Beiträge vom Oktober 2007

Bilder des Tages

Dienstag, 16. Oktober 2007 20:24

Schleusenturm FernöstlichesHandZirkus Krone

Thema: Visuelles | Kommentare (0)
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Komm in den totgesagten Park

Sonntag, 14. Oktober 2007 23:58

Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.
Dort nimm das tiefe gelb – das weiche grau
Von birken und von buchs – der wind ist lau
Die späten rosen welkten noch nicht ganz
Erlese küsse sie und flicht den kranz
Vergiss auch die letzen astern nicht
Den purpur um die ranken wilder reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

Stefan George

Thema: Anders gesagt | Kommentare (4)
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Im Gleichschritt

Donnerstag, 11. Oktober 2007 16:37

Ich glaube, dass es ein Beispiel wahren Mutes ist, auf das Mutterkreuz als Mutter mehrerer Kinder zu spucken und es vor den versammelten NS-Funktionären in den Dreck zu werfen, wie es mir ein Augenzeuge geschildert hat. Alles andere ist Heiti-teiti, tut mir leid.

Thema: Mediales, Zwischenrufe | Kommentare (10)
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Klick-Klick!

Donnerstag, 11. Oktober 2007 10:24

Ich laufe mit drei seltsamen Begleitern durch eine Comicwelt oder eine Zwischenebene der Realität, die wir schnellstens verlassen müssen. Dabei gelangen wir zu einer Mauer, an die eine mit schwarz-weiß gefleckte Straße angrenzt. Die schwarzen Schatten auf der Straße sind sehr exakt gezeichnet; je genauer ich hinsehe, um so deutlicher treten ihre scharfen Ränder hervor. Wir müssen uns vorsehen, auf dieser Straße nicht entdeckt zu werden. Da meine Begleiter ebenfalls Comicfiguren sind, gleiten sie lautlos durch die Nacht, während ich so laut bin, dass ich eine böse Figur, den “roten Baron”, zum Leben erwecke. Ich höre den “roten Baron” bereits durch eine Hecke knurren, als ich die Straße entlang gehe. Er ist nur eine farblose Gestalt, die ich dennoch deutlich als Wassersäule vor mir sehe. Als er sich mir in den Weg stellt, trenne ich ihm mit zwei, drei Hieben meines Säbels seine Arme ab und folge meinen Begleitern. Als ich bei ihnen ankomme, werde ich hastig darüber aufgeklärt, dass wir uns bei einem Transformationstor befinden und ich einschlafen muss, um auf eine andere Ebene zu gelangen. Mittlerweile ist uns eine ganze Meute auf den Fersen. Ich frage meinen Begleiter, den ich erst jetzt als Hund mit hellbraunem Haar identifiziere, wie das gehen soll – wenn ich einschlafen muss, gelingt es mir meistens nie. Er reibt daraufhin seine Schnauze auf meiner Brust und betätigt dabei einen Schalter, so dass ich körperlich zwar in Ohnmacht falle, aber dennoch ein Bewußtsein habe und alles Sinneseindrücke registriere. “Nun, spürst du etwas?”, fragt mich der Hund. Noch einige Male schaltet er hin und her – Klick-Klick! – um mich daran zu gewöhnen. Schließlich rutsche ich durch eine Klappe in eine Art Ofen, in dem eine flüssige Feuerwalze auf mich zurollt. Ich werde zu Asche verbrannt, kann aber nach der Prozedur wieder aufstehen und den Ofen durch eine Tür verlassen. Auf der anderen Seite sehe ich durch ein längliches Fenster, das in einer Art messingglänzenden Röhre eingelassen ist, in das Innere des Ofens. Ich bin begeistert darüber, dass die Transformation so einfach war.

Thema: Träume | Kommentare (0)
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Der Gottesbeweis (Fragment 2)

