Fünf Lieblingsfilme

Das Zweierpack stellt seine fünf Lieblingsfilme vor, und ich schließe mich gerne an. Es wird sehr eng, denn eigentlich könnte ich gut und gerne 30 Streifen nennen. Aber ich beschränke mich auf fünf, die da wären:

1. Der Herr der Ringe: Trilogie

Eine bildgewaltige Umsetzung des Romans, den ich vor Jahren, als ich das Bett hüten mußte, in einem Zug verschlugen habe. So oder so ähnlich sah auch mein Kopfkino aus, auch wenn die Buchvorlage viel mehr lyrische Passagen und mittelalterliche Patina enthält und Tom Bombadil im ersten Teil wohl dem Cutter zum Opfer fiel.

2. The Matrix

Die rote oder die grüne Pille? Deja-vus? Maschinen und Menschen als deren Energielieferanten? Gut, da würde mir auch erst mal kotzübel werden. Das Schauspielerensemble ist erstklassig, das Skript auch, die Optik berauschend: bleibt nur die Frage offen, was in aller Welt die zwei Fortsetzungen bedeuten sollten.

3. Das wandelnde Schloss

Huch, ein Anime? Ja, und ein sehr gutes obendrein. Ich gebe zu, hier flossen reichlich Tränen. Ja, ich bin ein Mann. Aber diese Geschichte ist so zartbitter erzählt, dass sie unvergleichlich ist. Die Zauberin aus dem Niemandsland, Hauro, Sophie, Rübe, Calcifer – sie alle sind poetische Charaktere und suchen das Glück auf ihre je eigene Weise. Ich darf verraten: es gibt ein Happy End, aber es befriedigt mich nicht. Und dennoch könnte ich den Film in einer Endlosschleife laufen lassen, und er würde nicht langweilig werden.

4. Trainspotting

Die untereinander verwobenen Erzählstränge über fünf Freunde in einem Vorort von Edinburgh gehören zum Lustigsten und Tragischsten, was ich in den letzten zehn Jahren im Kino gesehen habe. Vielleicht ist der erhobene Zeigefinger hier nicht ganz so deutlich wie in der Romanvorlage, aber vieles dreht sich auch hier um Drogen und ihre Beschaffung. Die Dialoge sind jedoch glänzend, und das Feuerwerk der Szenen sorgt immer wieder mal für einen Lacher. Der Film machte Ewan McGregor auf einen Schlag berühmt. Lassen wir Renton, den Protagonisten, einmal zu Wort kommen: “Sag ja zum Leben, sag ja zum Job, sag ja zur Karriere, sag ja zur Familie. Sag ja zu einem pervers großen Fernseher. Sag ja zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Dosenöffnern.”

5. Dead man

Der Abgesang des Westerngenres wurde von Jim Jarmusch mit so viel liebevoller Ironie und Fingerspitzengefühl in Szene gesetzt, dass man ihm jede noch so absurde Verwicklung abkauft. Und so stapft Johnny Depp in Schwarz-Weiss und halbtot durch Indianergebiet, während die Gitarre von Neil Young wie ein Rudel Wölfe dazu heult und ihn immer wieder vorantreibt. Als er einen Indianer kennenlernt, begibt er sich auf eine spirituelle Reise, die ihn zum Schluss in einem Kanu auf das offene Meer hinausführt. Aber die Handlung steht nicht so sehr im Vordergrund als vielmehr die sperrige Schönheit des Films, die sich erst langsam erschließt.

Datum: Montag, 23. April 2007 13:51
Themengebiet: Gesehen, gehört, gelesen, Stöckchen Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren
Meine Tags:

8 Kommentare

  1. 1

    Eine Auswahl der ich mich anschliessen könnte

  2. 2

    Da haben Sie aber schön geschummelt, Herr Gipfelstürmer. Det waren ja acht Streifen!

  3. 3

    Oh Mann, nicht mal richtig rechnen kann ich. Neun sogar!

  4. 4

    Pöh! Das ist nicht geschummelt. Herr der Ringe ist EIN Film in DREI Teilen, und “The Matrix” ist wirklich nur EIN Film. Die anderen heißen “Matrix – Reloaded” und “Matrix – Revolutions”. So isch dat nämlich.

  5. 5

    *ggg*

    Gut argumentiert auf jeden Fall.

  6. 6

    @Mann²: Ja, tatsächlich? Ich habe ganz bewußt die Filme ausgesucht, die ich mehrmals gesehen habe. Das ist so eine Art unbewußtes Qualitätsmerkmal bei mir. LG, WilderKaiser

  7. 7

    Nette Auswahl, wobei bei mir ganz klar Harry Schrotter I – V das Rennen machen würden. ;)

  8. 8

    Ähm, du meinst bestimmt Harry Plotter. *gg*

Kommentar abgeben



*

Anti-spam image