Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Träume'

Sturm

Donnerstag, 11. Februar 2010 22:20

Ich erwache wie von einem Donnerschlag und stehe sofort auf, da ich ein schlimmes Ereignis befürchte, das unmittelbar bevorsteht. Ich blicke aus dem Fenster und bin für einen Augenblick ziemlich verwirrt: ich blicke wie von einem sehr hohen Punkt aus auf das südliche Tal hinter dem Universitätsklinikum hinab und stehe doch nur an der mir bekannten Fensterfront vor den Kursräumen im rückwärtigen Teil des Klinikums; zudem bin bin überrascht darüber, dass ich vor einem der Kursräume mein Lager aufgeschlagen habe. Über dem Tal türmt sich ein kompakter, gewaltiger Hexenkessel aus pechschwarzen Wolken auf, in dem einzelne Blitze zucken. Er dreht sich in einer rasenden Geschwindigkeit und bildet schließlich einen Tornado, der ganze Häuser wie Streichhölzer in der Mitte auseinanderbricht und wegfegt. Ich bin erleichtert, als ich bemerke, wie sich das Auge des Sturms langsam von den Gebäuden des Klinikums wegzubewegen scheint. In der sich lösenden Anspannung kommt mir plötzlich auch meine grelle Panik zu Bewusstsein.

Nach einem kurzen Schwenk nach links durch die Glastüren, die zur Kinderklinik führen, sehe ich meinen Kollegen M. an einem Patientenmonitor herumhantieren. Er steht etwas weiter weg in einem der rundum verglasten Aufenthaltsbereiche am Ende der C4-Spange und überprüft dort die Netzwerkeinstellungen der Monitore. Ich bin froh, dass er bei uns im Haus arbeitet, da er der einzige ist, der das eben zusammengebrochene Netzwerk wieder instandsetzen kann. Ich bin ihm geistig so nahe, dass es mir irgendwie gelingt, mittels Gedankenübertragung Kontakt zu ihm aufzunehmen. Aber er scheint nur am Rande von mir Notiz zu nehmen, und als ich ihn nach seiner Funknummer frage, antwortet er gedehnt: “Ich habe den 0050-er.” Er ist auf das Problem mit dem Netzwerk fokussiert, während ich voller Unruhe auf seine Person fokussiert bin und an seinen Lippen hänge. Er allein kann momentan noch die Krise abwenden.

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Traumsplitter

Sonntag, 3. Januar 2010 15:25

Ein Arbeitskollege hat mich zu sich nach Hause eingeladen. Stolz führt er mich durch ein Labyrinth aus hohen, freskenbemalten Kreuzgängen, in denen ein reges Treiben herrscht. Ich gehe neben ihm her, höre seinen Bemerkungen zu und wundere mich über die vielen Menschen, die sich in dieser weitläufigen Klosteranlage aufhalten. Schließlich gelangen wir zu einer abgetrennten Zimmerflucht, die mein Arbeitskollege und seine alte, kranke Mutter gemeinsam bewohnen. Offensichtlich soll ich länger hier bleiben, denn er will mir eines der Zimmer überlassen. Er öffnet das Fenster und zeigt nach draußen: “Ist das nicht einer herrliche Aussicht?” Wir befinden uns direkt über dem Hinterhof, in dem ein altes Motorrad steht, und im Hintergrund sind mehrere Hügel und eine größere Stadt zu erahnen. Die Wohnung selbst steht jedoch kurz vor dem kompletten Verfall – der Lack blättert an den Türen und den Fenstern ab, und die dicken Mauern sind mit klammer Feuchtigkeit vollgesogen. Auch der Dielenboden ist staubig und verschmutzt, und von außen dringt wenig Licht in die Räume. Ich kann mir kaum vorstellen, wie man sich hier wohlfühlen soll.

