Beiträge vom März 2007

Holzkaffee

Samstag, 10. März 2007 11:55

Dieses Stöckchen habe ich mir bei Frau Schaaf geklaut.

1. Deine erste Tasse Kaffee trinkst du wann?
Direkt nach dem Aufstehen.

2. Wieviele Tassen trinkst du täglich?
Das ist je nach Müdigkeitsgrad unterschiedlich. Zwei Tassen sind das absolute Minimum. An “guten” (d.h. “Zombie-“) Tagen können es aber auch schnell sechs oder sieben werden.

3. Koffeinfrei oder Bohnenkaffee?
Hahahaha. Der war gut. Nein, ich habe noch alle Zähne, und am Herzen fehlt mir auch nichts.

4. Zucker, Milch oder Sahne?
Zucker und Milch, beides reichlich.

5. Deine bevorzugte Zubereitungsart?
Kräftiger Espresso, zarter Milchschaum.

6. Mit wem genießt du deinen Kaffee am liebsten?
Der gehört mir! Finger WEG!

7. Deine Lieblingsmarke?
Lavazza in allen Farben, Formen und Kompositionen. Ausnahmsweise auch Douwe Egberts.

8. Wo trinkst du deinen Kaffee vorzugsweise?
Ob zuhause, auf Reisen oder im Büro – Hauptsache, der Koffeinpegel ist richtig eingestellt.

9. Wie sieht deine Lieblingstasse aus?
Ein großer Henkelbecher aus transparentem Milchglas.

10. Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato?
Ähm, bringen Sie mir mal zwei Stunden Cappuccino.

11. Bevorzugte Tätigkeit beim Kaffeetrinken?
Genuss- und geräuschvoll schlürfen.

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Heimweh, Fernweh

Samstag, 10. März 2007 1:54

SäuleGestern war der Tag der Nostalgiker: Frau Testsiegerin berichtet über ihre Lesung im Weinviertel, während Frau Svashtara von Belgrad träumt. Und ich machte mich heute auf, um ein Stück donauabwärts in Richtung Gäuboden zu fahren, obwohl ich gestern noch Zweifel hatte, ob das gut gehen könne. Nein, die Erinnerung schwieg nicht, nicht am scheußlichen Adlerrondell aus der Zeit des Nationalsozialismus und nicht beim Schrei der Raben, die ihre Nester anflogen. Zu oft hat mich ihr Krächzen in einen unruhigen Schlaf begleitet, als dass ich sie hätte vergessen können. Zu oft stand ich neben dem Sockel der Adlerskulptur und rauchte eine Zigarette, als dass ich diesen mit leiser Wehmut gewürzten Geschmack nun nicht mehr würde schmecken können. So stiegen in mir unwillkürlich die Tränen hoch, als ich am Herzogsschloss stand und die silbrig schimmernden Wirbel des Flusses betrachtete. Einmal ging ich noch den alten Weg zur Schule und roch die nassen Moose an den Mauern, einmal noch stand ich in der Turnhalle mit ihren überheizten Katakomben, einmal noch schlenderte ich die weißen, lichtdurchfluteten Gänge des Krankenhauses entlang, in dem ich meinen Zivildienst abgeleistet hatte. Jeden Sonntagabend brach während meiner Zeit im Internat ich mit schwerem Herzen auf, um im Exil der Stadt unterzutauchen. So nährte ich jahrelang die Hoffnung auf jenen dritten, neutralen Punkt, von dem aus sich meine Geschicke und diese Verflechtung der gegenseitigen Abhängigkeiten ordnen ließen. Auch Jahre danach konnte ich mich nur schwer von diesem Heimweh, das ein Fernweh war, lösen. Es blieb immer lebendig – wie jener Ton, der wie eine kleine, glänzende Kugel aus den Saiten des verstimmten Flügels stieg, an die Stuckdecke des alten Refektoriums schwebte und nur die johlenden Kameraden als Publikum hatte, die vor den Fenstern Fußball spielten.

