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	<title>Memoires &#187; Ansichten und Einsichten</title>
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		<title>Neuigkeiten</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 19:52:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bis auf die Tatsache, dass ich gestern mitten im Schneegestöber mit dem Rad zum Einkaufen fahren musste, zwecks fehlender Scheibenwischer an meinen Brillengläsern den Gehweg küsste, bei dieser Gelegenheit meinen Zimmerschlüssel verlor und nach einem Telefonat mit einem x-beliebigen Aufsperrdienst von zwei russisch-uigurischen Männern besucht wurde, die vorher bei Inkasso Moskau gearbeitet hatten und mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis auf die Tatsache, dass ich gestern mitten im Schneegestöber mit dem Rad zum Einkaufen fahren musste, zwecks fehlender Scheibenwischer an meinen Brillengläsern den Gehweg küsste, bei dieser Gelegenheit meinen Zimmerschlüssel verlor und nach einem Telefonat mit einem x-beliebigen Aufsperrdienst von zwei russisch-uigurischen Männern besucht wurde, die vorher bei Inkasso Moskau gearbeitet hatten und mir nun gegen ein horrendes Entgelt die Türe öffneten, ist alles grande bei mir. Fast. Denn der Schlüssel blieb gestern und heute trotz intensivster Suche unauffindbar.</p>
<p>Der Besuch der Medica 2008 letzte Woche hat sich jedenfalls für mich persönlich gelohnt. Am Freitag platzte ich in die Planung eines Kongresses und nahm nach einer bühnenreifen Vorstellung huldvoll meine offizielle Ernennung zum Referenten entgegen, der im September 2009 in Köln vor einem Fachpublikum einen Vortrag über Software in Medizinprodukten aus Sicht des Anwenders halten darf. Ich glaube, langsam entwickeln sich die Dinge in die gewünschte Richtung. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich diese frohe Botschaft am schonendsten meinem Chef beibringen kann, ohne dass er sich in seiner Eitelkeit gekränkt fühlt.</p>
<p>Nicht ganz auf unfreiwillige Komik verzichtete letzte Woche die Deutsche Bahn, mit der ich wieder einmal stunden- und tagelang unterwegs war. Der Regionalexpress von Bonn nach Emmerich über Düsseldorf war wegen der Messebesucher erwartungsgemäß brechend voll. 1. Ansage des Zugführers: &#8220;Der Zug bleibt jetzt so lange stehen, bis die Hälfte der Passagiere ausgestiegen ist.&#8221; 2. Ansage des Zugführers: &#8220;Wegen uneinsichtiger Passagiere haben wir aktuell 20 Minuten Verspätung.&#8221; Ja, Frechheit, dass alle mit der Bahn fahren wollen! Wo kommen wir da hin!</p>
<p>Die tausend anderen Kleinigkeiten, die mich zur Zeit beschäftigen, unterschlage ich an dieser Stelle besser. Nur soviel: meine Weiterbildung beginnt mich wegen der Teilnehmer, der Dozenten und der Organisation drumherum richtig zu nerven. Und privat und persönlich so weiß ich momentan auch nicht so recht, wie es weitergehen soll. Also wieder einmal warten. Auf Ergebnisse, Noten, Anstöße. Mit dem Papierwust nebenher könnte ich jetzt schon ein eigenes Sekretariat beschäftigen.</p>
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		<title>&#8220;Ist Glauben&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 18:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;nicht auch eine Art Philosophie?&#8221;, schrieb mir diese Woche ein Freund per email. Und spontan ist mir nichts darauf eingefallen, was ich ihm antworten könnte. Aber dann fand ich mich doch unvermittelt am Anfangspunkt aller meiner Überlegungen wieder. Wenn sich christlicher Glaube, Philosophie und Psychologie in einem Punkt berühren, dann vielleicht im Zweifel an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;nicht auch eine Art Philosophie?