Ich stehe auf einem Flur vor einer Batterie von nebeneinander angeordneten, völlig gleichförmigen Räumen, die jeweils über drei abwärts führende Stufen zu erreichen sind. Die Luft ist extrem stickig. Befinde ich mich hier etwa in einer Kaserne oder einem Gefängnis? Mehrere Mitbewohner teilen sich diese etwa zehn Räume, die rückwärtig durch ein geheimes Tunnelsystem miteinander verbunden sind. Diese Tunnel haben wir selbst gegraben und dienen dem Austausch von Informationen und der Vorbereitung unserer Flucht. Selbstverständlich müssen sie vor dem Wachpersonal geheim gehalten werden. Der Zugang zum Tunnelsystem erfolgt durch ein kleines Stück der Zimmerwand, das eingedrückt werden muss. Als ich gerade den Tunnel betreten will, um etwas frische Luft zu schnappen, klopft es an der Tür. Nach einem kurzen Blickwechsel mit meinem Zimmerkollegen schließe ich den Zugang zum Tunnel wieder. Die Zimmerwand ist nun wieder vollkommen glatt und weiß. Die Tür öffnet sich, und ein etwas beleibter, blonder Wächter betritt das Zimmer. Er ist erstaunt, uns hier anzutreffen und will lediglich das Zimmer inspizieren. Ich klopfe ihm jovial auf die Schulter und drücke ihm spontan eine Tasse in die Hand, die mit Wachs oder einer anderen festen Flüssigkeit gefüllt ist. Dabei schwärme ich ihm von Muster auf der Tasse vor. Er scheint ganz gerührt von meinem Geschenk zu sein: seine Wangen glühen, und seine Augen glänzen. Immer wieder dreht er die Tasse in seinen Händen und betrachtet sie aus allen möglichen Richtungen. Mein Versuch, ihn von unserem Treiben abzulenken, ist fürs Erste geglückt.

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Der Skarabäus

Mittwoch, 4. November 2009 22:00

Im Haus meiner Eltern findet im Obergeschoss eine Familienversammlung statt, die sehr konzentriert, aber in völliger Stille abläuft. Meine Familie ist um mich herum mit vor Erwartung glühenden Gesichtern gruppiert – mein Bruder sitzt locker auf der Lehne eines Sessels, in dem meine Mutter Platz genommen hat. Mein Vater steht hinter meiner Mutter, ist aber für mich kaum sichtbar, da der Raum ziemlich duster ist. Weiter weg erkenne ich noch mehrere mit dunkelgrünem Samt bezogene Fauteuils. Da sie mich unangenehm anstarren, richte ich meinen Blick auf den Boden und bemerke dort eine schwarz glänzende, sich bewegende Oberfläche…ich schreie auf, was meine Familie missbilligt. Auf dem Boden krabbelt ein riesiger Skarabäus herum, der gut 30 Zentimeter lang ist. Während ich mühsam nach Luft ringe, versucht meine Familie den Skarabäus vor mir zu verstecken. “Nun reg dich doch nicht so auf…” Aber selbst unter dem roten Samtkissen, unter den meine Familie ihn gesteckt hat, ragen seine sechs Füße hervor. Nein, ich werde mich nicht darauf setzen und so tun, als sei nichts vorgefallen. Schließlich hebt ihn mein Bruder mit einer Miene des Angeekelt-Seins vom Boden auf. Der Skarabäus ist nun ganz flach und sehr weich, wie eine Art bräunlich-durchsichtiger, organischer Gummi. Mein eigener Ekel schlägt in eine heftige Übelkeit um. Als mein Bruder an mir vorbei in Richtung Balkontür geht, um den Käfer hinauszubringen, bemerke ich, dass sein Ekel nicht dem Insekt, sondern meinem Verhalten gilt. Der Skarabäus wird von meiner Familie wie eine äußerst glückverheißende Prophezeiung aufgenommen. Meine Aufregung kann zumindest hier im Raum jedoch kaum jemand nachvollziehen.

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Allein und zu zweit

Mittwoch, 9. September 2009 20:09

Ich warte in einem belebten Raum – vielleicht eine Art Empfangsbereich in einem Flughafen oder Hotel – zwischen meinen Gepäckstücken auf eine bestimmte Person, die aber nicht oder nie mehr kommt. Meine beiden Begleiter sehen mich mit verstohlenen, mitleidigen Blicken an, so als ob mein Warten etwas gänzlich Sinnloses sei. Ich bin aber von einer Reise viel zu erschöpft, um auf ihre Blicke zu reagieren. Statt dessen schlafe ich auf einer Holzbank ein und erwache mitten in der Nacht wieder. Die Person, auf die ich gewartet habe, ist nicht erschienen, und ich schleppe mich zu einem freien Holztisch in einem sehr großen, halbdunklen Saal, um dort meinen Laptop in Betrieb zu nehmen. Über dem Empfangstresen brennt zwar Licht, das den Saal ein wenig erhellt, aber selbst meine Begleiter sind mittlerweile verschwunden. Ich fühle mich verlassen und hoffnungslos, fast wie ein ausgesetztes Kind.

