Ungebremstes Pflanzenwachstum

Ich bekomme einen Ficus geschenkt, dessen Wurzelballen in einer mit Torf gefüllten Wanne steckt. Da ich ihn aber dauerhaft in einem hüfthohen Pflanzbecken bei anderen höchst ungewöhnlichen Pflanzen ansiedeln will, nehme ich ihn aus der Wanne und setze ihn in ein Loch, das ich vorher für seine Wurzeln gegraben habe. Hinter dem Pflanzbecken erkenne ich schemenhaft eine Terrasse und einen verglasten Durchgang. Ich kann mich nicht erinnern, hier schon einmal gewesen zu sein. Besonders ein Baum oder ein mit übergroßen Blüten übersäter Strauch erregt meine Aufmerksamkeit. Als ich den Ficus eingesetzt habe, beginnt die Pflanze plötzlich wild loszuwachsen und verliert dabei nach und nach ihre Farbe. Einer der sich drehenden und entfaltenden blassen Blüten streift dabei leicht meine Wange. „Na, wächst du jetzt mir zuliebe so?“, frage ich die Pflanze. Aber dieses Wachstum ist mir nicht geheuer; es hat etwas Krankhaftes und Auszehrendes an sich. Plötzlich erscheint B. und fragt mich, ob ich den Wurzelballen des Ficus auf zurückgebliebene Giftstoffe überprüft hätte. Natürlich, das war der Grund für das ungebremste Wachstum! Die Pflanze läßt ihre grauen, verstaubten und farblosen Blätter hängen und ist wahrscheinlich abgestorben. Enttäuscht und wütend grabe ich meinen immer noch grünen und prächtigen Ficus aus und setze ihn zurück in die Wanne.

2 Gedanken zu „Ungebremstes Pflanzenwachstum

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