&#8221;, schrieb mir diese Woche ein Freund per email. Und spontan ist mir nichts darauf eingefallen, was ich ihm antworten könnte. Aber dann fand ich mich doch unvermittelt am Anfangspunkt aller meiner Überlegungen wieder. Wenn sich christlicher Glaube, Philosophie und Psychologie in einem Punkt berühren, dann vielleicht im Zweifel an der als so selbstverständlich angesehenen Voraussetzung, dass uns unser Alltagsverstand verläßliche Informationen darüber liefern kann, was und wer wir sind. Die Konsequenzen, die sie daraus ziehen, könnten aber unterschiedlicher kaum sein. Die Psychologie sagt: Es gibt ein Denkendes, das wir mittels Empirie untersuchen müssen, um die Quelle der Fehlerbehaftetheit unseres Daseins aufzuspüren und, wenn möglich, zu korrigieren. Die Philosophie sagt: Es gibt ein Denkbares, das wir mittels Theorie untersuchen müssen, um die Passung unseres Daseins wiederherzustellen. Der christliche Glaube sagt: Es gibt ein schöpferisches Prinzip, das jenseits des menschlichen Denkens und der menschlichen Erfahrung liegt. Du musst daran glauben, um seiner erlösenden Kräfte teilhaftig zu werden. Der Zen-Buddhismus würde sagen: alle drei geben eine falsch positive Antwort. Da ist nichts, das denkt, gedacht wird oder schöpferisch wirkt. Jeder Versuch des Verstandes, die Erscheinungen zu abgegrenzten Begriffen zu ordnen, stört nur die Harmonie. Das führt mich weiter zu Wittgenstein: &#8220;Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.&#8221; Das heißt: in exotisch-esoterischen Höhen wird die Luft dünn für die Philosophie und den Philosophen. Denn dort, wo die Begründung aufhört, beginnt der Glaube, aber nicht als Fortführung der Philosophie mit anderen Mitteln. Die Sehnsucht nach Erlösung, Ganzheit und Vollendung hat eine völlig andere Qualität als das kühle Abwägen von Alternativen. Sie treibt den Menschen hinaus aus seinen brüchigen Behausungen, die er mit philosophischen Steinen notdürftig beschwert hat.</p>
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		<title>Opium</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Apr 2008 09:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Die Religion ist das Opium des Volkes&#8221;, so Marx. Ich will Marx nur an einem Punkt korrigieren und das Wort &#8220;Religion&#8221; durch &#8220;Religionsausübung&#8221; ersetzen. Viele Menschen wollen nämlich keine metaphysischen Erschütterungen und vertragen sie auch sehr schlecht; das, was sie sich von der Religion versprechen, ist im Gegenteil eine metaphysische Beruhigung: &#8220;Alles in Ordnung, du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die Religion ist das Opium des Volkes&#8221;, so Marx. Ich will Marx nur an einem Punkt korrigieren und das Wort &#8220;Religion&#8221; durch &#8220;Religionsausübung&#8221; ersetzen. Viele Menschen wollen nämlich keine metaphysischen Erschütterungen und vertragen sie auch sehr schlecht; das, was sie sich von der Religion versprechen, ist im Gegenteil eine metaphysische Beruhigung: &#8220;Alles in Ordnung, du kannst und darfst weiterschlafen.&#8221; Sie freuen sich darüber, dass das Gottesbild, das ihnen vermittelt wird, ein so leicht beeinflussbares ist, und üben sich im Ritus und der schrittweisen Entwunderung, die ihnen das handliche Format eines alltagskompatiblen Zaubers bieten. Echte Spiritualität hingegen steht diesem Konzept diametral gegenüber; für ihre Verwirklichung braucht man keine vorgefertigten Formen. Sie bricht sich da Bahn, wo sie es will. Sie besingt den Sprung aus der Rationalität hinaus in die Ekstase.</p>
