Brachland

Ich gebe es zu: mein Leben ist eine Prokrastinationswüste. Mein Blog liegt brach, meine Steuererklärung liegt brach, meine Projekte liegen brach, mein Leben liegt brach. Die Hoffnung, dass sich diese Wüste nach dem alles entscheidenden Datum 15. Oktober 2008 noch in eine blühende Landschaft verwandeln könnte, ist momentan nur wenig mehr als ein schmaler Silberstreif am Horizont. Und so konzentriere ich mich darauf, das in alle Himmelsrichtungen zerstreute Wissen beharrlich zusammenzukratzen und einen winzigen Teil davon zu behalten. Meine Festplattenkapazität ist sehr begrenzt, wie ich in den letzten Tagen mit ungläubigem Staunen immer wieder feststellen durfte. „Staub bist du, Mensch, und Staub wirst du wieder…“ – heißt konkret: es is eh alles wurscht. Wer fragt schon nach der Note, wenn die Prüfung bestanden wurde? Wenigstens freue ich mich darauf, gemeinsam mit den anderen, die gerade ebenfalls die Grenze zum Wahnsinn austesten, nach dieser unvermeidlichen Schreibfolter das erste Jahr des Kurses zu begießen. „Kleinhirn an Großhirn…“ Nein, das ist KEIN Buchungssatz.

PS: Freie Assoziation, aber: ich finde schon allein den Titel „Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin“ toll. Ich werde mir das Buch auf jeden Fall zulegen. Endlich fühle ich mich nämlich entlarvt, und ich kann einfach ohne Verzögerungstaktiken drauflosarbeiten.
PS2: Unbedingt auch diese Seite besuchen…wenn ihr mal wieder was aufschieben wollt oder so.
PS3: Trotzdem: das hilft mir jetzt nur bedingt weiter.

Epiphanie

Im hellen Passionsduft der Mondsicheln
erglüht das Meer würziger Gräser,
blutet hin im schmelzenden Garten
der ruhende Ton der Laute.
Blaue Vogelstimmen weben
dem Müden ein hüllendes Tuch,
während vom schwarzen Tau aufglänzt
ein Haar. Dem braunen Corpus
entschweben die schimmernden Fäden
der Saiten mit dem Atem,
der leisesten Musik.