Beiträge vom März 2007

An einen Freund

Mittwoch, 28. März 2007 20:17

Ich ging wie immer den alten Feldweg an einer nassen Wiese entlang, auf dem wir uns so oft gemeinsam unseren Gedanken überlassen hatten, als ich von hinten deine Stimme hörte, die mich beim Namen rief. Ich drehte mich um und sah dich rasch näherkommen, aber deine Bewegung war nicht nach vorn gerichtet, sondern eher seit- oder sogar rückwärts. Du hattest eine hohe Stirn, ein breites, unrasiertes Gesicht, immer noch deine abstehenden Haare, die Nickelbrille, dein Atem flog, als hättest du mich verfolgt. Und, weißt du noch, als wir in der Kulisse saßen und auf unseren Auftritt warteten, von einer glänzenden Zukunft träumend, “Arm in Arm die Welt in die Schranken weisend”? Schweigend liefen wir nebeneinander her. Der Teich, der Schatten des Waldes, die braunen Felder. Von fern flimmerte der Horizont in einem eigenartigen Licht, der Weg glänzte wie eine dunkle, durchsichtige Eisfläche und gabelte sich, du riefst mir verzweifelt etwas zu, aber ich sah nur deine Hände vor dem Mund und hörte keinen Laut. Wenig später war ich auch schon betäubt und blicklos hinter der nächsten Wegbiegung verschwunden.

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Nachholbedarf

Montag, 26. März 2007 22:02

Ich wollte etwas nachholen und stelle hier meine Kollektion vor: Steckerlfisch, Plunzn, Roude (Rote – ob rothaarig oder politisch rot eingefärbt, wird nicht immer ganz klar), bleda Hund (blöder Hund), Woipadinga (Wolpertinger), Brauereiros (Brauereiross – vor allem der hintere Körperteil reizt zu Vergleichen, wie überhaupt eine recht anale Fixierung des bayerischen Schimpfsprachwortschatzes festzustellen ist), Ochsenschell (Ochsenschädel – das “d” wird im Niederbayerischen zu einem “l” verschliffen, ist aber immer noch holprig), Biadimpfe, Zwetschgenmanderl, Gschtudirda (meist in abfälligem Ton, keine volksnahe Gruppe), Britschn, Gosch, windigs Zigrettnbiaschal (so wie ich früher), Tratschkattl, Zipfeklatscher, Hundling, Doagaff, Schnalln, Kuttnbrunza (eine klerikale Variante), Dreghamml, Gschwerl. Oide, pack zamm, mir gemma!

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Shopping

Montag, 26. März 2007 21:08

Ich weiß, der absolute Wahnsinn. 599 Ocken, einfach so. (Dabei wartete gemeinsam mit mir eine Frau im Laden, die ein Rennrad für sage und schreibe 4500 Döntjes erwarb und das Geld nur so hinblätterte. Verrückt.) Aber ich konnte nicht nein sagen, es lachte mich an, der Wunsch war stärker undsoweiterundsofort. Boah! Einen Tacho gab´s gratis obendrein. Aktueller Stand: 15 km und ein paar Zerquetschte. Ab jetzt heißt die Devise: Wasser und Brot. Achja, es ist ja eh Fastenzeit. Und von meiner blütenweißen Umweltbilanz wollen wir hier schon gar überhaupt nicht reden.