<p>Ein ekstatischer, metaphysisch &#8220;aufgeregter&#8221; Mensch läßt sich nur schwer kontrollieren. Er hat Ideen, die für jede Autorität vernichtend klingen, und muss deshalb zum Schweigen gebracht werden. Sein Geist, der weithin sichtbar Energien transformiert, ist leuchtend und erfüllt. Der Ritus hingegen liebt die Heimlichkeit, die Zurückgezogenheit, das Sich-Verstecken; er tritt nicht als der Ermöglicher, sondern als Verhinderer wirklicher Gottesbegegnung auf. Seine Wirkung beschränkt sich auf geschlossene Räume, in denen die Feier des Seins, die sich ringsherum vollzieht, ausgeblendet bleibt. Die Botschaften, die er aussendet, erschöpfen sich in der Wiederholung des Immergleichen, dem Vollzug eines starren Musters und der Verherrlichung der Autorität. Und schließlich unterstützt der Pakt mit der Macht sein Ziel, alles Lebendige und Sich-Entfaltende zu unterbinden.</p>
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		<title>Reine vs. Praktische Vernunft?</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Mar 2008 11:08:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Obwohl Kant nach Abfassung seiner erkenntnistheoretischen Schriften diametral entgegengesetzte Absichten zu verfolgen schien, gibt es keinen Bruch zwischen den erkenntnistheoretischen und ethischen Postulaten, wie er auch in der Forschung immer wieder als Hypothese formuliert wurde. &#8220;Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit&#8221;, schrieb Kant einmal. Der Mensch wird damit bei Kant zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Obwohl Kant nach Abfassung seiner erkenntnistheoretischen Schriften diametral entgegengesetzte Absichten zu verfolgen schien, gibt es keinen Bruch zwischen den erkenntnistheoretischen und ethischen Postulaten, wie er auch in der Forschung immer wieder als Hypothese formuliert wurde. &#8220;Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit&#8221;, schrieb Kant einmal. Der Mensch wird damit bei Kant zum erkennenden und moralisch handelnden Subjekt, das aus sich selbst heraus und unter Gebrauch seines Verstandes die Welt so formt, dass sie sich ihm später als etwas Festes und scheinbar von ihm selbst Unabhängiges zeigt. Die metaphysische Garantie, dass das Subjekt realen Objekten begegnet, stürzt mit Kants Untersuchungen zu Raum, Zeit und Kausalität in sich zusammen. Diese Kategorien sind der Welt inhärent, aber nicht als Voraussetzungen einer universellen und vorgefundenen Balance, sondern als Konzepte des denkenden Subjekts. Wie aber ist in einer solchen Welt moralisches Handeln möglich, das ein abstraktes allgemeines Wohl über die konkreten eigenen Bedürfnisse stellt? Hier sah Kant nur einen möglichen Weg &#8211; den der Selbstdisziplinierung und der Pflicht. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass er damit den falschen Ansatz gewählt hat, und schon Schiller, ein glühender Kant-Verehrer, ist ihm hierin nur teilweise gefolgt: &#8220;Gerne dien ich den Freunden, doch tu&#8217; ich es leider mit Neigung, Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.&#8221; Kant entwickelte diesen Ansatz konsequent weiter: damit das Subjekt diese Selbstbeschränkung auf sich nehmen kann, ist es notwendig, dass die moralischen Leitlinien autorisiert werden. Sie sind &#8211; ähnlich den erkenntnistheoretischen Kategorien &#8211; nicht wählbar. Das Subjekt verhält sich aber nur dann moralisch, wenn es &#8220;auf etwas hin&#8221; handeln kann. Handeln begründet sich in Zwecken. Kant postuliert hier ein &#8220;Als-ob&#8221; &#8211; wir müssen so handeln, als ob ein göttliches Wesen unsere Handlungen sanktionieren oder belohnen würde. In der historischen Dimension läßt sich zweierlei feststellen: Kant sprach hier ein wirkmächtiges Denkverbot aus, das latent alle nachfolgenden philosophischen Diskussionen beeinflusste. Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, beginnend etwa mit den Feuerbach´schen Thesen, dieses Denkverbot immer heftiger in Frage gestellt wurde, ging damit eine immer radikalere Entwertung des Seins und der &#8220;Stellung des Menschen im Kosmos&#8221; (das ist der Titel eines Buchs von Max Scheler) einher. Kant war hellsichtig genug, das zu erkennen.</p>