Wenig später sitze ich mitten im lauten, ohrenbetäubenden Getümmel eines Schulungsraums, den ich während der Pause verlasse. Einige Schritte entfernt wartet eine Frau auf mich, die sich an den Kühler und die Motorhaube eines hellblauen Oldtimers lehnt. Erst jetzt bemerke ich, dass es sich bei der Frau um Zucker handelt. Ich stelle mich zunächst wortlos neben sie, aber ihr Gesicht wirkt auf mich so hinreißend, dass sie küssen muss (Ist es wirklich Zucker? Oder nur eine Animagestalt, die ihre Gesichter nach Belieben wechseln kann? Ich bin etwas verwirrt, aber nur ganz oberflächlich; in einer sehr viel tieferen Schicht meines Wesens erkenne ich in ihr mein Gegenstück. Auch nach unserem Kuss verliere ich sie immer wieder ganz oder teilweise aus meinem Blickfeld, empfinde aber überdeutlich ihre Gegenwart.) Ich ziehe sie stürmisch an mich und greife in ihre blonden Haare. Und obwohl sie zunächst eine Schnute zieht und mir nur die Wange hinhält, als wolle sie mich abweisen, ist es doch nur ein Spiel. Nach kurzer Zeit erwidert sie mit einem innerlichen Lächeln meine leidenschaftlichen Küsse, und ihre Stimme sagt in meinem Kopf: “Endlich ist es so, wie es immer sein sollte, aber bis jetzt nie war.” Gemeinsam gehen wir wieder in den Schulungsraum zurück, und ich strahle vor Zufriedenheit, weil ich Zucker vorher noch nie so glücklich erlebt habe.

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Wilde Schießerei

Sonntag, 9. August 2009 20:09

Traumfragment: In einem abbruchreifen Haus treffe ich als Freischärler auf einige Gleichgesinnte, die zusammen mit mir ihre Verteidigung gegen eine Armee übermächtiger Gegner organisieren wollen. Ich trage eine Maschinenpistole bei mir und feuere ein ganzes Magazin auf eine dem Fenster gegenüberliegende Mauer, um die Angreifer in Schach zu halten. Es staubt ziemlich, und der Putz fällt großflächig herab. Ich habe zwar das Gefühl, die Situation zu kontrollieren, aber durch das wilde Drauflosgeballere fehlt uns nun die Munition. Einer meiner Kameraden hält mir einen grauen Briefkorb hin, in dem mehrere Magazine mit einer milchig weißen Plastikummantelung und nur zwei oder drei Patronen Inhalt liegen. Ist das die richtige Munition, die ich verwenden kann? Ich bin skeptisch. Allerdings muss ich in der Situation, in der wir uns befinden, auch mit weniger perfekten Lösungen vorlieb nehmen, und spanne daher versuchsweise ein Magazin in die Maschinenpistole ein. An dieser Stelle wache ich auf.