Donnerstag, 11. Oktober 2007 0:03

Der Knall. Herbst. Immer wieder erwachte er an dieser Stelle aus dem Traum. Und langsam stieg in ihm die Erinnerung daran hoch, wie er als Kind im Winter stundenlang mit seinem Vater in tief verschneiten Wäldern spazieren gegangen war. Die Sonne fiel schräg auf die vereisten Waldwege, die sie auf einer mehr als halbherzigen Pisch beschritten, nur mit Handwärmern und Ferngläsern ausgerüstet. Es schien ihm, als wolle sein Vater manchmal nur eine möglichst große Entfernung zwischen sich und ihrem Haus legen und für eine begrenzte Zeit aus dem Gefängnis der endlosen Streitereien ausbrechen. Auf einer dieser Wanderungen trug er voller Stolz das große Steiner-Fernglas, das er von seinem Vater wie eine Auszeichnung umgehängt bekommen hatte. Die Daten des optischen Systems konnte ihm sein Vater auswendig herunterbeten, wenn er ihn danach fragte und das Fernglas bewunderte. Sein Vater bewahrte es wie eine Reliquie in seinem winzigen Jagdkabinett auf, das in der Regel verschlossen war und das er nur an den Tagen betreten durfte, an denen sich sein Vater besonders großzügig zeigen wollte. Ein Hauch von Waffenöl, das sein Vater zur Reinigung seiner Schrotflinten benutzte, umwehte dessen Kleidung, als er knapp hinter ihm herging. Plötzlich rannte sein Vater vor ihm davon, und als er völlig verblüfft und unschlüssig dastand, rief sein Vater, sich halb umdrehend: “Ein Bär! Ein Bär kommt!” Es dunkelte bereits, und sein Vater verschwand im Laufschritt hinter der nächsten Wegbiegung. Er hörte zwar noch sein Lachen und seine Schritte, doch die Geräusche entfernten sich immer mehr und wurden schwächer. Unter ihm öffnete sich die Falltür zu den höllischen Flammen seiner eigenen Angst. Sein Vater würde nicht eingreifen, während er mit dem Bären rang, er hatte ja gesehen, dass er selbst Angst vor ihm hatte. Kein Tier kam, aber dafür packte ihn die Panik vor der immer dichter sich auftürmenden Dunkelheit um so heftiger. Er lief los, um seinen Vater einzuholen, stürzte vornüber und landete mit dem Gewicht seines Körpers auf dem Fernglas. Eine Ewigkeit später, in der er sein rasches Ende herbeisehnte, erblickte er über sich das lachende Gesicht seines Vaters, der sich die Tränen aus den Augen wischte: “Hattest du Angst? Aber hier gibt es doch gar keine Bären!” Als er aufstand, nahm ihm sein Vater das Fernglas ab; eine Linse war beim Fall zerbrochen. Sein Vater fluchte auf dem Heimweg ununterbrochen leise vor sich hin. Und obwohl seinem Vater klar war, dass er diesen Schaden im Grunde selbst verursacht hatte, spürte er doch die vernichtende Wut seines Vaters, die sich nicht an ihm entladen konnte, aber gerade deswegen in seiner Vorstellung alle Dimensionen sprengte. Ja, genau so ist es, dachte er sehr viel später, es gibt keinen wohlwollenden Gott, keinen deus benevolens. Gott erlaubt sich grausame Scherze mit uns und bestraft uns voller Wut, wenn wir unsere Panik nicht ertragen und beim Loslaufen über unsere eigenen Füße stolpern.

Thema: Die blaue Blume | Kommentare (0)
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Bilder des Tages

Mittwoch, 10. Oktober 2007 23:07

Blatt Kapitell

Thema: Visuelles | Kommentare (0)
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WordPress 2.3: ein oberflächliches Resumee

Dienstag, 9. Oktober 2007 23:36

WordPress upzudaten ist ja immer wieder eine spannende Angelegenheit, und ich hechelte den kurz hintereinander erscheinenden Sicherheitsupdates 2.2.2 und 2.2.3 hinterher, um die entdeckten Lücken im System wieder zu schließen. Dank eines Updatepakets stellte das auch kein größeres Problem dar. Nun aber 2.3 – kein Sicherheitsupdate, kein Paket, neue Datenbanktabellen. Würde sich der Aufwand überhaupt lohnen? Ich blieb skeptisch.

Nach langem Zögern habe ich mich nun endlich dazu entschlossen, auf die Version 2.3 upzudaten, die bereits vor ihrer Veröffentlichung für einige Diskussionen gesorgt hatte. Einer der Kritikpunkte war die Tatsache, dass WordPress den Nutzer nun auch bei Plugin-Updates informiert, dafür jedoch den WordPress-Server kontaktiert und Daten übermittelt – laut Matt Mullenweg, dem WordPress-Chefentwickler, aber lediglich nur die Versionsnummer und eine Liste der Plugins. Um dieses Verhalten abzustellen, bedürfe es jedoch eines weiteren Plugins, das frei im Netz erhältlich sei, so Mullenweg. Kritik fing sich aber vor allem WordPress Deutschland ein, die die erste DE-Version mit dem Plugin eines Werbepartners auslieferten. Nach einigen Protesten aus der Community ist dieses Plugin mittlerweile wieder aus der DE-Version entfernt worden.