<p>PS: Langsam bin ich wie Wittgenstein geneigt zu glauben, dass Mystik und Philosophie vielleicht eine scharfe Trennlinie, aber ansonsten gar nichts miteinander teilen.</p>
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		<title>Geschenke</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Dec 2007 16:34:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist um einiges verletzender, mit dem Preis für ein Geschenk zur Dankbarkeit gezwungen zu werden, als überhaupt kein Geschenk zu erhalten.</p>
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		<title>Neun Leben</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 20:57:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Katze hat ja, wie ein Spruch sagt, mindestens neun Leben. Damit soll wohl gesagt sein, dass sie ein extrem zähes Tier ist, das auch mal einen Sturz aus großer Höhe überlebt &#8211; egal, ich beneide sie jedenfalls um diesen Bonus. Ob sie wirklich etwas damit anfangen kann, sei mal dahingestellt. Wäre es nicht schön, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Katze hat ja, wie ein Spruch sagt, mindestens neun Leben. Damit soll wohl gesagt sein, dass sie ein extrem zähes Tier ist, das auch mal einen Sturz aus großer Höhe überlebt &#8211; egal, ich beneide sie jedenfalls um diesen Bonus. Ob sie wirklich etwas damit anfangen kann, sei mal dahingestellt. Wäre es nicht schön, sich einfach den Staub von der Schulter zu klopfen und wieder aufzustehen? Aber es scheint irgendeine geheimnisvolle Kraft zu geben, die uns in eine Sackgasse hineinjagt, in der eine Umkehr nicht mehr möglich ist. &#8220;Ach&#8221;, sagte die Maus, &#8220;die Welt scheint mit jedem Tag enger zu werden.&#8221; Einen Baum pflanzen, ein Kind zeugen, ein Haus bauen &#8211; nichts davon habe ich bis jetzt geschafft. Ich bin sozusagen ein lebenspraktischer Totalausfall. Die Frage ist ja, ob ich es bereits schaffen hätte können, wenn ich mich ein wenig mehr angestrengt hätte. Diese Frage, so banal sie klingen mag, gehört zur Standardausstattung meiner selbstquälerischen Folter. &#8220;Was mich nervt, ist die Tatsache, dass es mit der Familienplanung nicht so geklappt hat, wie ich mir das gewünscht habe. Wenn ich mir ansehe, was andere in meinem Alter bereits erreicht haben&#8230;&#8221;, bemerkte B. neulich. Mein Leben muss ein anderes werden &#8211; es gibt kein richtiges Leben im falschen. Und immer wenn ich die Spuren der Katastrophe besichtige, der ich knapp, aber letztendlich doch entronnen bin, erfüllt mich das Gefühl der Anspruchslosigkeit wie der Gesang von Engelschören: ich will nichts außer sein. Es geht mir wie jemandem, der aus einem tiefen Schlummer erwacht &#8211; er muss erst zu sich selbst kommen, um etwas zu bewirken. Und ich bin mir nicht sicher, ob die Zeit wirklich gegen mich läuft.</p>
<p>PS: Diese Gedanken sind ausdrücklich keine &#8211; auch keine versteckte &#8211;  Einladung, in den Kommentaren hilfreiche Ratschläge zur Verbesserung meiner Situation abzugeben. Wer meint, er müsse nur das Gestrüpp durchhauen, um sich den Weg zu mir zu bahnen, übersieht allzu großzügig, dass auch das Gestrüpp schon zu mir gehört.</p>
