10 Songs

Das Zweierpack hatte die geniale Idee, 10 Songs vorzustellen, die einen an das andere Geschlecht erinnern. Ich übernehme diese Idee jetzt etwas leichtfertig, ohne auf den Peinlichkeitsfaktor zu achten – die Songs stammen ja sämtlich aus Zeiten, in denen Kuschelrock-CD´s langsam anfingen, Staub anzusetzen. Hier kommt meine Playlist:

1. Konstantin Wecker – Niemand kann die Liebe binden: So pathetisch, dass es fast schon pervers ist, und damals einfach passend. Ich projizierte das damals in die Beziehung zu D. – prompt wurde der Song zu einem nie versiegenden Ohrwurm, der mich in tranceartige Zustände versetzte.

2. Pe Werner – Kribbeln im Bauch: Als ich mich ein wenig über dieses Lied lustig machte, meinte D.: „He! Das Lied beschreibt zu 100%, wie es mir mit dir geht.“ Aha. So schön kann Verliebtheit sein. Und bitte ein bißchen Respekt. Darum steht das Lied auch hier in der Liste.

3. Terence Trent d`Arby – Suddenly you crossed my heart: Auch wieder D., aber eine ganz andere Person. Ich sage nur: Labellosucht, Wex, Kaffee und Zigaretten. Ich übernachtete im Gästezimmer, wenn ich sie besuchte. Ähm, soviel dazu. Die Beziehung war aber ganz lustig und briefereich. Und tat dem Ego ungeheuer gut – das darf ich jetzt selbstkritisch anmerken.

4. The Beautiful South – Song for whoever: Danke, A., für diesen einen Abend. Es wäre zwar nichts geworden mit uns beiden, dafür warst du zu praktisch und ich zu träumerisch veranlagt. Aber die paar Stunden waren wir wenigstens nicht ganz so allein.

5. Don McLean – American Pie: Wir waren zu viert, M., D., V. und ich, und übernachteten bei V.; im Auto lief „American Pie“ in voller Lautstärke. Dass M. und D. im Dunkeln die Hände nicht voneinander lassen konnten, kränkte mich, und zum Frühstück folgte ein jäher Temperatursturz. Diese Viererbande war nicht von langer Dauer, aber V. freute sich ehrlich, als ich sie einmal unangekündigt mitten im Sommer besuchte.

6. Tori Amos – Pandora: Die Büchse der Pandora öffnete sich, als ich mich Hals über Kopf in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang stürzte. Um meiner Verwirrung Herr zu werden, folgten endlose, einsame Spaziergänge im Wald, die mir in gewisser Weise aber auch nicht weiterhalfen. Meine Neugier war so stark, dass ich diese Tür einfach öffnen mußte.

7. The Beatles – When I´m sixty-four: Ich war mittlerweile der fest eingeplante sonntägliche Gast bei A. (wieder eine andere Person) geworden, und das zog sich auch noch eine ganze Weile so hin. Ohne diese Dosis A. und den Beatles konnte ich einfach unter der Woche nicht bestehen. Das mußte sein. Ich liebte das Haus, sie selbst, ihre Schwester. Sogar ihre Eltern waren nett.

8. Small Faces – Itchycoo Park: Dieser Song ist einem skurrillen Abend in meiner damaligen Stammdiskothek geschuldet. Ich erweckte absichtlich einen naiven Eindruck und ließ mich bereitwillig von meiner Lehrmeisterin in das alternative Feeling einweihen. Über mir öffnete sich der Himmel, und das Mixtape gab´s gratis dazu.

9. Doobie Brothers – What a fool believes: S. war unglücklich, verletzt, einsam und gab sich nur nach außen hin stark und optimistisch. Ich habe heute noch Gedichte von ihr, die sie aber nicht mir, sondern meinem Bruder geschenkt hatte (wenn sie wüßte). Ihre Wohnung war der Mittelpunkt, in dem sich das Theatervolk traf, um zu feiern. Unsere Affäre flammte nur einmal in einer Stichflamme auf und fiel dann wieder in sich zusammen. Vergessen hatten wir uns nie, wie eine durchdiskutierte Nacht Jahre später bewies.

10. Fiona Apple – Shadowboxer: Ich riss Nachtschicht um Nachtschicht an der Tankstelle runter, um mir das Nötigste leisten zu können. Eines Tages fiel mir die CD-Beilage des „Rolling Stone“ in die Hände, auf der „Shadowboxer“ von Fiona Apple vorgestellt wurde. Das Lied wurde programmatisch. D. (Labello) und ich hörten es rauf und runter. Aber die Umstände waren dieses Mal ganz andere. D. hatte ihr Mädchenzimmer weit hinter sich gelassen und eine innige Beziehung zu Herrn Fernet Branca (und anderen Herren) aufgebaut.

2 Gedanken zu „10 Songs

  1. Ui, das freut mich aber, dass du mich mal in meiner alten Bloghütte besuchst. Ich glaube, wir sollten uns öfter gegenseitig besuchen, oder? Achja, das Zweierpack, war eine wirklich hübsche Idee…*seufz*…einer meiner Vorsätze für das neue Jahr lautet ja, mehr zu bloggen und zu kommentieren. Naja, ich lass mich überraschen. Bis dann, LG WilderKaiser

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