Brainstorming

  • Früher hatte ich mehr Zeit.
  • Im Rahmen der Aktion „Ehrlich währt am längsten“ teilte ich einer Kollegin heute mit, dass ich zu Opern keinen rechten Bezug hätte. Zur Strafe durfte ich heute 3 Stunden lang „Turandot“ aus dem Nebenzimmer lauschen. Das IST Mobbing, du!
  • Wenn man aus einem popeligen Verein austritt, sieht einem keiner der Vereinsmitglieder mehr in die Augen. Jaja, ihr mich auch.
  • Nach 17.00 Uhr trifft man die nettesten Menschen.
  • Mein ungewolltes Engagement als Technik- und EDV-Referent ist der Blödheit meines Vorgängers zu verdanken.
  • Gebügelte Streifenhemden schinden mehr Eindruck als ungebügelte.
  • Die größten Erfolge erziele ich in meiner Freizeit. Ergo benötige ich eindeutig mehr davon. (Äh, von beidem.)
  • Ich wichtle gern und viel. Herum. (Jeder hat seine Schwächen.)

27 Gedanken zu „Brainstorming

  1. @Don: Nein, ich mach mich auch unterjährig wichtig. (Wobei es das nicht ganz trifft. Herumwichteln ist für mich eine Mischform aus Nervosität, Gschaftlhuberei und Inkompetenz. Oder so.) LG, WilderKaiser

  2. @Zucker: Nein, nicht der Gesangsverein. Ach herrje – der übt jetzt ohne mich weiter. Es war aber kein schlimmer Verlust, vermute ich mal. Nein, es war ver.di und die katholische Kirche. Ein grandioser Doppelschlag. LG, WilderKaiser

  3. Na dann wundert es mich kaum. Du hättest den Brief vom Pfarrer lesen sollen, den ich bekam, als ich aus der evangelischen Kirche ausgetreten bin. Der hat mir dann allerdings nur bestätigt, dass meine Entscheidung richtig war. In einem Verein, der mich bevormundet und mit dem Zeigefinger droht, möchte ich nicht sein.

  4. Gewerkschaften sind ja eh nicht mehr auszuhalten, aber was jetzt gegen die katholische Kirche zu sagen ist, weiß ich echt nicht. Benedikt ist geradezu in HÖCHSTFORM – und ja, restriktive Scheiße habe ich, nickt zu zucker rüber, nun eher bei den Evangelischen erfahren dürfen. Am Ende geben die sich natürlich nichts, aber alles besser als diese Bonzen von den Gewerkschaften. 🙂

  5. @Elsa: Ja, aber es gibt NICHT NUR Benedetto in der katholischen Kirche. Sondern auch Bischöfe wie Gerhard Ludwig Müller. Der ist sich nicht zu blöd, Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Priester, der als pädophil bekannt war und dem trotzdem vom Ordinariat nach seiner Haft eine Pfarrei anvertraut wurde – natürlich mit dem zu erwartenden Resultat: er wurde wieder straffällig – als Schmutzkampagne gegen seine eigene Person von Seiten des Vereins „Wir sind Kirche“ zu bewerten. Da kommt für die Opfer nichts außer: „Ich bete für Sie.“ Aha. Ich denke, ich kann ganz neutral sagen, dass hier etwas grundsätzlich schief läuft. Und ob in diesem Oberstübchen sich noch alles richtig zusammenfügt, bin ich mir auch nicht mehr ganz sicher. LG, WilderKaiser

  6. Die Wir sind Kirche Typen wirken ja immer erstmal recht krustensprengend und antiautorität, ich weiß nicht. Generell denke ich, dass man vielleicht von INSIDE her mehr bewegen könnte, als auszutreten, aber ich maße mir natürlich kein Urteil an, ich bin 97 aus der evangelischen Kirche ausgetreten und finde zum Beispiel was da propagiert wird extrem daneben. Jeder hat ja seine eigene Entwicklungslinie und – historie. Dennoch tut es mir leid.
    Ich trete in Kürze nämlich ein. Und zwar aus Überzeugung.