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		<title>Ist Denken besser als Empfinden?</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 21:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zucker stellte bei einer Diskussion im Nächtebuch diese Frage. Zugegeben, ich habe auch keine klare Antwort und bin hin-und hergerissen, weil sich die Waagschale bald auf diese, bald auf jene Seite neigt, je nachdem, welche Gründe mir gerade stichhaltiger erscheinen. Es wird wohl so sein, dass das eine ohne das andere weder denk- noch lebbar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://weltentanz.twoday.net" title="Weltentanz" target="_blank">Zucker</a> stellte bei einer Diskussion im <a href="http://traumkladde.twoday.net/stories/4460361/#comments" title="Traumkladde - Notizen" target="_blank">Nächtebuch</a> diese Frage. Zugegeben, ich habe auch keine klare Antwort und bin hin-und hergerissen, weil sich die Waagschale bald auf diese, bald auf jene Seite neigt, je nachdem, welche Gründe mir gerade stichhaltiger erscheinen. Es wird wohl so sein, dass das eine ohne das andere weder denk- noch lebbar und erst recht nicht wünschenswert ist.</p>
<p>&#8220;Muss einer denken? Wird er nicht vermisst?&#8221;, schreibt Ingeborg Bachmann in ihrem Gedicht &#8220;Erklär mir, Liebe.&#8221; Vielleicht ist es gerade das, was das Denken so produktiv, aber auch so einseitig macht: seine Alibi-Funktion. Man zieht sich beim Denken zurück, um &#8220;anderswo&#8221;, vielleicht sogar in Wolkenkuckucksheim, zu sein. Diese vorübergehende Flucht aus den Anforderungen des Augenblicks birgt aber auch die Gefahr in sich, zum zwanghaften Ausweichmanöver zu werden. Und dann ist die Einsamkeit nicht mehr weit.</p>
<p>&#8220;Du sagst, es zählt ein anderer Geist auf ihn.&#8221; Die Empfindung schafft nicht, was uns im Denken noch gelingt: sie kann nichts übertragen, abstrahieren, transponieren. Auch die Kunst ist nur eine besonders geschickte Brechung des Geistes, die unsere Empfindungen anspricht. Was ich empfinde, wenn ich etwas sehe, höre, fühle, schmecke, rieche, bleibt mein innerstes Privatgeheimnis, das ich auch bei allergrößter Nähe nicht enthüllen kann. Und doch ist mir die Empfindung gegenwärtig &#8211; veränderlich, flüchtig und daher sehr lebendig.</p>
<p>Würde ich beginnen, Empfinden und Denken gegeneinander aufzurechnen, könnte ich beiden nicht gerecht werden. Das Empfinden ist uns viel näher und vertrauter als das Denken. Aber wirklichen Raum zur Entfaltung gibt uns nur das Denken, das uns auffordert, unsere Grenzen zu überschreiten. Wenn wir denn bereit dazu sind.</p>
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		<title>Positionen im Atheismusstreit</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Nov 2007 00:11:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass sich Atheisten und Theisten so unversöhnlich gegenüberstehen, liegt aus meiner Sicht vor allem an der Krise der wissenschaftlich-empiristischen Methode. Der Kanon naturwissenschaftlicher Erklärungsmodelle ist ja nicht so festgefügt, wie es gerne unkritisch nach außen vermittelt wird, sondern unterliegt &#8211; ähnlich wie die hermeneutisch sich wandelnden Ideen und Theorien der Geisteswissenschaften &#8211; einem unaufhaltsamen Prozess [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass sich Atheisten und Theisten so unversöhnlich gegenüberstehen, liegt aus meiner Sicht vor allem an der Krise der wissenschaftlich-empiristischen Methode. Der Kanon naturwissenschaftlicher Erklärungsmodelle ist ja nicht so festgefügt, wie es gerne unkritisch nach außen vermittelt wird, sondern unterliegt &#8211; ähnlich wie die hermeneutisch sich wandelnden Ideen und Theorien der Geisteswissenschaften &#8211; einem unaufhaltsamen Prozess der Falsifizierung oder etwas präziser: Validierung. Wir gelangen nicht an ein Ende unseres Verständnisses. Im Gegenteil: hinter jeder Tür, die aufgestoßen wird, öffnen sich mindestens zwei neue.</p>