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Unterricht

Dienstag, 16. Juni 2009 22:15

Ich stehe vor einem Kurs mit siebzig, vielleicht achtzig Teilnehmern und soll dort meinen gewohnten Vortrag über das Medizinprodukterecht halten. Der Raum wird im Laufe des Traums immer voller, und ich erkenne flüchtig die Gesichter ehemaliger Klassenkameraden; es herrscht eine fröhlich, ja ausgleassene Stimmung wie kurz vor den Sommerferien oder einer großen Feier. Der Raum ist relativ merkürdig geschnitten, er hat den Grundriss eines ausladenden Kelchs oder einer ausladenden Blüte, und schließt dort, wo er sich verengt, mit einer Art Bühne oder Erhebung ab. Zunächst bereite ich die Medien vor; dazu kurble ich eine Präsentationswand herunter, auf der ich auch schon das Standbild des an der Decke montierten Beamers sehen kann (Gott sei Dank, wenigstens der Beamer funktioniert!). Ich frage, ob das Bild sichtbar und scharf genug ist, aber einige aus den hinteren Reihen verneinen. Das nächste Kunststück besteht darin, meine Präsentation auf einem der angeschlossenen Rechner zum Laufen zu bekommen. Aber es ist zum Verzweifeln – ich komme mit der Oberfläche nicht zurecht und werde immer nervöser, während die Zeit verrinnt und die wartenden Kursteilnehmer sich bereits ganz offen über meine offensichtlich nicht vorhandenen medialen Kompetenzen unterhalten. Nach einem Neustart des PC´s sehe ich ganz andere Menüs, als ich gewohnt bin. Diese öffnen sich erst dann, wenn ich lange genug mit dem Mauszeiger auf dem Namen des Ordners bleibe. Ich klicke wild auf der Oberfläche herum, und Ordner für Ordner öffnet sich. Mein Unvermögen beginnt langsam, für mich peinliche Dimensionen anzunehmen, und ich beginne, heftig zu schwitzen. Um mich herum stehen 10 Menschen, die mir Tipps geben und mir beinahe die Hand von der Maus wegziehen wollen. Egal, so wird das nichts. Nach einem Blick auf die Uhr sind nun bereits 30 Minuten vergangen, in denen nichts passiert ist.

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Geburtstagstraum: Der Betrug

Dienstag, 12. Mai 2009 0:17

Zwei Kollegen bieten mir und meiner Familie Finanzgeschäfte an, die auf den ersten Blick attraktive Renditen versprechen. Ich vertrete dabei meine Familienmitglieder und unterschreibe die Verträge, die mir vorgelegt werden. Die Transaktionen enden jedoch schon nach kurzer Zeit im Totalverlust. Nachdem so das Geld meiner Großmutter und das meiner Mutter verloren gegangen ist, soll ich aus eigener Tasche neues Geld nachschießen, um weitere absehbare Verluste auszugleichen. Dem Kollegen, der mich “betreut”, drohe ich eine Anzeige des zweiten Kollegen an, der im Hintergrund die Strippen zieht, und weigere mich, noch mehr Geld zu investieren. Er wirkt dabei verunsichert und weist mich vage darauf hin, dass der zweite Kollege darüber nicht gerade erfreut sein dürfte. Als ich diesem zweiten Kollegen nach einigen Ausweichmanövern begegne – der im Übrigen dem äußerst zudringlichen und unsympathischen B. ähnelt – und er sich auf mich stürzen will, um eine unnötige Diskussion zu beginnen, schnauze ich ihn mit den Worten an: “Wenn du dich mir nur auf zwei Meter näherst, zeige ich dich wegen Nötigung an.” Er sieht mich ungläubig an und stammelt dann: “Nein, das tust du ja doch nicht.” Er ahnt nicht, wie ernst es mir mit meinem Vorhaben ist. Zur Sicherheit lasse ich mir von der Rezeptionistin vor dem Eingang des Hotels, in dem ich gerade übernachte, den Weg zur nächsten Polizeistation beschreiben. Diese ist in einem Zelt untergebracht und liegt nur einige hundert Meter entfernt an einer staubigen Feldstraße, die vom Hoteleingang zur nächsten Ortschaft führt. Auf dem Weg dorthin wird es allmählich stockdunkel. Als ich von außen mit der flachen Hand auf die grüne Zeltplane schlage, um mich bemerkbar zu machen, wird eine Art Eingang von einem Polizisten geöffnet, der mich fragt, was ich denn wolle. Ich höre nur seine Stimme und sehe seine blankgeputzten schwarzen Stiefel auf Augenhöhe, da der Boden des Zelts etwa zwei Meter erhöht ist. “Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin”, antworte ich und schildere dem Polizisten umständlich mein Problem. Ich habe Angst, man könnte mich wieder heimschicken; schließlich bin ich an den Vorfällen nicht ganz unschuldig. “Nein, hier sind Sie genau richtig, wir haben gerade einen Spezialisten für Betrugsfälle bei uns.” Ich bin erleichtert und steige eine Holztreppe zum Zelt hoch. Und schon begrüßt mich dieser Spezialist, der vom Nikotin gelb verfärbte Zähne hat, einen zerknitterten Trenchcoat sowie eine schwarze Hornbrille trägt und einen aus dem Mund fließenden Speichelfaden bei sich zu behalten versucht. Er ist äußerst eifrig und geleitet mich zu einem Tisch in der Polizeistation, die im Inneren sehr an ein überfülltes, stickiges Bierzelt erinnert. Plötzlich tanzt ein kleines Mädchen vor mir her und bedeutet mir, mich auf einen bestimmten Platz zu setzen. Als seine Mutter es ermahnt – “Du blockierst ja alles, siehst du denn nicht, dass alle Leute hier vorbeiwollen!” – verschwindet es wieder, nicht ohne mich darauf hinzuweisen, dass es mich später noch einmal zu sehen wünsche: “Kis-sen! Kis-sen!” Ich verstehe “Küssen”, was mir sehr peinlich ist. Der Spezialist für Betrugsfälle sitzt schließlich rechts neben mir an der Längsseite des Tischs und mustert mich aufmerksam bei den Abschiedsworten des kleinen Mädchens.