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Freie Tage

Freitag, 9. März 2007 0:57

Ich frage mich, ob ich morgen tatsächlich in meine Heimatstadt fahren sollte, um einige Fotos zu schießen und die Stationen der Jahre, die ich dort verbrachte, zu dokumentieren – Zeit hätte ich ja morgen genug. Oder wäre es nicht klüger, Erinnerungen Erinnerungen sein zu lassen und sie ihrer Patina nicht zu berauben? Sehr oft bereute ich es, meine Heimatstadt ohne Begleitung zu besuchen, und sei es auch nur, um im Wartezimmer eines Notars die bitteren Gesänge der Lerchen zu hören. Seit ich alle Verbindungen hinter mir abgebrochen habe, nimmt sie mich nicht mehr vollständig in sich auf, und ich verlasse sie jetzt immer wie ein enttäuschter Liebhaber. Ich bin in ihr nur noch ein Tourist, der einen unstillbaren Hunger nach einer bestimmten Perspektive, einem bestimmten Raum, einem bestimmten Ton hat – und doch einer Chimäre nachläuft. Ja, hier an dieser Stelle war etwas, Herzblut, Tränen, Jubel, aber jetzt ist sie taub und nichtssagend. Nichts wurde konserviert, und meine Spur hat der Regen verwischt. Das Museum der Augenblicke war und ist geschlossen.

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Das Fußballspiel und der Bischof

Dienstag, 6. März 2007 20:52

Ich nehme an einem Fußballspiel auf einem von Flutlicht übergossenen Platz teil. Auf den Rängen links von mir sehe ich unsere jubelnden Anhänger, die sich auf den raren Plätzen drängen. Unsere Mannschaft hat tapfer gekämpft, aber das Spiel schleppte sich bis zum Schluss unentschieden dahin. Jetzt sollen die Abstöße der Torhüter die Entscheidung bringen. Unser Torhüter legt sich zwei Bälle zurecht und nimmt einen Anlauf. Und tatsächlich donnert er den Ball unhaltbar ins gegnerische Netz. Auch der zweite Ball landet spektakulär im Tor. 2:0 – wir haben gewonnen und sind äußerst zufrieden. Um mich herum erschöpfte, aber lächelnde Gesichter. Als würde ich vom Boden verschluckt, lande ich unvermittelt in einem hölzernen Rondell, an dessen Rundungen hölzerne Sitzbänke angebracht sind. Das Rondell ist teilweise überdacht und mit verglasten Fenstern versehen. Aber am merkwürdigsten ist, dass es sich in luftiger Höhe um einen uralten Baum dreht. Es wundert mich kaum noch, hier auf den Regensburger Bischof zu treffen, der sich entspannt zurücklehnt und eine theologische Gesprächsrunde leitet. Der Bischof trägt ein langes, rotes Gewand und sein rotes Scheitelkäppchen. Obwohl ich diesen Mann in Wirklichkeit nicht ausstehen kann, wirkt er in diesem Kreis so sanft und gewinnend, dass ich überrascht und überrumpelt bin. Allerdings bemerke ich sehr schnell, dass es ihm gefällt, zu reden. Als ich etwas zur Diskussion beisteuern will, beachtet er mich kaum. Und so drehe ich an einer runden Scheibe, die über eine verborgene Mechanik das Rondell beschleunigt, bis die Haare der anderen im Wind flattern und ihnen übel wird.

Anmerkung: Einen ähnlichen Traum vom Fußballspielen hatte ich schon mal. Damals gewann meine Mannschaft allerdings mit einem ungewöhnlich hohen Ergebnis – ich glaube, es lautete 11:0, und die gegnerische Mannschaft weigerte sich, mitzuspielen. Wieder eingefallen sind mir die heutigen Traumbruchstücke beim Lesen dieses Kommentars. Die Erinnerung geht machmal schon verschlungene Wege.

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Stichpunkte

Montag, 5. März 2007 23:34

  • Sind alle Blogger, die WordPress benutzen, elitär? Ich bin es jedenfalls nicht. Ich wehre mich sogar gegen diese Charakterisierung.
  • Second Life ist Kunst: “Jeder Avatar ist ein Künstler. Das Online-Universum Second Life macht Fluxus-Träume wahr.”, aus: Kunstzeitung Nr. 127, März 2007
  • Die Avatarisierung der Gesellschaft schreitet voran. Masken, Masken, Masken. Und irgendwo dahinter das frierende Ego.
  • Lesestoff: Pascal Mercier: “Nachtzug nach Lissabon”, Jiddu Krishnamurti: “Einbruch in die Freiheit”, Ludger Lütkehaus: “Nichts”.
  • Ich persönlich finde die aktuelle politische Diskussion höchst merkwürdig. Soziales Profil hin, Krippenplätze her.
  • Heute ist nichts mehr mit mir anzufangen. Schlafbedürfnis galore. Nicht nur die Akkus meiner Digitalkamera sind leer. Es wird Zeit, dass der Urlaub beginnt.