<p>Streng empiristisch würde ich also daraus ableiten können, dass die Welt als Ganzes schlicht und einfach unerklärlich ist. Hier lauert schon die nächste Falle, in die wir tappen könnten, nämlich die des Kontigenzbeweises; ein schlauer Kopf könnte sich auf diese empirisch abgeleitete Tatsache als Unterfütterung seiner Argumentation stürzen. Aber da müssen wir genauer hinsehen: was erklärbar ist, ist ein Stück des Wollfadens, aber nicht das Wollknäuel &#8211; umgekehrt kann der Wollknäuel auch nicht den erkenntnistheoretischen Status des Wollfadens voll und ganz bestimmen, wie es ein Theist in seiner überschäumenden Euphorie vielleicht annehmen könnte.</p>
<p>Wittgenstein war davon so genervt, dass er in seinem &#8220;Tractatus&#8221; den Wollfaden einfach abschnitt und dann ein wenig genialisch-naiv glaubte, alle Probleme seien damit gelöst. (Später erkannte er selbst, dass es so einfach nicht sein konnte, und widmete sich den Sprachspielen.) Wenn die Moderne die Trennung des Fadens vom Knäuel im Sinn hatte, wollte sie damit den geisterhaften Spuk der Metaphysik beenden, dessen Grundlage langsam verfiel. Übrig blieb eine entzauberte, aber keineswegs heimelige Welt, der man mit immer objektiveren, distanzierteren Messmethoden auf den zunehmend geschundenen Leib rückte.<span id="more-249"></span></p>
<p>Der letzte, unerklärliche &#8220;Rest&#8221; ist es, der sowohl Theisten als auch Atheisten Bauchschmerzen bereitet. Die Position der Atheisten ist dabei &#8211; wohl historisch bedingt &#8211; scheinbar angreifbarer; der Kontigenzbeweis hängt wie ein Damoklesschwert über ihr, und so flüchtet sich der Atheismus in die Annahme, für die Existenz Gottes müsse ein stichhaltiger und positiver empirischer Beweis erbracht werden. Wenn Juri Gagarin nach seiner Rückkehr auf die Erde prahlt: &#8220;Ich habe da draußen aber keinen Gott gesehen!&#8221;, dann möchte man ihm unwillkürlich zurufen: &#8220;Da hast du aber nur sehr oberflächlich hingesehen!&#8221;</p>
<p>Die Theisten haben die Existenzfrage so verinnerlicht, dass sie von sich aus nicht auf den Gedanken kommen, ihre Position in Frage zu stellen. Sie ahnen dunkel die Bedrohung, die vom szientistischen Furor ausgeht. Um aber die Geister, die sie im epistemologischen Dunkel sehen, nicht fürchten zu müssen, kleben sie ihnen einen weißen Bart an und funktionieren sie zu Sendboten einer allumfassenden Güte um. Damit berauben sie sich aber auch jeglicher Rückzugsmöglichkeiten. Aus ihrer Sicht müsste eine positiv formulierte und nachvollziehbare Weltformel gefunden werden, die eine Erklärung des Weltganzen ohne Bezugnahme auf Gott bereitstellt, damit sie sich bekehren ließen.</p>
<p>Was kann die Philosophie hier tun? Gibt es denn noch etwas für sie zu tun? Selbstverständlich ist das eine ganze Menge. Die Philosophie wird sich bescheiden müssen &#8211; und sollte sich mit positiven Antworten zurückhalten. Vielleicht genügen ja die negativen Befunde, die eine Hohlform zeigen, in die etwas passen könnte. Was sie entwickeln könnte, wäre eine Theorie des prinzipiell fehlenden Bindeglieds. Dazu müsste sie sich über ihre Funktion als fragender Vermittler mit den beteiligten Parteien verständigen. Und dann könnte sie klären, schlichten, kategorisieren. Die Frage wäre dann nicht mehr: &#8220;Was wollen wir wissen?&#8221;, sondern: &#8220;Wozu wollen wir das wissen?&#8221; Der Einzelne und seine Motivation stünden im Mittelpunkt der Betrachtung.</p>
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		<title>De gustibus</title>
		<link>http://wilderkaiserblog.de/2007/10/19/de-gustibus/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Oct 2007 20:17:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;De gustibus non est disputandum&#8221; &#8211; über Geschmack läßt sich nicht streiten, das ist eine altbekannte Tatsache. Aber wer legt dann fest, was &#8220;guten Geschmack&#8221; auszeichnet? Hier sind mehrere Möglichkeiten denkbar: 1. es gibt eine &#8220;von oben&#8221; verordnete Geschmacksdiktatur, 2. es gibt einen Geschmacksterror &#8220;von unten&#8221; und 3. es gibt eine kleine, elitäre