Blogwichteln 2010

Frau Creezy hat sich dieses Jahr (nach Frau Bhuti im letzten Jahr) dankenswerterweise bereit erklärt, dieses Jahr die Organisation des von Herrn Hollemann begründeten, legendären Blogwichtelns zu übernehmen. Bei diesem beglückt ein Blogger einen anderen, ihm von Frau Creezy unter Zuhilfenahme des großväterlichen Sektkübels zufällig zugelosten Blogger mit einem geschriebenen, getöpferten, gemorsten, gestrickten, gezimmerten oder sonstwie fabrizierten Beitrag. Anschließend rätselt der Blogger nach dem Tag der Veröffentlichung in den Blogs der Teilnehmer (a.k.a. großer Blogwichteltag) zusammen mit allen anderen darüber, wer denn jetzt nun wen bewichtelt hat. Heissa, ein Spaß! Also, liebe Alt- und Neuwichtler – bis 30. November hier anmelden! Je mehr daran teilnehmen, um so interessanter wird es natürlich…

Zwei Katzen

Zwei Katzen: eine schwarze und eine mit einem helleren Fell. Beide kämpfen in einem abgedunkelten Schlafzimmer miteinander, in dem ich und eine unbekannte Frau in zwei getrennten Betten schlafen. Die schwarze Katze stößt eine Vase um, faucht und ist sehr aggressiv, vor allem der Katze mit dem helleren Fell gegenüber. Während ich jedoch aufgrund des Lärms, den die schwarze Katze veranstaltet, kein Auge zubekomme, scheint die Frau tief und fest zu schlafen. Ich bin sogar wie ein Schiedsrichter öfter in der Kampfarena auf einer freien Fläche in der Mitte des Schlafzimmers, um sie wieder voneinander zu trennen. Schließlich hebe ich, auf der Bettkante sitzend, schnell meine nackten Füße hoch, als die schwarze Katze auf mein Bett zuspringt und sich darunter verstecken will. Sie wirkt vom andauernden Kampf erschöpft, faucht aber immer noch laut und wild unter dem Bett hervor. Die Katze mit dem helleren Fell fordert sie auch immer wieder heraus, aber mir gegenüber ist sie sehr zutraulich und schnurrt, als ich sie streichle. Plötzlich hüpft die schwarze Katze auf das Fensterbrett und entwickelt sich zu einem kleinen Kätzchen zurück, das unter den geschlossenen Fensterläden hindurchkriecht. Einen Moment lang scheint es noch unsicher zu sein, aber ich flüstere ihm zu: „Spring!“, und in diesem Moment springt es vom Fenstersims ab und streckt alle Viere von sich, wie um mir mit diesem Opfer meine wohlverdiente Ruhe zu schenken. Irgendwie bin ich froh, sie los zu sein, denn sie bereitete mir nur Ärger. Andererseits muss ich sie aber auch sehr geliebt haben, denn ich spüre einen großen und endgültigen Verlust, als sie sich in der warmen Luft eines Sommertages gleichsam auflöst. Ich öffne kurz das Fenster und blicke nach unten – ein sehr hoher Baum reicht nicht einmal ännahernd an unser Stockwerk heran. Nein, einen Sprung aus dieser Höhe wird das schwarze Kätzchen nicht überlebt haben.