Weltuntergang

Ein Geist oder ein engelähnliches Wesen erscheint mir und teilt mir mit, dass in einer Stunde die Welt untergehen werde: „In einer Stunde ist alles vorbei! Achte auf die Zeichen!“ Ich laufe verzweifelt durch die Gassen meiner Heimatstadt und blicke sorgenvoll zum Himmel, aber ich sehe nur einen etwas bewölkten Sommerhimmel, den ich aber wie durch einen Filter etwas rötlich wahrnehme. Aber es sind keine Strudel oder sonstige beunruhigende Phänomene zu sehen. Ich bin höchst aufgewühlt, aber mein Verstand sieht derzeit keinen Anlass zur Besorgnis. Sogar das Haus meiner Eltern steht noch. Nachdem ich es betreten habe, bemerke ich jedoch langsam, dass das Haus unheimlich still und leer ist, und auch die Räume sind wieder von einem rötlichen Schein erhellt. In heller Panik beginne ich zu schreien und renne verstört wieder zurück auf die Straße. Später sitze ich zusammen mit E. anfangs im Zeichensaal meiner Schule, aber in diese Szene schiebt sich die Kulisse eines Wohnzimmers mit schweren Vorhängen und Ledersesseln. Es gehört meiner ehemaligen Kunstlehrerin, der ich vorschlage, eine Ausstellung mit meinen Zeichnungen zu organisieren. Zu meiner Überraschung findet sie diese Idee nicht völlig abwegig. „Ja, besser jetzt; wer weiß, was du in 10 Jahren noch schaffst.“ Sie befürchtet wohl, dass in 10 Jahren meine kreative Energie erlischt, und will mich daher sofort einem Kunstpublikum vorstellen. Mir ist aber auch bewußt, dass ich mit zwei oder drei wirklich guten Zeichnungen keine Ausstellung bestreiten kann und noch eine Menge Arbeit auf mich wartet.

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