Beiträge vom 23. September 2006

Erinnerungen

Samstag, 23. September 2006 23:07

Vieles ereignete sich während dieser Januartage, tief eingeschneit vor dem atemberaubenden Panorama der Alpen, zwischen Musikinstrumenten, fiebriger Freude, der hoch aufgetürmten Bettwäsche. Wir lachten, wir tanzten, wir musizierten und lebten gleichzeitig einen Traum, den wir tief inhalierten, um ihn nie zu vergessen (wie wenig war er schon wert, als wir uns zum Abschied küßten und in die Arme nahmen). Ich sah dich an und war verliebt, ohne dass ich wußte, was Verliebtsein eigentlich bedeutete. Ich trug dich ins Bett, als du zu betrunken warst, um noch vom Boden aufzustehen. Mit beinahe brüderlicher Besorgnis deckte ich dich zu und küßte dich auf die Stirn, bevor du endgültig einschliefst. Ich schrieb ein Gedicht für dich. Wir tranken am Abend Baileys und Wein und bestaunten die helle, klare Nacht. Du hattest mich dazu überredet, zusammen mit dir die verrufenste Disco in unserem kleinen Städtchen zu besuchen. An diesen Besuch erinnere ich mich überhaupt nicht mehr. Nur noch an die niemals endenden Tage, im Herbst, mit dir. Die Panik, die mich überfiel, wenn wir uns nicht sehen konnten; ich glaubte, dann würde auch die Schönheit unserer Träume zunichte sein, und das fürchtete ich mehr als alles andere. Irgendwann kamst du zu mir nach Hause und schenktest mir eine Kassette mit der Musik, nach der ich schon so lange vergeblich gesucht hatte. Ich öffnete die beigefügte Karte, in der nur ein paar Zeilen standen, und darunter: “Ich glaube, ich habe mich in dich verliebt”. Ich sah dich an, deine blonden Locken, dein süßes Lächeln, deine glänzenden Augen, und ich glaubte, mein Herz müßte jeden Augenblick zerspringen. Ich erinnere mich an deinen Duft, als ich dich berührte, küßte und in dich eindrang, als wir nebeneinanderlagen und die Kerze herunterbrannte, an die Schatten an der Wand und die Sterne, die wir durch das Dachfenster sehen konnten. Ich glaubte, nur noch eine Handbreit vom Glück entfernt zu sein.

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OP-Vorbereitung und der Kampf mit einem Dämon

Samstag, 23. September 2006 19:39

Ich bereite zusammen mit mehreren Arbeitskollegen einen OP-Tisch vor, auf dem in Kürze eine größere Herz-OP durchgeführt werden soll. Wir decken den Tisch mit grünen Tüchern ab, aber es sind keine glatten Papiertücher, sondern Stofftücher aus rauhem Frottee. Irgendjemand legt das glänzende OP-Besteck zurecht, als ein Kollege mit grünem Kittel, Mundschutz und Haube neben mich tritt und mir ein längliches, flaches Stahlband zeigt, das an einem Ende mit einem Gummischutz versehen ist. Es dient zum Aufspreizen des Brustkorbs. Als er mich fragt, ob er mir das Werkzeug einmal vorführen soll, lehne ich ab. Er nimmt meine Ablehnung amüsiert zur Kenntnis und hebt kurz die Augenbrauen. Dabei bin ich mir durchaus der Tatsache bewußt, dass er der erfahrene Chefoperateur ist und meine Ablehnung als persönliche Kränkung auffassen könnte.

Wenig später befinde ich mich in der dunklen Garage im Haus meiner Eltern. Ich bin mir höchst unsicher, was ich als nächstes tun soll, aber ich bekämpfe einen unsichtbaren Dämon, dem ich immer einen kleinen Schritt voraus bin. Ich fühle eine sehr reale Bedrohung, die mich immer rastloser und gehetzter werden läßt. Als der Dämon ankündigt, nun wirklich Ernst machen zu wollen und das Haus meiner Eltern mit völliger Dunkelheit überzieht, um mir zu schaden, klettere ich auf der Rückseite des Hauses über das Fenster in mein ehemaliges Zimmer. Da ich instinktiv spüre, dass ich beobachtet werde, sprühe ich in alle offenen Schlüssellöcher und Ritzen mit einer Sprühdose schwarzen Lack, der die Löcher verklebt. Der Dämon wird wütend und versucht nun, über die Türe in das Zimmer einzudringen. Aber auch hier gelingt es mir, ihn durch eine Attacke mit der Sprühdose aus dem Zimmer zu drängen. Die Türe verformt sich zwar zu einer Blase, als der Dämon von außen dagegendrückt, aber er kann sie nicht wirklich durchbrechen.

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