Aus dem Prolog

Aus dem Prolog eines begonnenen und nicht zu Ende geführten Romanprojekts stammt der folgende Text:

Als die alten Götter, aus allen Wunden blutend und verfolgt von einer Horde mordgieriger Menschen, auf ihrer Flucht in ein stilles Tal kamen, versammelten sie sich im Kreis um eine Feuerstelle, an der einer von ihnen ein Feuer entfacht hatte. Schweigend hüllten sie sich in ihre zerrissenen Mäntel; schließlich erhob sich der erste und sprach: „Lasst uns hier einen Ort schaffen, an dem sich der Neid, die Missgunst und der Hass nicht niederlassen können. Niemand soll von hier weggehen mit einem Schatten auf der Seele und jeder glücklich nach dem Besuch an diesem Ort in sein Leben zurückkehren.“ Sie reichten sich die Hände und blieben noch eine Weile am Feuer sitzen, bis sich einer nach dem anderen in das schon angebrochene Dunkel zurückzog.

4 Gedanken zu „Aus dem Prolog

  1. „In diesen heil’gen Hallen
    kennt man die Rache nicht
    (…)
    In diesen heil’gen Mauern,
    Wo Mensch den Menschen liebt,
    kann kein Verräter lauern,
    Weil man dem Feind vergibt.
    Wen solche Lehren nicht erfreun,
    Verdienet nicht, ein Mensch zu sein.“
    (Arie des Sarastro, Zauberflöte)

    Erinnerte mich stark daran… =)

  2. Dieses Romanprojekt verdient unbedingt neue Zuwendung! Woran ist es gescheitert? Die Zuordnung zum Themengebiet „Blaue Blume“ ist sehr stimmig.

  3. Hallo Sybille…diese Arie kenne ich nicht. Ich kenne überhaupt fast gar keine Opernarien. Ich glaube, ich hatte schon mal mit einem Dirigenten darüber diskutiert, warum ich Opern nicht ausstehen kann. Das fällt bestimmt in den Bereich der Idiosynkrasien. *Fremdwörterbuch wieder wegleg* LG, WilderKaiser

  4. Liebe Samira, das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Ich bin viel zu ungeduldig und besitze zu wenig „epischen Atem“. Es wäre auch nicht gerechtfertigt, von der kurzen Einleitung auf den folgenden Text zu schließen. Der ist nämlich pure Science fiction. LG, WilderKaiser PS: Die blaue Blume war ein Lieblingsmotiv der Romantik, vor allem bei Novalis. Und romantische Untertöne nehme ich bei allem, was ich schreibe, für mich in Anspruch.

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