  7. aber zur erläuterung nur, nachdem ich 25 jahre lang das pech hatte, einen völligen danebenen evangelischen seelsorger zu haben, überzeugte mich neulich jemand sehr vom anderen lager, der einen selbstmörder zu beerdigen hatte. also es steht und fällt mit den personen und den menschen.das ist beklagenswert, wenn man an jemanden nichtswürdigen kommt, aber ganz großartig, wenn man an den richtigen kommt. und wie jemand meinte, der dieser entwicklung von mir sehr missbilligend gegenübersteht: naja, du kannst ja auch mal glück haben … 🙂

  8. @Elsa: Ich bin ja nun ungefragt in die evangelische Klicke hineingeboren worden und so sehr gestört hat es mich nicht. Einiges, zumindest in meiner Kindheit, fand ich an der Kirche auch ganz nett. Ich habe zwar gesehen, dass Pfarrer auch nur mit Wasser kochen, bzw. Wasser predigen und Wein trinken, aber gut, das ist menschlich. Und in der katholischen nicht anders. Allerdings finde ich das, was in der katholischen propagiert wird noch um einiges schlimmer, zumindest was die Bevormundung betrifft. Ich möchte schon gerne selbst entscheiden, wann ich wie und womit verhüte, ohne dass ich dafür eine Erlaubnis und den Segen des Papstes brauche oder mich emotional manipulieren und Schuldgefühle machen lasse. Für mich wäre daher der Eintritt in die katholische sozusagen vom Regen in die Traufe zu kommen. No way. ;o)

  9. Derjenige, liebe Elsa, wäre vermutlich auch ohne die Organisation Kirche ein guter Mensch und Seelsorger.

    Gute Menschen können auch ohne die Kirche und ihr heuchlerischen Moralapostel Gutes tun. Und das gute Beispiel, dass sie schlechten Menschen sein sollte, gibt sie leider nicht ab. Wofür also willst Du wieder eintreten in den Verein?

  10. also a) gibt es nicht DIE kirche und IHRe heuchlerischen moralapostel, sondern es gibt ganz viel dazwischen, lieber don, hier und da wie dort, worauf wir uns einigen könnten.
    b) ist mein eintritt in die katholische kirche kein wiedereintritt, sondern eine entwicklung. die eigentlich schon in meiner kindheit anfing.
    c) hatte ich sehr wohl auch eine emma phase und eine “ was soll dieser bullshit vom papst eigentlich da dauernd“-phase
    d) nein, der wäre nicht ohne kirche oder organisation guter mensch, weil er dann bestimmte richtlinien für sich nicht als gut befunden hätte.
    e) man tut das individuell. weil es für gruppen und massen kein heil gibt. man entscheidet sich einfach frei, weil einem etwas überzeugt. manchmal ist das nur ein einziger mensch. wie jesus christus zum beispiel war
    f) nein, ich kann nicht hundertpro sagen, ich sei überzeugt von allem was in der bibel steht, aber
    g) ich habe festgestellt, es könnte mir vielleicht helfen.
    h9) dazu muss man nicht katholisch oder evangelisch werden, ich denke schon auch, dass es genügt, an das gute zu glauben
    i) du bist mit deiner kirchenkritik retro. wenn du anschaust, was heutzutage propagiert wird und wie benedikt („Gottes Antwort auf die 68er“) sich in puncto frieden in nahost engagiert, wie katholische orden oder auch laien sich in der dritten welt engagieren, dann gibt es da ziemlich viel gutes wahrzunehmen. man muss das allerdings wollen, und aufhören, auf die zeit vor 500 jahren zu starren. luther war schon genial und er hatte schon recht. damals. aber heute ist heute.
    und seelsorger ohne kirche gibt es nun mal nicht. es gibt nur zweifelhafte psychoonkel, die sich brav deinen schmonz anhören und dafür 250 euro die stunde kassieren. naja, oder 300.
    also ich meine, kirchenbashing, ja ist gut, das ist man von dir gewohnt, das ist mir auch egal, aber wirklich erstklassige seelsorger abqualifizieren, damit bin ich nicht einverstanden. und nein, ich bin nicht gehirngewaschen. man kann sich der kirche, egal welcher, durchaus annähern, ohne völlig verblödet zu sein. sollte dir auch zu denken geben. #