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Zwei scharze Stiere

Dienstag, 17. März 2009 22:00

Ich laufe eine sehr steile Freitreppe nach oben, die zur Außenanlage eines Schlosses oder einer Residenz etwa aus der Zeit des Barock oder des Rokoko gehört, und gelange schließlich atemlos auf eine sehr große, quadratische Plattform. Es ist ein lauer Sommerabend kurz nach Sonnenuntergang, und gegenüber sehe ich das saftige Grün eines schattigen Waldes. Als ich nach unten blicke, sehe ich ein dynamisches Paar von zwei sehr wilden, schwarzen Stieren auf der Treppe nach oben preschen, die bald auf mich als Blitzableiter ihrer ungeheuren Energie treffen werden. Ich stoße sie an den Hörnern wieder zurück und bin freudig überrascht über ihre ungezügelte, überwältigende Kraft. Einer der beiden Stiere gibt jedoch nicht auf und jagt erneut mit einer unglaublichen Geschwindigkeit nach oben, um mich in einem erneuten Versuch mit seinen Hörnern aufzuspießen oder zu Boden zu werfen. Ich überlege kurz, mich auf den schmalen Vorsprung zu retten, der die Treppe säumt. Als ich so hoch über der Stadt herumtänzele, schäumt der schwarze Stier zu meinen Füßen vor Wut. Ich steige die Treppe etwas weiter hoch; rechts von der Treppe befindet sich ein schwarzer, schmiedeeiserner Gitterzaun vor einer Kirche, der eine kleine Altarnische mit darüber angebrachten Kreuz an der Kirchenmauer vor den vorbeieilenden Passanten schützt. Die kleine Türe quietscht in den Angeln, als ich sie öffne. Auf der anderen Seite des Gitters locke ich den schwarzen Stier spielerisch in diesen geschützten Raum, indem ich die Tür provozierend hin- und herschwenke. Als der Stier den Zugang durchquert, verwandelt er sich in einen aufrecht gehenden Menschen mit einem schwarzen Umhang. Hier bekomme ich ihn nun endlich zu fassen und drücke ihn sehr fest in die Altarnische unter das Kreuz. “Glaubst du an Gott?”, frage ich mein Gegenüber, das mich voller Angst ansieht. Ich bekreuzige mich mehrere Male und lasse dann mit der Gewissheit von ihm ab, dass er mich in Zukunft nicht mehr belästigen wird.

Assoziationen: Festung Marienberg in Würzburg, Residenz in Würzburg, Stierkampf, Sternzeichen Stier