Diamant Saphir

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Allerlei Unsortiertes

Sonntag, 25. März 2007 23:13

Das Weltkulturerbe zeigte sich heute wieder von seiner besten Seite – Wind, blauer Himmel, schöne Frauen. Auf den Plätzen mit Aussicht herrschte heute schon ein Getümmel, als hätte der Sommer bereits Einzug gehalten. Dabei fror ich gestern noch ganz erbärmlich. Es gab so viele Kleinigkeiten, über die ich mir heute den Kopf zerbrach, dass mir beinahe die Lust verging, irgendetwas davon festzuhalten – immer wieder die unnötigen Missverständnisse, die falschen Bilder und Rollen, die belastenden Verpflichtungen. Ich drehe mich gedanklich im Kreis. Es fehlt mir die Gelegenheit, mich auszutauschen, und meine e-mails laufen derzeit ins Leere. Es dauert Jahre, um so etwas wie Vertrauen aufzubauen, aber oft genügt ein Wort, um alles zu zerstören. Wo ist bitteschön das rote Telefon? Manchmal fühlt es sich so an, als liege nicht nur ein Weltmeer, sondern ein ganzes Universum zwischen meiner und anderen Welten. – Im Traum entere ich die Kommandobrücke eines riesigen Containerschiffs, das langsam vom Pier ablegt. M., mein älterer Bruder, lehnt mir gegenüber an der Wand und glüht geradezu vor Aufregung und Abenteuerlust. Als ich ihn frage: “Wo fahren wir denn hin?”, antwortet er lachend: “Ja, wir haben einen langen Weg vor uns. Das Schiff legt erst wieder in Alaska an.” Ich bin überrascht und glücklich, diese lange Reise zusammen mit ihm unternehmen zu dürfen. Seit Jahren spüre ich zum ersten Mal wieder ein Gefühl von Freiheit. Durch das Schiff laufen mehrere Wellen, die der anspringende Dieselmotor verursacht, während ich mir gleichzeitig vorzustellen versuche, wo sich Alaska auf dem Globus befindet. Ich frage mich, ob wir die Passage nördlich des amerikanischen Kontinents schaffen werden.

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Ungebremstes Pflanzenwachstum

Donnerstag, 22. März 2007 20:02

Ich bekomme einen Ficus geschenkt, dessen Wurzelballen in einer mit Torf gefüllten Wanne steckt. Da ich ihn aber dauerhaft in einem hüfthohen Pflanzbecken bei anderen höchst ungewöhnlichen Pflanzen ansiedeln will, nehme ich ihn aus der Wanne und setze ihn in ein Loch, das ich vorher für seine Wurzeln gegraben habe. Hinter dem Pflanzbecken erkenne ich schemenhaft eine Terrasse und einen verglasten Durchgang. Ich kann mich nicht erinnern, hier schon einmal gewesen zu sein. Besonders ein Baum oder ein mit übergroßen Blüten übersäter Strauch erregt meine Aufmerksamkeit. Als ich den Ficus eingesetzt habe, beginnt die Pflanze plötzlich wild loszuwachsen und verliert dabei nach und nach ihre Farbe. Einer der sich drehenden und entfaltenden blassen Blüten streift dabei leicht meine Wange. “Na, wächst du jetzt mir zuliebe so?”, frage ich die Pflanze. Aber dieses Wachstum ist mir nicht geheuer; es hat etwas Krankhaftes und Auszehrendes an sich. Plötzlich erscheint B. und fragt mich, ob ich den Wurzelballen des Ficus auf zurückgebliebene Giftstoffe überprüft hätte. Natürlich, das war der Grund für das ungebremste Wachstum! Die Pflanze läßt ihre grauen, verstaubten und farblosen Blätter hängen und ist wahrscheinlich abgestorben. Enttäuscht und wütend grabe ich meinen immer noch grünen und prächtigen Ficus aus und setze ihn zurück in die Wanne.

