WordPress 2.3: ein oberflächliches Resumee

WordPress upzudaten ist ja immer wieder eine spannende Angelegenheit, und ich hechelte den kurz hintereinander erscheinenden Sicherheitsupdates 2.2.2 und 2.2.3 hinterher, um die entdeckten Lücken im System wieder zu schließen. Dank eines Updatepakets stellte das auch kein größeres Problem dar. Nun aber 2.3 – kein Sicherheitsupdate, kein Paket, neue Datenbanktabellen. Würde sich der Aufwand überhaupt lohnen? Ich blieb skeptisch.

Nach langem Zögern habe ich mich nun endlich dazu entschlossen, auf die Version 2.3 upzudaten, die bereits vor ihrer Veröffentlichung für einige Diskussionen gesorgt hatte. Einer der Kritikpunkte war die Tatsache, dass WordPress den Nutzer nun auch bei Plugin-Updates informiert, dafür jedoch den WordPress-Server kontaktiert und Daten übermittelt – laut Matt Mullenweg, dem WordPress-Chefentwickler, aber lediglich nur die Versionsnummer und eine Liste der Plugins. Um dieses Verhalten abzustellen, bedürfe es jedoch eines weiteren Plugins, das frei im Netz erhältlich sei, so Mullenweg. Kritik fing sich aber vor allem WordPress Deutschland ein, die die erste DE-Version mit dem Plugin eines Werbepartners auslieferten. Nach einigen Protesten aus der Community ist dieses Plugin mittlerweile wieder aus der DE-Version entfernt worden.

Endlich, endlich sollte nun auch Tagging fest im WordPress-Core verankert sein. Was zunächst wie eine positive Überraschung klang, fiel unter Echtzeitbedingungen glatt durch. Es gibt nur extrem beschränkte Möglichkeiten, Tags zu editieren oder das Erscheinungsbild der Tag-Wolke zu variieren; im Grunde ist es ein Gefummel an unzureichenden Parametern der PHP-Funktion. Wer bisher Simple Tagging oder Ultimate Tag Warrior gewohnt war, wird sich bitter enttäuscht sehen. Immerhin bietet WordPress eine Importfunktion für die Tagübernahme aus den alten, unter der neuen Version derzeit nicht mehr funktionierenden Tag-Plugins. Es bleibt zu hoffen, dass WordPress in einem der nächsten Updates die gewohnten Funktionen nachreicht. Bis dahin kann ich jedem, dem der Umweg über MyPHP etwas zu weit erscheint, nur dieses Plugin oder dieses Plugin zur Bearbeitung von Tags empfehlen.

Fazit: Bis auf leichte Verbesserungen (u.a. beim Editor) bietet die Version 2.3 keine herausragenden Features an, die als schlagende Argumente für ein Update gelten könnten. Da aber noch nicht feststeht, ob und gegebenenfalls wie lange WordPress für die alten 2.2.x-Versionen noch Sicherheitsupdates anbieten wird – derzeit wird nur noch 2.0.x und eben die aktuellste Version supportet – blieb mir nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen. Und wenn man sich nicht wie ich aus seinem Blog aussperren will, sollte man beim Updaten folgende Schritte beachten: 1. Komplettes Backup des Blogs, 2. Plugins deaktivieren, 3. Default-Theme aktivieren, 4. Los geht´s!

Habe ich noch etwas vergessen? Achja, ich brauchte für das Update ungefähr zwei Stunden…

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