Allerlei Unsortiertes

Das Weltkulturerbe zeigte sich heute wieder von seiner besten Seite – Wind, blauer Himmel, schöne Frauen. Auf den Plätzen mit Aussicht herrschte heute schon ein Getümmel, als hätte der Sommer bereits Einzug gehalten. Dabei fror ich gestern noch ganz erbärmlich. Es gab so viele Kleinigkeiten, über die ich mir heute den Kopf zerbrach, dass mir beinahe die Lust verging, irgendetwas davon festzuhalten – immer wieder die unnötigen Missverständnisse, die falschen Bilder und Rollen, die belastenden Verpflichtungen. Ich drehe mich gedanklich im Kreis. Es fehlt mir die Gelegenheit, mich auszutauschen, und meine e-mails laufen derzeit ins Leere. Es dauert Jahre, um so etwas wie Vertrauen aufzubauen, aber oft genügt ein Wort, um alles zu zerstören. Wo ist bitteschön das rote Telefon? Manchmal fühlt es sich so an, als liege nicht nur ein Weltmeer, sondern ein ganzes Universum zwischen meiner und anderen Welten. – Im Traum entere ich die Kommandobrücke eines riesigen Containerschiffs, das langsam vom Pier ablegt. M., mein älterer Bruder, lehnt mir gegenüber an der Wand und glüht geradezu vor Aufregung und Abenteuerlust. Als ich ihn frage: „Wo fahren wir denn hin?“, antwortet er lachend: „Ja, wir haben einen langen Weg vor uns. Das Schiff legt erst wieder in Alaska an.“ Ich bin überrascht und glücklich, diese lange Reise zusammen mit ihm unternehmen zu dürfen. Seit Jahren spüre ich zum ersten Mal wieder ein Gefühl von Freiheit. Durch das Schiff laufen mehrere Wellen, die der anspringende Dieselmotor verursacht, während ich mir gleichzeitig vorzustellen versuche, wo sich Alaska auf dem Globus befindet. Ich frage mich, ob wir die Passage nördlich des amerikanischen Kontinents schaffen werden.

2 Gedanken zu „Allerlei Unsortiertes

  1. Auch wenn es Jahre dauern soll, Vertrauen aufzubauen, ein Wort kann das nicht kaputt machen. Da müssen schon mehrere auf einmal kommen. Oder das Vertrauen wollte nie kommen. Meine bescheidene Meinung.

  2. Ja, schwierig. Ich bin eigentlich vollkommen deiner Meinung. Und das, was diese Gedanken ausgelöst hat, ist eigentlich schon halb und halb wieder eingerenkt. Aber ich schaffe es nie, denselben Vertauenslevel wie mein Gegenüber zu erreichen. Entweder zuviel oder zuwenig, jedenfalls nie angemessen. LG, WilderKaiser

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.