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Sonntag

Sonntag, 4. März 2007 23:36

SilotürmeDie Radrundfahrt heute tat mir ausgesprochen gut. Ich war danach wieder etwas freier im Kopf und auch körperlich in besserer Verfassung – ich will nämlich nicht schon wieder krank werden. Das Foto nebenan entstand im Osthafen in Regensburg, in dem ich gerne mehr Fotos geschossen hätte. Leider spielten meine Akkus nicht mit. Am Freitag schickte ich noch einige Mails an meinen Chef, bereute aber im Anschluss daran fast meine Courage. Mittlerweile hat er mir bereits geantwortet. Um gewisse Sonderaufgaben werde ich mich wohl nicht drücken können, wie lange ihre Fertigstellung auch immer dauern mag. Gut, dann muss ich eben alles andere liegen lassen. Die Wiedereinführung der Todesstrafe, die im Zusammenhang mit Sexualstraftätern gefordert wird, beschäftigte mich heute ebenfalls. Ich weiß nicht, ob es nicht andere Wege gibt, einen Rückfall dieser Straftäter zu verhindern. Auch wenn das Thema noch so sehr zu populistischen Aktionen reizt, sollte man es differenziert und mit kühlem Kopf betrachten. Die geplante, öffentlich einsehbare Datenbank im Internet mit allen Informationen über Sexualverbrecher hat in den USA jedenfalls schon zu Fällen von Selbstjustiz geführt. Wollen wir das wirklich? Auf welches Recht wollen wir uns noch berufen, wenn es nicht für alle gilt?

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Das Spiel

Samstag, 3. März 2007 11:44

Ich betrete zusammen mit einem Bekannten, der einem ehemaligen Klassenkameraden ähnelt, das Außengelände der Pinakothek. Ich sehe eine große rechteckige Anlage vor mir, die zunächst größer erscheint und nach und nach auf die Größe eines Fußballfelds zusammenschrumpft. Über das Gelände sind Steinmäler, Stelen und Säulen verteilt, die in ihrer akkuraten Anordnung eher wie Grabsteine auf einem Friedhof wirken. Die Umfassung des Geländes ist eine Mauer aus hellen, würfelförmigen Granitbruchsteinen. Ich sage zu meinem Bekannten: “Das Gelände ist doch hervorragend geeignet für das Spiel, völlig quadratisch, nicht so, wie X. behauptet hat.” Es ist mir in diesem Moment nicht klar, was X. überhaupt geäußert hat, aber bei dem Spiel handelt es sich um ein Ballspiel, vielleicht Fußball. Im nächsten Augenblick sehen wir das Gelände aus einer anderen Perspektive: direkt vor mir erhebt sich das klassizistische Gebäude der Pinakothek. Neben dem Gebäude ist der Abstand zur Mauer sehr eng und schafft so eine langgezogene, dunkle Flucht. Die Lichtverhältnisse sind ebenso künstlich wie auf einem alten Gemälde, so dass das hell von der Sonne angestrahlte Gebäude der Pinakothek fast in der Luft zu schweben scheint. Für mich ist eine leise Spur der Bedrohung spürbar, die kurz vor dem Umkippen ins Alptraumhafte steht. Später nehmen wir zu zweit an einem Quiz teil, das von einer Buchhandlung veranstaltet und im Fernsehen übertragen wird. Vor der Buchhandlung ist auf der gepflasterten Gasse ein kleiner Stand mit Büchern und einem Projektor aufgebaut. Zwei Buchhändlerinnen bedienen den Projektor und zeigen einen alten Schwarzweißfilm, der sich vor dem Dunkel der Gasse gut sichtbar abhebt. weiterlesen

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Sein

Samstag, 3. März 2007 0:21

Ist etwa das Leuchten des Mondes Torheit?

Verfasser unbekannt

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