Fernöstlicher Exkurs: Feng Shui

Für alles gibt es eine Erklärung. Für Infektionsanfälligkeit und Morgenmüdigkeit beispielsweise. Es hängt auch viel davon ab, wo man seinen Schreibtisch hinstellt. Zur Verdeutlichung habe ich mich mal an folgende Skizze gewagt, die nicht maßstabsgetreu überraschende Einblicke in die Verhältnisse in meinem Arbeits-, Schlaf- und Wohnzimmer gewährt:

Feng-Shui

Der Schreibtisch ist orange, der Stuhl violett, der Fernseher blau und die Mauern grau dargestellt. Die dünne Linie links neben dem Schreibtisch soll die Fenster symbolisieren. Vorher: Wie es der rote Pfeil schon anzeigt, bleibt das Chi im Raum gefangen und kann nicht sich nicht frei zwischen Tür und Fenster tarzanartig durch den Raum schwingen. Das gefällt dem Chi überhaupt nicht, und darum verursacht es Kopfschmerzen, Verspannungen, Depressionen und sonstige letale Verwicklungen. Merke: Gestautes Chi ist böse! Als mir dieser Zusammenhang klar wurde, stellte ich um drei Uhr morgens den Schreibtisch um. Nachher: Das Chi gibt Ruhe und schwingt leise vor sich hin (s. grüner Pfeil). Einen kleinen Wermutstropfen hat die Sache doch: Da sich der Abstand zwischen Schreibtischkante und Wand dramatisch verringert hat, kann ich nicht einfach meinen Stuhl vor den Fernseher schieben, sondern muss ihn mühevoll über den Schreibtisch hieven. Jetzt meine Frage: Gibt es auch eine Chi-Therapie bei Lumboischialgie? Feng-Shui-Meister vor! PS: Natürlich könnte man einwenden, dass Fernseher sowieso die reinsten Chi-Staubsauger sind, aber das hilft mir jetzt nicht wirklich weiter.

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4 Gedanken zu „Fernöstlicher Exkurs: Feng Shui

  1. Ich hab da ja so meine Probleme mit dem Feng-Shui.

    Irgendwie haben wir Europäer die letzten Jahrtausende ja auch ohne ganz gut überstanden.

    Und wenn ich mir Deine Skizzen so ansehe, dann hast Du jetzt wohl zwei Chi(s?).

    Denn vom oberen Teil kann ja jetzt wohl definitiv nix mehr in den unteren fließen.
    Und ob dem Chi unten mit den 30 bis 50 Zentimetern zusätzlicher Fläche wirklich geholfen ist?

    Sofern da überhaupt was fließt.

    Und jetzt zu Dir: Du schaust plötzlich gegen die Wand statt aus dem Fenster. Gut – das ist Dir des nachts vielleicht nicht gleich so aufgefallen. Aber was meinst Du, was Dein Ying und Yang dazu sagen, wenn die merken, dass sie plötzlich so von der Außenwelt abgeschnitten sind?

    Da gibt’s Kopfschmerzen zur Strafe vermutlich gleich im Zehnerpack.

    Also Ich würde mir das noch mal überlegen!

  2. Also, Chi hin oder her, eine Tür im Rücken ist unangenehm.

    Gegen die Wand zu schauen finde ich nicht unbedingt schlimm. Man konzentriert sich ja doch auf die Arbeit auf dem Schreibtisch. Und den Kopf zur Seite zu wenden, um den Blick schweifen zu lassen, finde ich ganz angenehm.

  3. @Don: Tja, Don, ich bin mir selber noch nicht so ganz schlüssig, ob das Shui fengt. Und wenn sich das Chi wirklich verdoppeln sollte, wäre mir das mehr als unheimlich.
    @Nessy: Nein, du hast Recht, Tür im Rücken geht überhaupt nicht. Das war ja der Hauptgrund für die Umstellung. Aber ich wollte ja ein bißchen Ironie mit ins Spiel bringen. 🙂

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