Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Zeitlinien'

2010/2011

Sonntag, 16. Januar 2011 21:44

Das letzte Jahr hat sich nicht gerade bemüht, mir in guter Erinnerung zu bleiben, vor allem, wenn ich die letzten Monate Revue passieren lasse. Es bestand vor allem aus einem: Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit. Ich wollte mich verändern und bekam die Chance dazu – aber dass der Abschied schließlich so konfliktbelastet und alles andere als reibungslos sein würde, erfuhr ich erst Monate später. Auch die Welle medialer Aufmerksamkeit, mit der ich anfangs bedacht wurde, trug nur unwesentlich zu einem positiveren Lebensgefühl bei und war bald wieder verpufft. Viele Freunde gingen, waren plötzlich nicht mehr greifbar, verschwanden hinter dem undurchdringlichen Dickicht ihres eigenen Lebens; neue wollten sich nicht einstellen. Es war ein Jahr des Übergangs, in dem ich nicht stehen bleiben konnte und so auch die Zeit nicht fand, um die zurückliegende Wegstrecke ausreichend und dankbar zu würdigen. Alles stand unter dem Diktat einer unerbittlich tickenden Uhr, die sich immer schneller zu drehen schien.

Das neue Jahr wird ein anderes Gesicht tragen, ein glücklicheres, ein zufriedeneres, ein ausgeglicheneres. Woher ich das weiß? Es schließt sich ein Kreis – ich bin wieder in meiner Mitte angekommen und sehe etwas klarer. Die Herausforderung besteht nun nicht mehr darin, ein schwarzes Loch zu füllen, sondern weitere Stufen zu nehmen. Ich muss nicht mehr dem Bild entsprechen, das sich andere von mir gemacht haben, denn ich habe Alternativen. Und das Wichtigste: ich kann mir wieder Zeit nehmen, Zeit, um Dinge zu betrachten und sie nachzuvollziehen. Und ich brauche diese Zeit, um etwas entstehen lassen und wachsen zu können, innerlich und äußerlich. Nur so kann ich anderen und mir selbst zu verstehen geben, dass sie eine Bedeutung für mich haben. Mut ist dazu nötig, und auch eine große Portion Sensibilität. Wie auch immer es werden wird – ich lasse mich vom neuen Jahr überraschen. Schließlich ist es ja noch so jung.

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Blogwichteln 2010

Sonntag, 21. November 2010 22:51

Frau Creezy hat sich dieses Jahr (nach Frau Bhuti im letzten Jahr) dankenswerterweise bereit erklärt, dieses Jahr die Organisation des von Herrn Hollemann begründeten, legendären Blogwichtelns zu übernehmen. Bei diesem beglückt ein Blogger einen anderen, ihm von Frau Creezy unter Zuhilfenahme des großväterlichen Sektkübels zufällig zugelosten Blogger mit einem geschriebenen, getöpferten, gemorsten, gestrickten, gezimmerten oder sonstwie fabrizierten Beitrag. Anschließend rätselt der Blogger nach dem Tag der Veröffentlichung in den Blogs der Teilnehmer (a.k.a. großer Blogwichteltag) zusammen mit allen anderen darüber, wer denn jetzt nun wen bewichtelt hat. Heissa, ein Spaß! Also, liebe Alt- und Neuwichtler – bis 30. November hier anmelden! Je mehr daran teilnehmen, um so interessanter wird es natürlich…