Endlich, endlich sollte nun auch Tagging fest im WordPress-Core verankert sein. Was zunächst wie eine positive Überraschung klang, fiel unter Echtzeitbedingungen glatt durch. Es gibt nur extrem beschränkte Möglichkeiten, Tags zu editieren oder das Erscheinungsbild der Tag-Wolke zu variieren; im Grunde ist es ein Gefummel an unzureichenden Parametern der PHP-Funktion. Wer bisher Simple Tagging oder Ultimate Tag Warrior gewohnt war, wird sich bitter enttäuscht sehen. Immerhin bietet WordPress eine Importfunktion für die Tagübernahme aus den alten, unter der neuen Version derzeit nicht mehr funktionierenden Tag-Plugins. Es bleibt zu hoffen, dass WordPress in einem der nächsten Updates die gewohnten Funktionen nachreicht. Bis dahin kann ich jedem, dem der Umweg über MyPHP etwas zu weit erscheint, nur dieses Plugin oder dieses Plugin zur Bearbeitung von Tags empfehlen.

Fazit: Bis auf leichte Verbesserungen (u.a. beim Editor) bietet die Version 2.3 keine herausragenden Features an, die als schlagende Argumente für ein Update gelten könnten. Da aber noch nicht feststeht, ob und gegebenenfalls wie lange WordPress für die alten 2.2.x-Versionen noch Sicherheitsupdates anbieten wird – derzeit wird nur noch 2.0.x und eben die aktuellste Version supportet – blieb mir nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen. Und wenn man sich nicht wie ich aus seinem Blog aussperren will, sollte man beim Updaten folgende Schritte beachten: 1. Komplettes Backup des Blogs, 2. Plugins deaktivieren, 3. Default-Theme aktivieren, 4. Los geht´s!

Habe ich noch etwas vergessen? Achja, ich brauchte für das Update ungefähr zwei Stunden…

Weiterführende Links:

Thema: Hausmitteilungen, Mediales | Kommentare (0)
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Würfeln

Dienstag, 9. Oktober 2007 22:53

Eines Tages fragte der Herr seinen Diener: “Willst du mit mir würfeln?” “Oh ja, Herr. Aber was ist der Preis?” “Wenn du dreimal verlierst, musst du mir bedingungslos vertrauen.” Der Diener stimmte zu. Der Herr würfelte dreimal hintereinander eine höhere Zahl als der Diener. “Nein, Herr, so geht das nicht. Du hast mich betrogen.” “Nun, das stimmt. Aber doch nur, um deinen eigenen Betrug wettzumachen.”

Thema: Die blaue Blume | Kommentare (0)
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Free Burma

Donnerstag, 4. Oktober 2007 20:30

Ob wir bereits morgen oder erst übermorgen wegsehen, ist für manche vielleicht nur ein winziger, für mich selbst aber ein nicht unbedeutender Unterschied. Denn vielleicht gibt dieses kleine Krümelchen Aufmerksamkeit den Kämpfenden genügend Kraft, eine große Veränderung herbeizuführen. Nein, ich stand noch nie vor einer Gewehrmündung, die mein Leben bedrohte, weil ich lautstark meine Meinung äußerte und ich wäre heilfroh, mein Leben ohne diese Erfahrung beenden zu können. Frieden und Freiheit sind nun mal Güter, deren sich der Mensch nicht entledigen kann, ohne an seiner Würde Schaden zu nehmen. Ich glaube, dass uns das erst gestern am Tag der deutschen Einheit wieder einmal exemplarisch vor Augen geführt wurde. Und deswegen:

Free Burma!

Thema: Mediales, Zeitkritik | Kommentare (2)
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Irgendetwas ging damals zu Ende,

Montag, 1. Oktober 2007 21:31

und ich kann nicht einmal sagen, was es war. So wie eben alles zu Ende geht und der Schrecken um sich greift und würgt und einen nicht mehr atmen läßt. Ich hatte eine Anzeige aufgegeben, um meine alte, verstaubte Zither loszuwerden; sie hatte mich nicht gestört, ich brauchte nur etwas Geld, um mir das Nötigste zum Essen zu kaufen. Aber auch das war nicht weiter schlimm, sondern vorhersehbar und unvermeidlich; ich kannte niemanden, den ich um Geld hätte angehen können, und meine Eltern kamen dafür nicht in Frage. Als jedoch der Käufer auftauchte, meine Zither als billigen Schrott bezeichnete und sie misshandelte, um ihr einige falsche Töne zu entlocken, da wußte ich plötzlich sehr genau, was sie mir bedeutete und welchen Teil meines Lebens sie repräsentierte. Ich wollte sie nicht hergeben, aber der Hunger war stärker. Schließlich saß ich vor den Wurstsemmeln und brachte keinen Bissen hinunter. So, denke ich mir, so muss sich der Tod anfühlen.

Thema: Zeitlinien | Kommentare (4)
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