Beiträge vom 12. August 2007

Bilder des Tages

Sonntag, 12. August 2007 21:32

Eiserner Steg St. Oswald

Thema: Visuelles | Kommentare (4)
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Seehofer ahoi!

Sonntag, 12. August 2007 11:07

“Ehefrau oder Geliebte – wer gewinnt? Der Fall Seehofer und warum sich Männer so schwer entscheiden können”, titelt die aktuelle Ausgabe des Stern. Dabei ist es doch nicht so sehr die männliche Entscheidungsunfähigkeit in amourösen Dingen als vielmehr die politische Komponente, die an der medialen Demontage dieses Politikers ins Auge sticht. Ausgerechnet Seehofer, der die Parteioberen und allen voran Edmund Stoiber immer wieder mit populistischen Statements zur Weißglut trieb und sich im Streit um den Gesundheitskompromiss in der Union selbst aus dem Rennen nahm, steckte seit den Enthüllungen aus seinem Privatleben in einem Dilemma fest, das ihn das Amt des Parteivorsitzenden der CSU kosten könnte. Die ursprüngliche Taktik, das Problem einfach bis zum Parteitag im Herbst auszusitzen, konnte er hauptsächlich wegen des Drucks aufgrund seiner Kandidatur nicht mehr weiter verfolgen. Mehrere Male wurde er von seinen Parteifreunden aufgefordert, “für Klarheit zu sorgen”. Doch wie auch immer seine Entscheidung ausfallen würde, er hätte nicht verhindern können, dass die im Stich gelassene Frau über die Medien ihre Sicht der Beziehung schildert. So ist es denn schließlich auch gekommen: die “Bunte” ließ es sich nicht nehmen, daraus eine Titelstory zu fabrizieren, was man getrost als erwartbaren Normalfall abhaken kann. Auch Plan B dürfte gescheitert sein – nämlich der Versuch, durch die Entscheidung für die Ehefrau und die Kinder verlorengegangenes Terrain im konservativen Lager innerhalb der CSU wiederzugewinnen. Seehofers Chancen stehen schlecht. Eine indirekte Bestätigung dafür dürfte die Tatsache sein, dass man angesichts der drohenden Niederlage Seehofers schon sondiert, wie er denn zukünftig in die Partei einbezogen werden könnte. Der unstete, irrlichternde Seehofer und der staatstragende Überbau der CSU bleiben sich fremd; nach dem nicht ganz freiwlligen Abgang des Königs sehnt man sich nach Stabilität. An Seehofers Beispiel ließe sich illustrieren, wie Überzeugungen im politischen Getriebe langsam zu faulen Kompromissen zerrieben werden. Als Odysseus strandet er zwar immer auf den Sandbänken der Macht, kommt aber nie an, auch und vor allem nicht in seiner eigenen Partei.

Thema: Mediales, Zeitkritik | Kommentare (2)
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Ein einfacher Plot

Sonntag, 12. August 2007 0:46

Ich beschäftige mich heute bereits den ganzen Tag über gedanklich mit einem Plot für eine Geschichte, der in Grundzügen etwa so aussehen könnte: ein naiver, junger Student erliegt dem dämonischen Charisma eines Kommilitonen, der zusammen mit anderen Mitstudenten, die ihm verfallen sind, in einer Art Wohngemeinschaft lebt. Nach anfänglich recht harmlosen Prüfungen wird er in die Gemeinschaft aufgenommen, muss aber dafür alle Brücken zu seiner Vergangenheit abbrechen. Im Rausch der ersten Euphorie stellt er jeden Kontakt zu seinen alten Freunden und zu seiner Familie ein und begründet dies mit der fast schon ideologisch geprägten Verachtung alles Konventionellen, Weltlichen und Materiellen. Er passt sich an, soweit es möglich ist, und wird so lange gedemütigt, bis er jedes Selbstwertgefühl verloren hat und nur noch Befehle ausführt, die ihm sein Kommilitone diktiert. Unglücklicherweise verliebt er sich in dessen Freundin und denkt schließlich darüber nach, entweder ihn oder sich selbst umzubringen. Er besorgt sich zwar eine Waffe, verliert aber den geplanten Mord wieder aus den Augen. Zudem gerät er psychisch immer weiter unter Druck und ist einem Nervenzusammenbruch nahe. Nachdem er sein gesamtes Geld auf seinen Kommilitonen überschrieben und außerdem mehrere Lebensversicherungen zu seinen Gunsten abgeschlossen hat, wird er eines Tages tot im Park aufgefunden. Ein Schuss in den Kopf beendete sein Leben, aber es bleibt in der Schwebe, ob es Mord oder Selbstmord war. – Der Plot sollte mit der Entdeckung der Leiche im Park beginnen. Ich glaube, es wäre für den Charakter des Plots äußerst wichtig, dass er nicht in das Schema der üblichen, reißerischen “Skulls & Bones” – Stories abrutscht, die sich im Umfeld der amerikanischen Colleges bewegen. Sehr gut herausstellen könnte man die Anonymität der Massenuni, das klaustrophobische Element der Wohngemeinschaft und das psychische Pendeln zwischen Euphorie und Depression. Die Erzählung sollte bis zum Ende ein zügiges Tempo beibehalten und kriminalistische Elemente beinhalten, aber die klassische Frage nach dem Täter offen lassen, um den besten Effekt zu erzielen. Der eigentliche Träger der Handlung wären die Dialoge.

Thema: Die blaue Blume | Kommentare (3)
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