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Wind of change

Sonntag, 11. April 2010 1:04

“Überall weht er, nur nicht bei mir…” Das fiel mir unwillkürlich vor wenigen Wochen ein, als ich in der Nähe von Fulda einen kleinen Abendspaziergang unternahm und die sich drehenden Windräder betrachtete. Knapp zwei Wochen später erhielt ich das Angebot, in eine andere Abteilung zu wechseln. Ich sagte ohne Bedenkzeit sofort zu, meldete mich zur nächsten Stufe meiner berufsbegleitenden Weiterbildung an und reaktivierte einen lange unterbrochenen Kontakt zu einem Menschen, der mir sehr viel bedeutet. Die aufkeimenden Zweifel und das Gefühl, die Tür zu einer vielversprechenden Zukunft aufgestoßen zu haben, verwandelten mein Gefühlsleben in eine Achterbahnfahrt. Ich merke deutlich, dass ich momentan sehr viel Zeit ich für mich selbst brauche, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen und mich an die neuen Perspektiven zu gewöhnen. Ich ziehe mich unbemerkt, aber stetig von anderen zurück, und es gibt derzeit niemanden, dem das auch nur ein bißchen auffallen würde. Es mag zwar jetzt der Samen gelegt worden sein, aber es ist noch nichts entschieden und kaum mehr als eine Möglichkeit. Ich kann selbst fast nichts dafür tun, dass sich die Möglichkeiten in handfeste Realität verwandeln. Mit meinen Verträgen als freiberuflicher Dozent ergeht es mir bei verschiedenen Bildungsträgern ähnlich – die Termine für die Seminare sind bis Ende 2011 fixiert, ich sitze regelmäßig ein paar Stunden über meinen Präsentationen, aber sobald die Veranstaltungen in greifbare Nähe rücken, erhalte ich einen Anruf, dass die Kurse aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl abgesagt werden müssen. Auf diese Weise bin ich zwar mit umfangreichen Vorbereitungen beschäftigt, sehe aber kein Geld dafür.

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Rutschig…

Donnerstag, 31. Dezember 2009 16:33

Feuerwerk

Rutschig soll es ja heute abend insgesamt werden. Aber ich hoffe, ihr kommt alle gut in 2010 an und feiert den Jahreswechsel gebührlich. Drüben wünsche ich euch dann eine ganz tolle Zeit, 12 Monate lang!

Bildrechte: © gnubier / PIXELIO

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Weihnachtsgruß 2009

Donnerstag, 24. Dezember 2009 21:01

Ich wünsche euch allen da draußen frohe, besinnliche, erholsame und liebevolle Feiertage.

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Ich wünsch mir was. Teil 1: Der ideale Job

Dienstag, 11. August 2009 23:09

Heute habe ich zufällig den Rat aufgeschnappt, man solle seine Wünsche so präzise und deutlich wie möglich niederschreiben, damit man ihnen eine Chance zur Verwirklichung gibt. Diesen einen Rat will ich ausnahmsweise mal befolgen, und daher phantasiere ich mir ganz verantwortungslos und egoistisch gleich mal meinen idealen Job zusammen:

  • Ich fahre jeden Tag ausgeschlafen in die Arbeit. Das bedingt aber auch, dass ich erst später als bisher mit dem Arbeiten beginne und auch später wieder aufhöre. Am besten wäre eine regelmäßige Arbeitszeit zwischen 10.00 und 18.00 Uhr.
  • Wenn ich untertags eine Pause brauche und keine wichtigen Besprechungstermine anstehen, kann ich mir eine Auszeit nehmen. Es gibt niemanden, dem ich dafür Rechenschaft ablegen muss.
  • Meine Agenda hat eine gewisse Gültigkeit, das heißt, wenn ich in einem wichtigen Projekt stecke und dafür meine komplette Arbeitszeit benötige, wird das beachtet und respektiert. Ich werde nicht mit tausend anderen zu erledigenden Aufgaben nebenher zugeschüttet und kann mich voll und ganz auf eine Aufgabe konzentrieren.
  • Das Gehalt ist meiner Tätigkeit angemessen. Ich habe nicht das Gefühl, laufend übervorteilt und als billiger Arbeitssklave missbraucht zu werden. Es reicht, um die laufenden Ausgaben zu decken und einen guten Anteil nebenher sparen zu können.
  • Ich arbeite in einem kleinen Team aus Spezialisten, die etwas von ihrer Sache, die nicht meine Sache ist, verstehen. Das Arbeitsklima ist freundlich und aufgeschlossen, aber meistens aufgabenorientiert.
  • Mein Vorgesetzter gibt mir klare Zielvorgaben und klare Rückmeldungen. Ich weiß immer, woran ich mit ihm bin. Ansonsten läßt er mir weitgehend freie Hand und traut mir selbständiges Arbeiten zu. Wenn er mich um einen Rat bittet, hört er mir zu und läßt mich im Gegenzug an seinen eigenen Gedanken und Ideen teilhaben. Er vertraut meiner Expertise.
  • Ich arbeite in einem Großraumbüro, habe aber die Möglichkeit, auch tageweise ein Einzelbüro nutzen zu können, je nach Lust und Laune.
  • Mein Hauptaufgabengebiet ist Kommunikation, Wissen und Begegnung. Ich bringe Menschen zusammen, moderiere und kann im Hintergrund kreativ gestalten.
  • Ich habe einen inoffiziellen Sparringspartner, mit dem ich die verrücktesten Ideen durchspielen kann. Ab und zu trinken wir mal ein Bier zusammen.
  • Der Besuch von Weiterbildungen, Seminaren und Schulungen wird in jeder Hinsicht gefordert und gefördert.
  • In Verhandlungen oder bei Treffen mit externen Geschäftspartnern werde ich, wenn es mein Aufgabengebiet betrifft, einbezogen und um Stellungnahme gebeten.
  • Das Umfeld ist professionell, aber keinesfalls steif.
  • Es gibt feste Jahrestermine. Einen gewissen Teil des Jahres verbringe ich auf Reisen.
  • Es gibt zumindest eine zuverlässige und fleißige Person, an die ich einen Teil meiner Arbeit delegieren kann.