  11. @zucker: warum solltest du nach den richtlinien des papstes verhüten? und wieso ist das alles so ganz schrecklich, wenn es vom papst kommt? ich habe lange die pille genommen, die pille ist bullshit, pharmaindustrielobbymäßige manipulation, das alles ist aber völlig in ordnung, wenn ich das als wICCA – aspirantin, esoterikern oder neue heidin oder frauenrechtlerin von mir gebe und auf mein recht auf körperliche unversehrtheit poche. wenn ich dagegen sage, ich bin dieser meinung, weil ich katholisch bin, ist es plötzlich unmöglich und autoritätenhörig. aber das war ja nicht unser thema.

  12. @Elsa: Also es geht mir hier eigentlich nicht um das Thema Verhütung, ich hätte auch jedes andere stattdessen nehmen können, sondern es geht mir ums Prinzip. Und das Prinzip ist, dass die Kirchen, und zwar beide, ihre Mitglieder gerne als unmündige Kinder behandeln, die katholische allerdings noch viel mehr als die evangelische, da sie sich bis in das Intimleben ihrer Mitglieder einmischt und ihnen damit die Befähigung abspricht, selbst moralische Entscheidungen zu treffen. Nun gibt es sicher eine Menge Gläubige, für die das genau das richtige ist. Manche brauche ja jemanden, der ihnen sagt, was richtig und was falsch ist und die sowas dankbar annehmen. Aber bitte sehr – ich nicht.
    Ich denke eh, dass man keine klare Grenze zwischen richtig und falsch ziehen kann und jede Entscheidung sollte letztendlich aus dem eigenen Verständnis und Gefühl entstehen, denn gerade wenn sie vorgegeben ist, richtet das mehr Schaden an, da das eine für jemanden richtig und für den anderen falsch sein kann.
    Ich persönlich treffe lieber meine eigenen Entscheidungen, auch auf die Gefahr hin, dass sie falsch sein mögen, aber wenigstens reife ich daran.
    Und das ist auch der Grund, warum es etwas völlig anderes ist, wenn eine Frau für sich entscheidet, dass sie es mit der Verhütung natürlich halten will, sei sie nun Heidin, Frauenrechtlerin oder sonstwas, denn es gibt niemanden, der ihnen das vorschreibt, im Gegensatz zur katholischen Kirche. Und das erste und einzige Gebot der Hexen lautet ja – tu was du willst, aber schade niemandem. Es wird also davon ausgegangen, dass eine eigene Unterscheidungsfähigkeit vorhanden ist.

    Und nochmal zur Verhütung, obwohl das nicht Thema sein sollte:

    Ich nehme die Pille, allerdings nicht zur Verhütung, sondern auf medizinische Indikation. Sie ist bislang das einzige, was mir ermöglicht, ein lebenswertes Leben zu führen, so wie ich es vorher nie hatte. Ich nehme sie nicht gerne, da ich ebenfalls der Meinung bin, dass man solches Zeug besser weglassen sollte, wenn man es nicht braucht. Ich mußte allerdings eine Entscheidung treffen zwischen meinen Skrupeln vor künstlichen Hormonen und einer sofortigen spürbar besseren Lebensqualität, die mich erstmals das Leben genießen und freier auf andere Menschen zugehen läßt. Dem Papst zufolge töte ich damit potentielles ungeborenes Leben, aber zu meinem großen Glück, geht es mir am A. vorbei, was der Papst dazu zu sagen hat. Es ist mein Körper, ich lebe darin und ich will mich darin auch wohlfühlen.
    Im übrigen finde ich dieses ganze Gequatsche von getötetem potentiellem Leben ziemlich heuchlerisch, wenn dieses Leben, wäre es geboren worden, dann wieder von Aids dahingerafft wird, da die Kirche ja auch von Kondomen nichts hält. DAS interessiert die Kirche aber dann nicht, denn das ist ja die Strafe Gottes für ein kurzes und unreines Leben.