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Das Hotel und der Schalter

Sonntag, 22. Februar 2009 21:44

Wandleuchte

Ich habe in einem ungewöhnlichen Hotel Quartier bezogen, dessen Gänge gewunden und sehr eng sind. In einem matt beleuchteten Gang steht mitten auf dem roten Teppich eine Säule, an der ich mich nur mit größter Mühe und Not vorbeiquetschen kann. Leider muss ich, um zu meinem Trakt zu gelangen, immer diesen Gang benutzen. Ich habe außerdem die Aufgabe, einen Schalter zu betätigen, der in einer kleinen und versteckten Nische in einem Quergang untergebracht ist. Mit dem ersten Schalter kann ich die elektrische Versorgung eines anderen Bauteils an- und wieder ausschalten, während ich mit dem zweiten verschiedene bläuliche Licht – und elektrische Effekte erzeugen kann. Kurz darauf erfahre ich auch, dass diese Effekte in einem museumsähnlichen Saal zu Schau gestellt werden. Der Hotelbesitzer hat einen Vertrag mit einem Werbeunternehmen abgeschlossen, in dessen Werbekonzept ich eine tragende Rolle spiele. Ich soll einige Bekannte einladen und sie, ohne dass sie mich sehen können, in diesen Saal lotsen, in dem sie auf mich warten und die Lichteffekte bestaunen sollen. Gleichzeitig soll ich Ihnen das Gefühl vermitteln, ich befände mich bereits unter ihnen, bis ich leibhaftig vor ihnen erscheine. Diese Sequenz mit der abschließenden Überraschung wird filmisch festgehalten und dient als Grundlage für den Werbetrailer eines Luxusprodukts. Als Gegenleistung darf ich umsonst in diesem Hotel nächtigen. Zweimal hintereinander läuft alles tatsächlich so ab, wie es das arg umständliche Drehbuch vorsieht – meine Bekannten strömen aus einer dunklen, kalten und sehr großen Vorhalle in den Saal, ich betätige die Schalter und laufe dann selbst zum Saal, um sie zu begrüßen. Beim dritten Mal jedoch ist es wie verhext – ich komme viel zu spät zum Schalter. Wie um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen, drücke ich ihn zu oft und zu heftig. Das Metallgehäuse, in das der Schalter eingelassen ist, löst sich aus der Wand. Dahinter befinden sich die Kabel und ein beleuchteter Hohlraum mit einem Zettel – ein Vertrag, den der Hotelbesitzer aufgesetzt hat. Mit Bleistift hat er darauf den Betrag festgehalten, mit dem meine Unkosten beglichen werden sollen, nämlich 10 Euro für jede Betätigung des Schalters. Als ich das lese, steigt langsam Wut in mir hoch. Ich wußte nicht, dass ihm meine Mitwirkung so wenig wert ist. Dennoch haste ich zum Saal, um zu retten, was noch zu retten ist. Aus dem Saal strömen mir jedoch schon hustend meine Bekannten entgegen. Eine mir unbekannte, junge Frau sieht mich an und meint: “Geh besser nicht hinein…”

An der Rezeption unterhalte ich mich mit den Empfangsdamen. Die Dame links von mir trägt ein rotes, wadenlanges Kleid, während ihre Kollegin mit einem Top aus denselbem Stoff bekleidet ist. Ihre Oberkörper gleichen sich deswegen bis in die Details – sogar das Dekollete der beiden Damen ist nicht zu unterscheiden. Ich kann mich vom Anblick ihrer Brüste, die sich unter der Kleidung abzeichnen, nicht losreißen und bin sehr verwirrt.

Assoziationen: Milgram-Experiment, atmosphärisch stark an den Film “A beautiful mind” erinnernd

Bildrechte: © RAHOUSE / PIXELIO

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Neujahrstraum

Donnerstag, 1. Januar 2009 13:50

Ich befinde mich in China und besichtige in der Nähe der Metropole Shenzen einige Fabriken, die Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs produzieren. Mein persönlicher Begleiter ist ein hoher Parteifunktionär der KP Chinas, der die Aufgabe hat, sich um ausländische Gäste zu kümmern; ich übersehe ihn aufgrund seiner Körpergröße ständig (eigentlich nehme ich nur seine pechschwarzen, sorgsam frisierten schwarzen Haare wahr), höre aber dafür um so eindringlicher seine Stimme neben mir. Die Fabriken liegen in einem riesigen Gewerbegebiet und bestehen aus großen Hallen, deren metallische Außenhaut in der Sonne glänzt. Auf den Straßen hat sich der neu gefallene Schnee in Schneematsch verwandelt, während die Straßen selbst wieder mit einer leichten Eisschicht bedeckt sind. Die Besichtigung ist abgeschlossen, und mein Begleiter lädt mich ein, mit ihm in einem winzigen Arbeiterlokal in der Nähe eine Spezialität dieser Region zu probieren. Ich rutsche mit den Füßen die gefrorene Straße hinab auf eine blaue, schmale Wegweisertafel zu, auf der in weißer Schrift teils in chinesischen Schriftzeichen, teils in römischen Buchstaben die einzelnen Firmen verzeichnet sind, und habe Angst, sie in voller Fahrt umzustoßen. Glücklicherweise komme ich aber kurz vor ihr zum Stehen. weiterlesen

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