Gruppe, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;De gustibus non est disputandum&#8221; &#8211; über Geschmack läßt sich nicht streiten, das ist eine altbekannte Tatsache. Aber wer legt dann fest, was &#8220;guten Geschmack&#8221; auszeichnet? Hier sind mehrere Möglichkeiten denkbar: 1. es gibt eine &#8220;von oben&#8221; verordnete Geschmacksdiktatur, 2. es gibt einen Geschmacksterror &#8220;von unten&#8221; und 3. es gibt eine kleine, elitäre Gruppe, die sich mit ihrer Definition des &#8220;guten Geschmacks&#8221; vom Rest abheben will; über Nachahmer verfestigt sich diese Definition ganz allmählich, bis sie zum Allgemeingut wird. Wir ahnen es bereits &#8211; der &#8220;gute Geschmack&#8221; ist ein Problem der Abgrenzung und der Ränder. Was dem einen kaum ein Achselzucken abringt, ist für den anderen ein himmelschreiender Skandal. Das ist unter anderem auch eine Frage der Frustrationstoleranz, wie man sehr schön hineinpsychologisieren könnte. Schon allein deswegen können wir es nicht lassen, uns mit Geschmacksfragen auseinanderzusetzen. Wenn These und Antithese aufeinanderprallen und sich unauflösbar ineinander verhaken, fühlt man sich unweigerlich an den Merksatz des Königsbergers erinnert, dass sich viele Widersprüche mit den Mitteln der Vernunft nicht auflösen lassen, sondern eben immer auch der Anschauung bedürfen. Die Frage: &#8220;Welchen konkreten, anschaulichen Inhalt hat unser Gespräch eigentlich?&#8221; wirkt manchmal Wunder. Das klingt arg realistisch und ist es wohl auch.<span id="more-219"></span></p>
<p>Könnte man diesen Sachverhalt &#8211; &#8220;de gustibus non est disputandum&#8221; &#8211; nun auch auf die ethische und womöglich sogar metaphyische Ebene transponieren? &#8220;Nein, niemals!&#8221;, höre ich bereits den Aufschrei. Wer Ästhetik, Ethik und Metaphysik vermischt und nicht klar voneinander trennt, begeht weit mehr als einen philosophischen Fauxpas. Was uns nur ein bißchen im Magen herumgrummelt, ist das &#8220;Cogito, ergo sum&#8221; &#8211; der Beweis der eigenen Existenz aus sich selbst heraus. Später gipfelt die Entwicklung in der Zurückweisung jedes überindividuellen Ideals vom Standpunkt des absoluten Individuums aus. Was bedeutet das für den Einzelnen?</p>
<p>Kafka schrieb dazu in den Briefen an Milena: &#8220;Es ist etwa so, wie wenn jemand vor jedem einzelnen Spaziergang nicht nur sich waschen, kämmen u.s.w. müßte – schon das ist ja mühselig genug –, sondern auch noch, da ihm vor jedem Spaziergang alles Notwendige immer wieder fehlt, auch noch das Kleid nähn, die Stiefel zusammenschustern, den Hut fabricieren, den Stock zurechtschneiden u.s.w. Natürlich kann er das alles nicht gut machen, es hält vielleicht paar Gassen lang, aber auf dem Graben zum Beispiel fällt plötzlich alles auseinander und er steht nackt da mit Fetzen und Bruchstücken. Diese Qual nun, auf den Altstädter Ring zurückzulaufen! Und am Ende stößt er noch in der Eisengasse auf einen Volkshaufen, welcher auf Juden Jagd macht. Mißversteh mich nicht, Milena, ich sage nicht, daß dieser Mann verloren ist, ganz und gar nicht, aber er ist verloren, wenn er auf den Graben geht, er schändet dort sich und die Welt.&#8221; Wenn jeder Halt im Ungefähren verschwimmt, ungreifbar wird, verschiebt sich auch die Aufgabe des Einzelnen ins Ungeheuerliche. Er muss erst jemand &#8211; ein Subjekt mit eigenen Anschauungen, Überzeugungen und Werten &#8211; werden, um überhaupt ins Blickfeld anderer zu geraten, er muss &#8220;etwas aus sich machen&#8221; und alles, was er sagt und tut, gleichsam kommentierend mit Anführungsstrichen und Ausrufezeichen versehen. Es ist nicht selbstverständlich, dass und wie er gehört und verstanden wird. Eine Überanstrengung, die nicht unwesentlich zu einem modernen, unglücklichen Bewusstsein beiträgt, das sich in Reaktion und Rechtfertigung aufreibt. Das Schuldgefühl ist zugleich Hammer und Amboss, zwischen denen das moralische Empfinden an seiner Überdehnung zerbricht. Glück liegt, so gesehen, einzig und allein in der vollkommen rational begründbaren Verbesserung, die immer nur einen Schritt weit entfernt ist.</p>