    Wie gesagt, jeder soll tun und lassen, was er will, aber ich und katholische Kirche – no way.

  13. Ich kann nur sagen, dass ich die Regeln und Verbote der katholischen Kirche mit der Muttermilch eingesogen habe und mich der Rhythmus des Kirchenjahres und vieler anderer Riten mindestens 15 Jahre meines Lebens sehr eng begleitet hat. Ich kenne Innenansichten der Kirchen, Priester, die mit ihrem Beruf hadern, Fratres, die ihre lebenslange Rebellion gegen das Zwangssystem unter einem Schild von Überkorrektheit verbergen und darüber ihre Gesundheit ruinieren, die Ausbeutung von kirchlichen Mitarbeitern „für Gottes Lohn“, Selbstmorde aus Verzweiflung über die Starrheit und Unbeweglichkeit der kirchlichen Standpunkte, Innenansichten, die mich zunächst am System „Kirche“ zweifeln ließen und mich in der Folge immer weiter von ihm entfremdeten. Was immer ich an Leid sah, kann ich nur unter dem Begriff „psychische Vergewaltigung“ zusammenfassen, die ganz und gar nicht das sein konnte, was Jesus mit seinem Leben und Wirken beabsichtigt hatte. Und was ich nie begriffen hatte, war der himmelschreiende Unterschied zwischen der Liebe, die gepredigt wurde, und der Kälte der Macht, die sehr oft innerhalb der Kirche anzutreffen war. Der nächste logische, bewusste Schritt war eigentlich der Austritt – gegen alle Bindungen aus der Vergangenheit, gegen alles, was ich früher an der Kirche noch Gutes entdecken konnte. Und es ist nicht so, dass dieser Schritt für mich völlig folgenlos ist – ich werde wohl nie wieder an einem konfessionellen Krankenhaus arbeiten können, und das sind in Deutschland doch nicht gerade wenige.

  14. Ich sehe diese eure Punkte und die persönlichen Schwierigkeiten natürlich und erkenne sie natürlich auch an, wie könnte ich sie auch abstreiten und wegdiskutieren wollen?
    Ich habe auch niemandem empfohlen, katholisch werden zu wollen/zu müssen, das würde ich auch nie tun. Für mich stand die Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche ganz am Beginn meiner politischen Sozialisation, dann kam ein ganz spezieller, eben mein eigener Lebensweg mit tausenderlei Faktoren, und Krisen, und allerlei spirituellen Erfahrungen in jeder Richtung. Und dann schlugen diese Erfahrungen eben einen Bogen zu etwas, was mich schon als Kind fasziniert hat. Vor allem auch über meinen Umzug nach Italien und der dortigen Selbstverständlichkeit, das Leben zu genießen. Und der italienische Katholizismus ist ganz unterschiedlich zum restrikten Deutschen. Und dann eben bis hin zu einer Überzeugung. Die ich auch manchmal weniger gut, manchmal besser, vertreten kann. Aber nichts liegt mir ferner, als jemandem vom Katholizismus zu überzeugen. Jeder soll das machen, was für ihn passend ist und ihn/sie erfüllt. Ich wollte hier auch nicht Wilden Kaiser von seinem Austritt abbringen.
    Das sind alles Dinge, die man kann vielleicht mal face to face sich im Laufe eines Jahres oder so erdiskutieren und sich drüber austauschen und so weiter, im Internet geht das sowieso nicht. Ich bin auf jeden Fall niemand, der sich das leicht gemacht hat, ich war mal strikte Emmaleserin, ich war mal neuheidnisch unterwegs, ich habe mich viel mit Buddhismus und Hinduismus beschäftigt, mit allen Religionen, schon immer, also ich lasse jede Kritik an der katholischen Kirche durchaus gelten, aber nicht eine an mir runter, die mir unterstellt, ich sei vielleicht ein bisschen doof oder nicht kritisch genug, nur weil ich diesen Schritt nun tue. Ich stehe auch nicht völlig alleine damit auf dieser Welt, eines meiner großen Vorbilder ist Edith Stein. Oder so jemand herzerfrischend polemisches und intelligentes wie Chesterton, auch wenn ich dem natürlich nicht das Wasser reiche …
    Naja, jedenfalls danke für den sachlichen Austausch.