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No subject

Mittwoch, 21. März 2007 22:30

Aus dem Mail eines – zu Recht – wütenden Telekommitarbeiters an Rene Obermann, Vorstandsvorsitzender der Telekom, und andere Mitglieder des Vorstands:

“Ich habe erlebt, wie aus uns Mitarbeitern Humankapital wurde und wie wir alle nur noch als Kostenfaktoren angesehen werden, von denen man sich – so schnell es nur geht – trennen muss und will. … Wenn wir, die wir immer gute, kompetente und hochmotivierte Arbeit geleistet haben, immer die Wünsche der Kunden zu erfüllen wussten und wir lange Zeit das mit Abstand beste Kommunikationsunternehmen waren und uns dann von ihnen sagen lassen sollen, dass wir zu schlecht, zu teuer, nicht motiviert, faul und unproduktiv seien, dann steigt ob dieser Unverschämtheit eine ungeahnte Wut in uns auf.”

und weiter:

“Sie und ihre Vorgänger haben uns im Laufe der letzten Jahre immer mehr Fesseln angelegt, sie haben uns funktionierender Werkzeuge beraubt und uns blind gemacht, indem sie uns Systeme aufgezwungen haben, die nicht die Arbeit erleichtern, sondern nur die Kontrolle verbessern, dafür aber massiv die Effektivität einschränken. Sie haben die interne und die externe Kommunikation zerstört, indem sie funktionierende Rufnummern und Hotlines rigoros abgeschaltet und durch nicht funktionierende Sammelnummern und unsinnige Überlaufkonzepte ersetzten, und sie haben so die interne und externe Erreichbarkeit gegen Null gefahren. Sie haben massiv Wissen, Kompetenz und Arbeitsplätze an Stellen vernichtet, wo das alles unverzichtbar war, indem sie durch Umstrukturierung hochqualifizierte Mitarbeiter in gänzlich neue und unbekannte Arbeitsbereiche oder nach Vivento versetzt haben oder sie zum Vorruhestand, zur Altersteilzeit oder einer Abfindung ‘überredet’ haben.”

Das Märchen von der natürlichen Selektion der Besten auf dem Weg zur Spitze glaube ich einfach nicht mehr. Überall bietet sich in den Unternehmen dasselbe, trostlose Bild der versagenden Führung.

Der Originaltext der e-mail, die sich wie ein Kettenbrief im Konzern verbreitete und Obermann zu einer Stellungnahme veranlasste, ist hier zu finden.

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Weltuntergang

Sonntag, 18. März 2007 22:49

Ein Geist oder ein engelähnliches Wesen erscheint mir und teilt mir mit, dass in einer Stunde die Welt untergehen werde: “In einer Stunde ist alles vorbei! Achte auf die Zeichen!” Ich laufe verzweifelt durch die Gassen meiner Heimatstadt und blicke sorgenvoll zum Himmel, aber ich sehe nur einen etwas bewölkten Sommerhimmel, den ich aber wie durch einen Filter etwas rötlich wahrnehme. Aber es sind keine Strudel oder sonstige beunruhigende Phänomene zu sehen. Ich bin höchst aufgewühlt, aber mein Verstand sieht derzeit keinen Anlass zur Besorgnis. Sogar das Haus meiner Eltern steht noch. Nachdem ich es betreten habe, bemerke ich jedoch langsam, dass das Haus unheimlich still und leer ist, und auch die Räume sind wieder von einem rötlichen Schein erhellt. In heller Panik beginne ich zu schreien und renne verstört wieder zurück auf die Straße. Später sitze ich zusammen mit E. anfangs im Zeichensaal meiner Schule, aber in diese Szene schiebt sich die Kulisse eines Wohnzimmers mit schweren Vorhängen und Ledersesseln. Es gehört meiner ehemaligen Kunstlehrerin, der ich vorschlage, eine Ausstellung mit meinen Zeichnungen zu organisieren. Zu meiner Überraschung findet sie diese Idee nicht völlig abwegig. “Ja, besser jetzt; wer weiß, was du in 10 Jahren noch schaffst.” Sie befürchtet wohl, dass in 10 Jahren meine kreative Energie erlischt, und will mich daher sofort einem Kunstpublikum vorstellen. Mir ist aber auch bewußt, dass ich mit zwei oder drei wirklich guten Zeichnungen keine Ausstellung bestreiten kann und noch eine Menge Arbeit auf mich wartet.

