Bilder des Tages

Montag, 19. Juli 2010 21:11

ErdbeerhäuschenMais

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Zweimal Struktur

Samstag, 22. Mai 2010 10:41

Struktur 1Struktur 2

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Bilder des Tages

Samstag, 24. April 2010 18:46

Otto-BadKörbe

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Wind of change

Sonntag, 11. April 2010 1:04

“Überall weht er, nur nicht bei mir…” Das fiel mir unwillkürlich vor wenigen Wochen ein, als ich in der Nähe von Fulda einen kleinen Abendspaziergang unternahm und die sich drehenden Windräder betrachtete. Knapp zwei Wochen später erhielt ich das Angebot, in eine andere Abteilung zu wechseln. Ich sagte ohne Bedenkzeit sofort zu, meldete mich zur nächsten Stufe meiner berufsbegleitenden Weiterbildung an und reaktivierte einen lange unterbrochenen Kontakt zu einem Menschen, der mir sehr viel bedeutet. Die aufkeimenden Zweifel und das Gefühl, die Tür zu einer vielversprechenden Zukunft aufgestoßen zu haben, verwandelten mein Gefühlsleben in eine Achterbahnfahrt. Ich merke deutlich, dass ich momentan sehr viel Zeit ich für mich selbst brauche, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen und mich an die neuen Perspektiven zu gewöhnen. Ich ziehe mich unbemerkt, aber stetig von anderen zurück, und es gibt derzeit niemanden, dem das auch nur ein bißchen auffallen würde. Es mag zwar jetzt der Samen gelegt worden sein, aber es ist noch nichts entschieden und kaum mehr als eine Möglichkeit. Ich kann selbst fast nichts dafür tun, dass sich die Möglichkeiten in handfeste Realität verwandeln. Mit meinen Verträgen als freiberuflicher Dozent ergeht es mir bei verschiedenen Bildungsträgern ähnlich – die Termine für die Seminare sind bis Ende 2011 fixiert, ich sitze regelmäßig ein paar Stunden über meinen Präsentationen, aber sobald die Veranstaltungen in greifbare Nähe rücken, erhalte ich einen Anruf, dass die Kurse aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl abgesagt werden müssen. Auf diese Weise bin ich zwar mit umfangreichen Vorbereitungen beschäftigt, sehe aber kein Geld dafür.

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Bilder des Tages

Mittwoch, 7. April 2010 22:23

WasserschlossCafe

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Abschied, du Nachtigallenwort

Sonntag, 28. März 2010 12:14

Abschied, du Nachtigallenwort,
Das sich zu Gott versang,
Du Tränenkrug, drin hier und dort
ein Schluchzendes ertrank.

Küsst sich in dir ein Schwalbenpaar,
Das auseinander zieht?
Trennt dich der Tod, ein leises Haar,
Das Lieb von Liebe schied?