  15. Aber ja, Elsa, du hast recht – man müßte sich mal einen Abend oder immer wieder mal zusammensetzen, alles auseinandernehmen und wieder zusammensetzen, in einer ruhigen, gelösten Atmosphäre, ohne Vorurteile, ohne den Wunsch, den anderen von seinem Standpunkt überzeugen zu wollen. Ja, man müßte mal…tut aber dann doch nicht. Seltsam. Ich habe es jedenfalls nicht so empfunden, als wolltest du mich von meinem Austritt abbringen. Und natürlich ist Edith Stein ein leuchtendes Vorbild, das ist doch gar keine Frage. LG, WilderKaiser

  16. Ich denke, der springende Punkt in der unterschiedlichen Wahrnehmung ist einfach, dass du katholisch sozialisiert wurdest, und reichlich negativ aufgeladen mit dem, was du da erleben musstest, und ich so frei flottierend unterwegs war. Ich habe überhaupt keine christliche Erziehung genossen, im Gegenteil. Das, was du bei den Katholiken beklagst, hatte ich bei einem evangelischen Pfarrer zur Genüge – das Restriktive und Repressive, danach ging bei mir in Richtung christlicher Konfession ganz lange gar nix mehr. Es freut mich, dass du mein Statement nicht als „gegenrede“ aufgefasst hast, so war es nämlich auch nicht gemeint.Es tut mir leid, was da bei euch in Regensburg läuft und es ist natürlich eklig. Ich habe halt im Moment ganz andere Erfahrungen zu staten, die ich aber wirklich nicht um Himmels Willen allgemein aufgefasst haben wollte. allerdings ist auch Regensburg nicht überall 🙂

  17. Nein, Regensburg ist nicht überall. Gott sei Dank. Und ich finde, man sollte nicht immer alles für alles zum Anlass nehmen, sondern immer genau hinsehen und persönliche Erfahrungen gelten lassen, egal, worum es geht. Auch und gerade weil es mühevoll ist und einen dazu bringt, seine eigene Meinung zu hinterfragen. Es wäre wirklich interessant, über unsere persönliche Einstellung zur Religion zu diskutieren. Zumindest glaube ich das.

  18. Leider, liebe Elsa, komme ich erst jetzt dazu, Dir zu antworten. Tue es aber trotzdem – auch wenn Ihr hier ja mittlerweile schon diverse Schritte weiter seid.

    Natürlich gibt es viel dazwischen und natürlich gibt es Heuchler überall und in allen Gruppierungen unserer Welt. Ich würde allerdings von einer Organisation, die als Vertreterin der ‚Religion des barmherzigen Gottes‘ wahrgenommen werden will erwarten, dass sie sich zumindest bemüht, diese Heuchler aus ihren Reihen zu entfernen. Davon kann aber leider keine Rede sein, oder?
    Niemals würde ich darauf kommen, Dir Dein Recht auf den Eintritt/Wiedereintritt in jedwede Organisation abzusprechen. Wundern werd‘ ich mich allerdings trotzdem.