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“Es ist zu Ende!”

Sonntag, 18. März 2007 22:09

Heute stieß ich im Internet auf den Artikel eines jüdischen Journalisten, der in einer kleinen Stadt in Niederbayern alte Gefängniszellen der SS unter einer neu erbauten Berufsschule entdeckte. Auf dem Gelände des heutigen Industriegebiets der Stadt befand sich ein geheimer Testflughafen der Messerschmitt-Werke, auf dem während des Krieges jüdische Häftlinge als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Im Ort traf er überall auf eine Mauer des Schweigens, der Vertuschung und des Vergessens. Als er der Lehrerin, die ihn in die Katakomben der Schule führte, vorschlug, doch die Geschichte dieser Räume zu dokumentieren und diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, erwiderte sie scharf: “Es ist zu Ende!”, wobei sie den Kopf schüttelte. Und wenig später: “Ja, wir sind alle Söhne und Töchter von Nationalsozialisten, aber wir brauchen einen Neuanfang. Die Bürger der Stadt wissen nicht, was hier passiert ist. Die Ereignisse sind wie ein Schatten. Aber jetzt ist es endgültig vorbei.” Die Lehrerin war – meine Mutter. Im Übrigen sind die Kellerräume, wie der Journalist bemerkt, erstaunlich gut erhalten und in einem weit besseren Zustand als viele andere historische Gedächtnisstätten des NS-Terrors. Auf einem der Bilder steht an der Wand der Gefängniszelle in Frakturschrift “Gut Holz”. Das waren die letzten Worte, die die Häftlinge lasen, bevor sie in dieser Zelle hingerichtet wurden.

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10 Songs

Montag, 12. März 2007 20:00

Das Zweierpack hatte die geniale Idee, 10 Songs vorzustellen, die einen an das andere Geschlecht erinnern. Ich übernehme diese Idee jetzt etwas leichtfertig, ohne auf den Peinlichkeitsfaktor zu achten – die Songs stammen ja sämtlich aus Zeiten, in denen Kuschelrock-CD´s langsam anfingen, Staub anzusetzen. Hier kommt meine Playlist:

1. Konstantin Wecker – Niemand kann die Liebe binden: So pathetisch, dass es fast schon pervers ist, und damals einfach passend. Ich projizierte das damals in die Beziehung zu D. – prompt wurde der Song zu einem nie versiegenden Ohrwurm, der mich in tranceartige Zustände versetzte.

2. Pe Werner – Kribbeln im Bauch: Als ich mich ein wenig über dieses Lied lustig machte, meinte D.: “He! Das Lied beschreibt zu 100%, wie es mir mit dir geht.” Aha. So schön kann Verliebtheit sein. Und bitte ein bißchen Respekt. Darum steht das Lied auch hier in der Liste.

3. Terence Trent d`Arby – Suddenly you crossed my heart: Auch wieder D., aber eine ganz andere Person. Ich sage nur: Labellosucht, Wex, Kaffee und Zigaretten. Ich übernachtete im Gästezimmer, wenn ich sie besuchte. Ähm, soviel dazu. Die Beziehung war aber ganz lustig und briefereich. Und tat dem Ego ungeheuer gut – das darf ich jetzt selbstkritisch anmerken.

4. The Beautiful South – Song for whoever: Danke, A., für diesen einen Abend. Es wäre zwar nichts geworden mit uns beiden, dafür warst du zu praktisch und ich zu träumerisch veranlagt. Aber die paar Stunden waren wir wenigstens nicht ganz so allein.

5. Don McLean – American Pie: Wir waren zu viert, M., D., V. und ich, und übernachteten bei V.; im Auto lief “American Pie” in voller Lautstärke. Dass M. und D. im Dunkeln die Hände nicht voneinander lassen konnten, kränkte mich, und zum Frühstück folgte ein jäher Temperatursturz. Diese Viererbande war nicht von langer Dauer, aber V. freute sich ehrlich, als ich sie einmal unangekündigt mitten im Sommer besuchte.

