Sonntag, 27. August 2006 8:37
In unserem Büro steht ein Internetrechner, der von allen Technikern zentral genutzt wird. Jeder besitzt zwar eine eigene Workstation, aber da wir in unserem Haus ein internes und ein externes Netzwerk parallel betreiben, haben die meisten Workstations keine Anbindung an das Internet. Auch ich nutze diesen Rechner ab und zu, da er vielleicht einen Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt ist. Und das vor allem am Freitagnachmittag, wenn alle bereits nach Hause gegangen sind und keine Gefahr droht, beim Internetsurfen erwischt zu werden. Wenn ich mich abmelde, lösche ich normalerweise alle Spuren, die ich beim Surfen hinterlassen habe (besuchte Seiten, Cookies, Seiten im Cache usw.). Ich dachte mir also nichts Besonderes, als sich letzten Freitag einer meiner Vorgesetzten vor diesen Rechner setzte, um etwas Dienstliches im Internet zu recherchieren. Plötzlich der erstaunte Ausruf: “Was ist das denn?” Ich dachte mir: “Was hat er denn jetzt schon wieder falsch gemacht?” und ahnte schon, dass er bestimmt wieder meine Hilfe benötigen würde. Ich kenne ja sein gespanntes Verhältnis zum PC. Falsch gedacht. Auf dem Monitor prangte in voller Größe ein Weblog, das ich öfter besuchte. “Hä? Das Blog von Herrn Hith?” “Wie sind Sie denn jetzt dahin gekommen?” “Naja, ich hab nur hier draufgeklickt.” Die Adresszeile des Browsers klappte herunter, und darin waren alle Adressen zu sehen, die ich in letzter Zeit direkt eingegeben hatte, unter anderem auch die meines eigenen Blogs. “Naja, darf ich mal…das sind private Seiten, die ich mir ansehe, nachdem ich ausgestempelt habe…” Sprach´s und löschte alles aus dem Cache. “Aha, haben Sie jetzt alles gelöscht…?” “Ja.” Anschließend redeten wir nicht mehr darüber. Ich hoffe, die Sache hat sich damit erledigt. Wirklich blöd. In Zukunft werde ich mich nach Feierabend wohl in den CIP-Pool bequemen, um von dort aus ins Internet zu gehen. Dieser Beinahevorfall war mir eine Lehre. Mein Blog möchte ich doch noch eine Weile im Schatten der Anonymität weiterführen. Und dass der Verdacht aufkommt, ich würde regelmäßig während der Arbeitszeit im Internet surfen, ist auch nicht unbedingt in meinem Sinne.