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		<title>Besorgnis</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Sep 2007 21:03:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ansichten und Einsichten]]></category>
		<category><![CDATA[glück]]></category>
		<category><![CDATA[philosophie]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Das unglückliche Bewusstsein ist nicht etwa ein Gegensatz zu einem glücklichen Bewusstsein; sein Unglück wird vor allem aus der Einsicht gespeist, dass es aus sich heraus nicht mehr über die Mittel verfügt, einen Zustand des Glücks zu erreichen. Wenn es einen fundamentalen Satz in der abendländischen Philosophie gibt, dann doch wohl diesen, dass jeder Mensch nach Glück strebt. Impliziert dieser Satz aber auch, dass der gegenwärtige Augenblick nur ein Zwischenstadium zu einem noch zu erreichenden, perfekten Zustand sein kann? Das, was die Hauptbeschäftigung der Philosophie war, droht ihr durch die Finger zu rinnen, je größer und existenzieller der nicht zu überbrückende Hiatus zwischen Realität und Utopie wird. Während das Projekt der Moderne noch von einem kaum zu bändigenden Willen zur Erneuerung getragen wurde, leben wir heute, in postpostmodernen Zeiten, im Zustand der allgegenwärtigen Besorgnis. Die Besorgnis leitet sich direkt aus dem zu Besorgenden ab, und die Liste des zu Besorgenden entlässt uns erst am Ende unserer Tage für eine Reise in dunkle Ungewissheit. Und indem wir jeden Tag mit völlig disparaten Anforderungen unter veränderten Umweltbedingungen konfrontiert werden, ändert sich langsam auch unser Verhalten: es wird gleichzeitig hysterischer und gleichgültiger. Denn die einzige Konstante, die wir direkt wahrnehmen und messen können und die sich unserem Verfügungsbereich nicht entzieht, ist unser eigenes Verhalten. Aber wenn wir nach der Richtigkeit unseres Verhaltens und gewisser Entscheidungen fragen, stoßen wir auf ein sich gegenseitig durchdringendes Knäuel von Wertungen, in dem sich ästhetische, ethische und metaphysische Aspekte bis zur Unkenntlichkeit vermischen. So kommt es, dass ethische Fragen auf der Grundlage von ästhetischen Überlegungen entschieden werden. Im Grunde ist die Antwort schon vor der Frage angekommen. Man kann sich nicht mehr zum Abenteuer und zur Freiheit durchfragen, um die Dimension seines Ich auszumessen. Wir können die Impulse der Selbstbestimmung nicht aufgreifen, aber gleichzeitig unsere Persönlichkeit als ein neutrales Medium zur Disposition stellen, das von außen her mit Wertungen &#8220;gefärbt&#8221; wird. Wir können uns nicht selbst gegenüberstehen und uns objektiv aus allen Perspektiven betrachten wie ein Produkt, das verbessert oder redesignt werden soll, schon allein aus dem Grund, weil unsere Erfahrungen immer Erfahrungen in der Zeit sind, die uns nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Weil wir jedoch glauben, dass wir uns verbessern könnten, wenn wir uns nur genügend anstrengten, dass Glück letztendlich also innerhalb unserer Machbarkeitsreichweite läge, gelangen wir nie zu einer Übereinstimmung mit uns selbst. Und so ist die Besorgnis das Symptom einer andauernden Bewusstseinskrise, die sich in einem System sich entziehender und unaufgedeckter Grenzen vollzieht. Es ist ein Leben &#8220;als ob&#8221;, auch wenn man noch so sehr glauben möchte, dass nun endlich die Premiere stattgefunden hat.</p>
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