Der Staat

LeviathanDer Staat war schon immer ein metaphysisches Gegengewicht (also auch: letzte Hoffnung und Erlöser) für bürgerliche Karrieren. Durch die Schaffung von persönlichem Wohlstand wollte man auch für das Gemeinwohl sorgen, doch erst der Staat bot sich als potenter Organisator dieser Aufgabe an. Die traditionelle Trinität aus Gottvater, Sohn und heiliger Geist wurde zur weltlichen Trinität aus Exekutive, Legislative und Judikative. Die Freiheit, die der Staat dem Bürgertum versprach, zeichnete sich durch ein ausgeklügeltes Repertoire von Regeln aus, die den sozialen Verband auf Kosten des Individuums stärkten.

Illustration: Titelbild „Leviathan“ von Thomas Hobbes

3 Gedanken zu “Der Staat

  1. Die traditionelle Trinität aus Gottvater, Sohn und Heiligem geist ist eine große Lüge.

    Denn dazu gibt’s ja noch die ganze heiligen Schutzpatrone für alle nur erdenklichen Eventualitäten.

    In Wahrheit also hat auch das Christentum nicht nur einen Gott sondern dazu noch viele Untergötter und der Gottvater ist nix weiter als der Zeus der Christen.

  2. „Credo in unum deum“ – so lautet ja das Glaubensbekenntnis. Aber du hast natürlich Recht, dass auch das Christentum dem menschlichen Bedürfnis, sich an mehrere göttliche Wesen zu wenden, weit entgegenkam. In diesen Zusammenhang würde ich auch die Marienverehrung einsortieren, deren mystische Frömmigkeit nur die eine Seite der Medaille repräsentiert, die auf der anderen Seite durch Frauenverachtung und Hexenverbrennungen komplettiert wird. Aber ich will nicht abschweifen – auch in die säkularen Zeiten haben sich religiöse Motive hinübergerettet und bestimmen aus dem kollektiven Unterbewußtsein heraus unser Verständnis vieler „moderner“ Errungenschaften wie etwa unseres Verständnisses vom Staat. LG, WilderKaiser

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