Sonntagabend

Nach einem plötzlich hereinbrechenden Katastrophenalarm und einem Husarenritt über mehrere hundert Kilometer stelle ich mir jetzt – wie ich glaube, berechtigt – die Frage, warum mein Leben so überaus kompliziert sein muss. Könnte es nicht so ausssehen: Ich bewohnte eine schnuckelige Mietswohnung in der Provinz mit guter Verkehrsanbindung an die nächstgelegene Großstadt. Mein Job wäre zwar herausfordernd, aber nach Feierabend kein Thema mehr. Wenn mir nach Ausgehen wäre, bräuchte ich nur in den Zug zu steigen, hätte aber ansonsten meine Ruhe. Meine Freunde lebten verstreut in aller Welt. Wenn ich mal Trost oder Rat bräuchte, könnte ich jederzeit jemanden anrufen. Ich hätte keine unangenehmen Verpflichtungen. Ich lebte nur für mich und meine Neigungen. Nein, könnte es nicht. Und jetzt höre ich auch schon auf mit dem Träumen. Ganz einfach.

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