2010/2011

Das letzte Jahr hat sich nicht gerade bemüht, mir in guter Erinnerung zu bleiben, vor allem, wenn ich die letzten Monate Revue passieren lasse. Es bestand vor allem aus einem: Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit. Ich wollte mich verändern und bekam die Chance dazu – aber dass der Abschied schließlich so konfliktbelastet und alles andere als reibungslos sein würde, erfuhr ich erst Monate später. Auch die Welle medialer Aufmerksamkeit, mit der ich anfangs bedacht wurde, trug nur unwesentlich zu einem positiveren Lebensgefühl bei und war bald wieder verpufft. Viele Freunde gingen, waren plötzlich nicht mehr greifbar, verschwanden hinter dem undurchdringlichen Dickicht ihres eigenen Lebens; neue wollten sich nicht einstellen. Es war ein Jahr des Übergangs, in dem ich nicht stehen bleiben konnte und so auch die Zeit nicht fand, um die zurückliegende Wegstrecke ausreichend und dankbar zu würdigen. Alles stand unter dem Diktat einer unerbittlich tickenden Uhr, die sich immer schneller zu drehen schien.

Das neue Jahr wird ein anderes Gesicht tragen, ein glücklicheres, ein zufriedeneres, ein ausgeglicheneres. Woher ich das weiß? Es schließt sich ein Kreis – ich bin wieder in meiner Mitte angekommen und sehe etwas klarer. Die Herausforderung besteht nun nicht mehr darin, ein schwarzes Loch zu füllen, sondern weitere Stufen zu nehmen. Ich muss nicht mehr dem Bild entsprechen, das sich andere von mir gemacht haben, denn ich habe Alternativen. Und das Wichtigste: ich kann mir wieder Zeit nehmen, Zeit, um Dinge zu betrachten und sie nachzuvollziehen. Und ich brauche diese Zeit, um etwas entstehen lassen und wachsen zu können, innerlich und äußerlich. Nur so kann ich anderen und mir selbst zu verstehen geben, dass sie eine Bedeutung für mich haben. Mut ist dazu nötig, und auch eine große Portion Sensibilität. Wie auch immer es werden wird – ich lasse mich vom neuen Jahr überraschen. Schließlich ist es ja noch so jung.

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