6. Tori Amos – Pandora: Die Büchse der Pandora öffnete sich, als ich mich Hals über Kopf in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang stürzte. Um meiner Verwirrung Herr zu werden, folgten endlose, einsame Spaziergänge im Wald, die mir in gewisser Weise aber auch nicht weiterhalfen. Meine Neugier war so stark, dass ich diese Tür einfach öffnen mußte.

7. The Beatles – When I´m sixty-four: Ich war mittlerweile der fest eingeplante sonntägliche Gast bei A. (wieder eine andere Person) geworden, und das zog sich auch noch eine ganze Weile so hin. Ohne diese Dosis A. und den Beatles konnte ich einfach unter der Woche nicht bestehen. Das mußte sein. Ich liebte das Haus, sie selbst, ihre Schwester. Sogar ihre Eltern waren nett.

8. Small Faces – Itchycoo Park: Dieser Song ist einem skurrillen Abend in meiner damaligen Stammdiskothek geschuldet. Ich erweckte absichtlich einen naiven Eindruck und ließ mich bereitwillig von meiner Lehrmeisterin in das alternative Feeling einweihen. Über mir öffnete sich der Himmel, und das Mixtape gab´s gratis dazu.

9. Doobie Brothers – What a fool believes: S. war unglücklich, verletzt, einsam und gab sich nur nach außen hin stark und optimistisch. Ich habe heute noch Gedichte von ihr, die sie aber nicht mir, sondern meinem Bruder geschenkt hatte (wenn sie wüßte). Ihre Wohnung war der Mittelpunkt, in dem sich das Theatervolk traf, um zu feiern. Unsere Affäre flammte nur einmal in einer Stichflamme auf und fiel dann wieder in sich zusammen. Vergessen hatten wir uns nie, wie eine durchdiskutierte Nacht Jahre später bewies.

10. Fiona Apple – Shadowboxer: Ich riss Nachtschicht um Nachtschicht an der Tankstelle runter, um mir das Nötigste leisten zu können. Eines Tages fiel mir die CD-Beilage des “Rolling Stone” in die Hände, auf der “Shadowboxer” von Fiona Apple vorgestellt wurde. Das Lied wurde programmatisch. D. (Labello) und ich hörten es rauf und runter. Aber die Umstände waren dieses Mal ganz andere. D. hatte ihr Mädchenzimmer weit hinter sich gelassen und eine innige Beziehung zu Herrn Fernet Branca (und anderen Herren) aufgebaut.

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Global playing

Samstag, 10. März 2007 22:03

Der Chaostheorie zufolge löst der Flügelschlag eines Schmetterlings in Argentinien in China einen Taifun aus. Was ist, wenn, wie es im Sprichwort heißt, in Peking ein rostiges Rad umfällt? Verändert sich dadurch die globale Lage? Ich glaube schon.

Früher war es wirklich schön. Wir segelten in eine unbekannte Welt hinaus und gründeten Kolonien. Wieder zuhause ließen wir uns gemütlich vor dem Kaminfeuer nieder, wenn nicht gerade Krieg war, und träumten beim Genuss exotischer Mitbringsel vom edlen Wilden.

Der erste, dem auffiel, dass das eine trügerische Ruhe war, war Goethe. „Amerika, du hast es besser“, seufzte der alte Geheimrat, der Uneinigkeit Europas überdrüssig. Damit hatte er die wirtschaftliche Dynamik Chinas unterschätzt, wie Analysten heute sagen würden. Aber er besaß auch noch keine Aktien von China Online, wie mein Arbeitskollege (danke für den Tipp, übrigens). Er kannte auch die soziale Errungenschaft der 38,5-Stunden-Woche noch nicht. Denn sonst hätte er geschrieben: „China, du hast es besser.“ weiterlesen

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