Nelly Sachs

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Vernichtung

Samstag, 20. März 2010 12:23

Ich befinde mich in einer großen und langgestreckten Mannschaftsbaracke der Wehrmacht in Russland, die auf Stelzen erbaut worden ist. Es ist ein sehr milder Frühlingsabend, und in der Baracke befinden sich hauptsächlich hochdekorierte Offiziere, die den Feldzug gegen Russland planen. Es herrscht eine sehr ausgelassene Stimmung, und die Offiziere trinken literweise Wodka; der Raum dampft und ist völlig überheizt. Ich sitze etwas seitlich, aber an einem Platz, an dem ich alles sehr gut überblicken kann. Um mich herum rote, aufgedunsene, fiebrig erregte Gesichter. Zwei Feldwebel fahren eine Puppe oder etwas ähnliches vom Eingang her in den Raum; ich kann es anfangs nicht genau sehen, aber es ist doch ein Mensch, der sehr unbeweglich und merkwürdig starr in einer Konstruktion festgebunden scheint. Er trägt die Uniform eines Generals, und auf seiner Brust zeichnen sich zwei rote Striemen ab, deren Verlauf mit den Kragen seiner Uniform korreliert und die Ordensbänder nachbilden sollen. Der Feldwebel, der den Menschen hereingefahren hat, und sein Kamerad könnten sich fast ausschütten vor Lachen. Mit einer blitzschnellen Bewegung reißen sie schließlich die Uninformjacke vom Körper herunter. Zum Vorschein kommt ein leichenblasser Torso eines Partisans oder KZ-Häftlings, der wie eine Schneiderpuppe mit einem Stahlstift auf einem fahrbaren Untersatz befestigt ist. Auch zwei vermutlich mit Offizierssäbeln abgetrennte Arm- und Beinstümpfe wurden unterhalb des Torsos und neben dem Torso auf dieselbe Weise angebracht und bluten noch nach. Das Blut unterstreicht nun erst recht die Verhöhnung alles Menschlichen und stellt eine auffällige Verbindung zur Farbe des symbolisierten Offiziersbands dar. Die versammelte Mannschaft kann nicht mehr an sich halten und brüllt vor Lachen. Ich bin zutiefst verstört von dieser sadistischen Erniedrigung und der sie begleitenden gemeinschaftlichen Wollust, und mir wird übel. Die Schnelligkeit, in der alles geschieht, läßt mir kaum Zeit, mich auf diesen Schock vorzubereiten. Ich stürme an die frische Luft, während das Gelächter in der Baracke hinter mir kein Ende finden will.

Wenige Augenblicke später sitze ich neben Hitler auf der Rückbank seines Führerwagens. Es ist Nacht. Er ist für mich nicht sichtbar, sondern nur ein dunkler Schatten, der sich von mir wegdreht. Wir sprechen kaum miteinander, aber ich spüre seine Verärgerung und Unzufriedenheit, die wie eine Maske auf einem unheimlich tiefen und lauernden Zerstörungstrieb liegen. Dieser Trieb ist, wie alles andere an ihm, nicht von einer besessenen Raserei geprägt, sondern von einer völlig emotionslosen und unbarmherzigen Grausamkeit, einem Vernichten-Wollen um jeden Preis. Ich lasse mich während des Traums davon einschüchtern. Vorsichtig wollte ich ihn davon abbringen, in stark besiedelte Gebiete des russischen Hinterlands einzufallen, und schlug ihm statt dessen vor, große, aber weniger stark besiedelte Landflächen im Norden zu erobern. Ich hoffte dabei auf weniger Tote und auf eine Eindämmung der um sich greifenden Schlachterei. Hitler läßt darüber nicht mit sich reden. Ihm missfallen die Berichte des Generalstabs über den Feldzug im Osten, und immer wieder erinnert er sich unwillkürlich an einzelne Details dieser Berichte, die ihn in eine endlose, monologisierende Rage versetzen. Ich strecke Hitler ein kleines Kätzchen hin, das leise miaut. Das Kätzchen umgibt eine lichtvolle Aura, die die Nacht ein wenig erhellt. Hitler krault das Kätzchen gedankenverloren am Genick, aber so, als bohre er mit seinem Finger nach den Wirbeln des kleinen Lebewesens, um ihm zu zeigen, dass er es jederzeit töten könne und er der Herr über sein Leben und seinen Tod sei. Wenn ich ihm das Kätzchen aufdrängen würde und es beginnen sollte, ihn zu lieben, müßte er es sofort umbringen.

Ich erwache in einem Strudel aus bedrängenden Gedanken und Gefühlen.

Nachtrag: Beim angesprochenen Orden handelt es sich wahrscheinlich um die Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 (Ostmedaille), deren blutrotes Band am 2. Knopfloch der Uniformjacke getragen wurde. Quelle: Wikipedia

