Zeitgeschehnisse erging, oder jenes seltsame Bündel Angst, das vor Kälte und Nässe zitternd im Wald stand und keinen Ausweg fand? Als er sich außer Atem an einem Baumstamm festhalten wollte, sah er es: ein feines, silbriges Fädlein, das verdampfte und aus den Ästen zu kommen schien, bevor erneut der Donner sich in tausend Kaskaden brach. Er traute seinen Augen kaum und er wusste es nicht zu deuten, aber es wiederholte sich ein paar Mal. Es stand so klar vor seinen Augen, dass er nur die Hand danach hätte ausstrecken brauchen, um die Widerständigkeit zu fühlen. Der Wald atmete schwer unter dem Druck des auf ihm lastenden Gewitters. Ihm war, als schmeckte er bittere Medizin, als sei ihm ein Geheimnis anvertraut worden, das niemand wissen durfte und das er in den Tod mitnehmen würde. Schwer keuchend riss er sich los und taumelte seinem Untergang entgegen. Hinten, tief drinnen im Wald gähnte ein Maul, an dessen Rand er sich verirrt hatte und das ihn verschlucken würde. Die Blätter glitten unter ihm weg und zogen ihn näher an den saugenden Schlund, während die Äste ihn drohend vorwärts peitschten. Zischende, kleine Blitze drangen aus der Rinde der Bäume, die er berührte und liefen in kleinen Verästelungen über seine Haut. Er war nun angekommen und ein Teil des Waldes, weit weg von Gedanken, nur noch Erlebnis und Sensation, zitternde Gier und aufgewühlte Furcht. Er stürzte, aber nicht, um sich auf seine verlässlichen Hände zu stützen, im Fallen drehte er sich ein wenig und landete auf dem Rücken. Er spürte die Erschütterung und den Regen, der von oben fiel, und blieb einfach liegen, es war alles Wald um ihn her, sogar er selbst, und als er in den Nachthimmel starrte, sah er den Arm, wie er brach, und die Hand, die auf ihn zustürzte, um ihn zu zermalmen. Nichts regte sich in ihm, das ihm zugeflüstert hätte, sich auf die Seite zu rollen, er wartete, er atmete, er spürte die Wucht der zudrückenden Hand, den grellen Schmerz und das rasche Erlöschen jeden Lichts.

Ein nasses Laubblatt klebte an seiner Wange. Ihm war, als ob er tausend Tode stürbe, und am Ende nur den einen.