7 Gedanken zu „Der Dalai Lama – ein gewaltbereiter Rassist?

  1. So ganz falsch sind die Ansätze des Artikels gar nicht. Fakt ist schon, das Tibet ein rückständiges feudal regiertes Gottkönigtum war, als die Chinesen einmarschiert sind. Der jeweilige Dalai Lama und die Clique um ihn herum haben absolut regiert und mit Demokratie war in Tibet nicht viel los. Der Artikel scheint aber zu ignorieren, dass im Exil Reformen in der Regierungsform durchgeführt wurden, die das absolute Königtum in eines nach europäischem Muster umwandelt. Aber das passt nicht ins Bild der Jungen Welt.

  2. Nein, mir ist auch klar, welche Tendenz der Artikel hat, aber ich war wohl bis jetzt ziemlich naiv. Ich dachte mir immer, der einzige, dem es überhaupt in den Sinn käme, eine solche Polemik gegen den Dalai Lama zu verfassen, müßte zumindest aus China kommen.

  3. Ich würde es mir nicht anmaßen, ein Urteil über den Dalai Lama abzugeben, da ich nicht genügend über ihn weiß, traue aber der Nobelpreis-Jury durchaus zu, dass sie in der Lage ist, das zu tun.

    Und, @Thomas: Ein wirklich wohlmeinender absoluter Herrscher kann durchaus eine Wohltat für sein Volk sein.

    Wohingegen auch demokratisch gewählte Präsidenten wie Herr Ahmadinedschat durchaus Angst und Schrecken verbreiten können.Die Frage ist weniger. wie und warum jemand an die Macht gekommen ist sondern viel mehr, wie er damit umgeht.

    Ein absoluter Herrscher kann ja – wenn er das will – sein Volk durchaus in Freiheit leben lassen.

  4. naja, dann ist er halt ein gottkönig. es ist ja nicht so, dass das eine völlig neue tatsache wäre.
    und es ist natürlich auch einfacher, den splitter im auge tibets zu sezieren als den balken aus dem zyklopenmoloch china zu ziehen. was da läuft, ist ja jenseits jeglicher polemik, weil einem schlicht nichts mehr zu dieser menschen- und umweltverachtung einfällt.

  5. ..die bewertung der person des lama ist sicherlich haushoch übertrieben….aber: ich habe nahe einsicht in die arbeit von hilfsaktionen im tibet. den westen tibets muessen wir politisch ausklammern, weil kein mensch diese gebiete betritt. hier leben kämpferische tibetaner, die niemanden, nicht mal die chinesen, im lande dulden und vor keinem mord zurückschrecken. aus diesem gebiet gibt es wenig information. das ost-tibet ist fest in chinesischer verwaltung, die allerdings geschickterweise eine tibetisch-besetzte administration eingesetzt hat. die fakten des artikels treffen weitgehend zu.
    meine cousine ( vorsitzende des http://www.dagyab.de/ ) berichtet in ihren hilfsaktionen für tibet von massiver widerständen der tibeter, z.b. beim aufbau von schulen und krankenhäusern, waehrend die übergeordneten (chinesischen) unterstützend tätig sind. genaugenommen wird also die arbeit der organisation von der tibetanischen beamtenkaste behindert. gottseidank haben die chinesen das letzte wort dort. das also ist die erfahrung der helfer vor ort.
    der lama als person ist sehr weltlich orientiert und betreitet seine inofficielle zeit sehr wohl im business-dress. ich habe ihn hier in frankfurt vor ca. 20 jahren während eines büffets in den vorstandsetagen der damaligen hoechst-ag kennengelernt, für die er als repräsentant weltweit tätig war. um buddas lohn wirds wohl nicht gewesen sein.
    aber nun ist der mann alt und ver-albert zusehens. da er keinerlei aussagen mehr trifft, ausser die unverwüstliche freundschaft zum westen zu erwähnen, ist er zum papiertiger geworden und so ein friedensnobelpreis ist das ergebniss der gewaltlosigkeit und die predigt der ewigen liebe unter den menschen. jedenfall wäre der tag schrecklich , an dem tibet chinesenfrei würde…..

  6. ja, gott seis gelobt, haben die chinesen das sagen, können also ihre eigenen leute zu tausenden wegen eines bullshit-staudamms töten oder wenigstens vertreiben, können autobahnen um den kailash herumbauen und überhaupt endlich mal ein bisschen wirtschaftlichen pragmatismus in all diese rückständigen ecken reinbringen, auch wenn natur und mensch deshalb schreiend krepieren – who cares. was ein glück, dass wir die chinesen haben mit all ihrer fortschrittlichkeit und diesem schieren willen zur NICHT-GEWALTLOSIGKEIT.

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