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Sturm

Donnerstag, 11. Februar 2010 22:20

Ich erwache wie von einem Donnerschlag und stehe sofort auf, da ich ein schlimmes Ereignis befürchte, das unmittelbar bevorsteht. Ich blicke aus dem Fenster und bin für einen Augenblick ziemlich verwirrt: ich blicke wie von einem sehr hohen Punkt aus auf das südliche Tal hinter dem Universitätsklinikum hinab und stehe doch nur an der mir bekannten Fensterfront vor den Kursräumen im rückwärtigen Teil des Klinikums; zudem bin bin überrascht darüber, dass ich vor einem der Kursräume mein Lager aufgeschlagen habe. Über dem Tal türmt sich ein kompakter, gewaltiger Hexenkessel aus pechschwarzen Wolken auf, in dem einzelne Blitze zucken. Er dreht sich in einer rasenden Geschwindigkeit und bildet schließlich einen Tornado, der ganze Häuser wie Streichhölzer in der Mitte auseinanderbricht und wegfegt. Ich bin erleichtert, als ich bemerke, wie sich das Auge des Sturms langsam von den Gebäuden des Klinikums wegzubewegen scheint. In der sich lösenden Anspannung kommt mir plötzlich auch meine grelle Panik zu Bewusstsein.

Nach einem kurzen Schwenk nach links durch die Glastüren, die zur Kinderklinik führen, sehe ich meinen Kollegen M. an einem Patientenmonitor herumhantieren. Er steht etwas weiter weg in einem der rundum verglasten Aufenthaltsbereiche am Ende der C4-Spange und überprüft dort die Netzwerkeinstellungen der Monitore. Ich bin froh, dass er bei uns im Haus arbeitet, da er der einzige ist, der das eben zusammengebrochene Netzwerk wieder instandsetzen kann. Ich bin ihm geistig so nahe, dass es mir irgendwie gelingt, mittels Gedankenübertragung Kontakt zu ihm aufzunehmen. Aber er scheint nur am Rande von mir Notiz zu nehmen, und als ich ihn nach seiner Funknummer frage, antwortet er gedehnt: “Ich habe den 0050-er.” Er ist auf das Problem mit dem Netzwerk fokussiert, während ich voller Unruhe auf seine Person fokussiert bin und an seinen Lippen hänge. Er allein kann momentan noch die Krise abwenden.

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QM im Unternehmen – Anspruch und Wirklichkeit

Sonntag, 31. Januar 2010 18:50

Betrachtet man das Qualitätsmanagement nicht in herkömmlichen Schemata, sondern als unerlässliches Hilfsmittel zur Weiterentwicklung eines Unternehmens, so muss doch vieles stutzig machen, was unter dieser Flagge sich anschickt, den betrieblichen Alltag in die Mangel zu nehmen. Schon allein die Fülle der Normen stellt das Ziel sozusagen vollkommen auf den Kopf, und was zurückbleibt, ist eine Dokumentationswüste, die weder das Produkt noch das Unternehmen noch zuallerletzt die Arbeit selbst verbessert. Womit haben wir es also zu tun? Mit einer Spielwiese für ansonsten bankrotte Consulting-Firmen? Einem tayloristischen Wolf im Schafspelz der soften Qualität?

Es sollte doch um Qualität gehen, denkt sich Lieschen Müller und beginnt eifrig, den Begriff der Qualität zu definieren. Und während der Begriff immer weiter und immer größer wird, bis er zuletzt alles, was sich im Unternehmen abspielt, zu verschlingen droht, zieht der Manager irgendwann aus Kostengründen die Reißleine: “So nicht! Bringen Sie mir etwas, das praktikabel ist.” Und im Spagat zwischen Kundenanforderungen, Produktrealisation und Kundenzufriedenheit bleibt das auf der Strecke, was der Prozess eigentlich hervorbringen sollte – nämlich Qualität. Eigentlich ist es ja ganz einfach: Wertschöpfung nimmt seinen Anfang dort, wo der Mitarbeiter seine Arbeit als wertvoll erlebt. Den Rest sollen dafür ausgebildete Spezialisten erledigen.

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Ceres

Sonntag, 17. Januar 2010 0:41

Wie sahst du, Königin,
den Pluto, stillen Herrscher,
im Saume deines
bitterherben Kleids?
Seidentödliches Gespinst,
umflatterten dich die
Nachtfalter des Wahns?
Lös du den Bann und gib
dem Schicksalsflüchtling
Lethe zu trinken aus
dem Ratschluss der Götter.
Denn nur aus Mitleid
blickte er zurück auf
die zerschmetterte Ebene.

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