    Ganz entschieden hingegen bestreite ich, dass ein guter Mensch ohne die Kirche ein schlechterer wäre. Es gab auch vor dem Christentum schon Moral und Ethik – das ist keinesfalls eine Erfindung der christlichen oder überhaupt irgendeiner Kirche/Religion. Die Basis für die Moral und Ethik der westlichen Welt haben doch viel mehr die griechischen und römischen Denker und Philosophen gelegt. Und deren Götter waren in den Bereichen Ethik und Moral ja wohl alles anedre als Vorbilder. Genau das ist eines dieser Märchen, die mich so nerven: Dass wir alle ohne die Kirche keine Moral und Ethik hätten. Mir ist völlig unverständlich, worauf die Kirche diese Behauptung gründet.

    Ich bin mit meiner Kirchenkritik retro? Wenn ich mich recht entsinne, hat Ratzinger erst vergangenes Jahr in Österreich so einiges dafür getan, den Konflikt zwischen Moslems und Christen ordentlich anzuheizen. Und daran, dass sich die katholische Kirche aus der Schwangerschaftsberatung zurückgezogen hat, war er meines Wissens auch nicht ganz unschuldig.
    Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass er den Afrikanern und Südamerikanern geraten hätte, sie sollten verhüten, damit nicht so viele von vorn herein zu Elend und frühem Tod verurteilte Menschen geboren werden. Abgesehen davon hat die Kirche immer nur tolle Sachen propagiert. Aber: An ihrem Handeln sollt Ihr sie erkennen. Und das spricht halt leider eine andere Sprache

    Das hat auch nichts mit den Menschen zu tun, die sich selbstlos in allen Teilen der Welt engagieren, um Not und leid zu lindern. Ich habe ja nie behauptet, dass es in der Kirche keine guten Menschen gibt. Ein Großteil von denen allerdings würde sich auch ohne Mitgliedschaft in der Kirche engagieren. Behaupte ich. Einfach, weil es gute Menschen sind. Es gibt übrigens auch heute diverse Menschen, die das ohne Mitgliedschaft in der Kirche tun.

    Seelsorger ohne Kirche gibt es nicht?
    Natürlich gibt es die. Jeder, der einem Freund, Bekannten in der Not zuhört und ihm Trost spendet ist ein Seelsorger.
    Auch der Barkeeper, der sich den Kummer seiner Gäste anhört, ist ein Seelsorger. Seelsorger gibt es in jedem Dorf, jeder Stadt, jedem Land dieser Welt. Ganz ohne Kirche.

    Und wenn es um die Kohle geht: Da sind selbst die Psychologen – von denen viele sicherlich genau wie viele der Kirchenvertreter – ziemlichen Unfug verzapfen, noch echte Billigheimer wenn man bedenkt, was die Kirche ihren Gläubigen jährlich über Kirchensteuer, Klingelbeutel und was weiß ich noch abluchst.

    Und willst Du ernsthaft behaupten, sie würde uns nicht immer noch den Zehnt abköpfen, wenn sie irgendeine Möglichkeit sehen würde, das zu tun.

    Chacun a son gout, liebe Elsa – aber bitte versuche nicht, uns/mir weiszumachen, dieser mörderische, alles verschlingende Moloch habe sich plötzlich in das barmherzige Lamm verwandelt, von dem er so gern predigt, um uns zu verführen.

    Wie ich an anderer Stelle schon einmal geschrieben habe: Wenn ich dem christlichen Glauben anhängen würde, dann würde ich zu dem Schluss kommen, dass spätestens nach dem Tod der Jünger von Jesus Christus Satan, der Meisterlügner, sich diese Organisation unter den Nagel gerissen hat. Denn nur ihm kann es gefallen haben und noch heute gefallen, die Welt immer wieder in neues Elend zu stürzen und somit weitere Seelen in die Hölle zu locken. Und an all diesem Elend hatten in den vergangenen 2000 Jahren und haben noch heute die christlichen Kirchen jeglicher Herkunft ein gerüttelt Maß an Mitschuld.

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