Ja, all das, in den buntesten Farben ausgeschmückt, wünsche ich mir. Mal sehen, ob es mit der Beschreibung der idealen Beziehung auch so leicht wird.

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Die Ausbrecherkönige

Dienstag, 30. Juni 2009 11:52

Wir hatten uns einen Plan zurechtgelegt, vorsichtig wie zwei Wühlmäuse, wenn sie auf ein unerwartetes Hindernis stießen, immer bereit zur Flucht oder zum Sich-Tot-Stellen, je nachdem, was gerade angemessener erschien. Er funktionierte, auch deswegen, weil sich der allmächtige Präfekt nicht einmal im Traum vorstellen konnte, dass wir ausbrechen und so seine Allgewalt über uns, die sich selbstverständlich auch auf unseren Schlaf und unsere Träume erstreckte, Lügen strafen würden.

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Ordnen

Montag, 15. Juni 2009 0:00

Ich bin gerade sehr beschäftigt damit, meine Befindlichkeiten, meine Aussichten, meine Pläne und meine Wünsche zu ordnen. Es ist wie bei einer Entdeckungstour, und es gibt allerhand zu bestaunen: heftige Aversionen, unerwiderte Sympathien, stille Neigungen, neue Freundschaften. Ich weiß, dass das alles Zeit benötigt, um zu wachsen, sich für mich zu einem sinnvollen, lebenswerten Ganzen zusammenzusetzen, während doch nichts knapper ist als Zeit. So vieles drängt auf Planung, Erledigung und Kontrolle; nichts erscheint schlimmer als ein Bereich, in den man nicht blitzartig hineinswitchen und ebenso geistesgegenwärtig reagieren kann. Vor allem dieses Jahr ist von einer Energie gekennzeichnet, die mir nicht liegt, und die neben der Aktion auch ein Stückchen Selbstaufgabe fordert, um ganz für von anderen definierten Anforderungen zur Verfügung zu stehen.

Das ist das Tabu, und ich lebe es lustvoll aus: nämlich sich mit sich selbst und seinen eigenen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Lasst mich einmal die Frage stellen: will ich das überhaupt? und lasst mir die Zeit, um Luft zu holen und darüber nachzudenken. Lasst mich. Sein.

Ich bin nicht diese Rolle, ewig gut gelaunt, selbstbewusst, voller Tatendrang, unendlich kreativ und sensibel. Ich bin, aber das wisst ihr nicht und wollt es wahrscheinlich auch nicht wissen, ganz anders: viel zweifelnder, unsicherer, ängstlicher, egoistischer. Und viel näher am Scheitern als am Erfolg.

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Spiel des Lebens

Sonntag, 8. Februar 2009 11:46

Früher drehte ich am Glücksrad, fuhr ein flottes Plastikauto und steckte rosa und hellblaue Plastikstecker in die noch freien Plätze, die meine Frau und diverse Kinder symbolisierten. Ich ergriff einen lukrativen Beruf, und zum Schluss kam ich in der herrschaftlichen Villa an und zählte meine unterwegs aufgesammelten Geldscheine.

Nach dieser Woche kommen mir Zweifel an dieser bunten, allzu träumerischen Version des Lebens. Nicht, weil meine eigenen Seifenblasen geplatzt wären, sondern weil ich mich in dieser Woche ganz nahe an andere heranwagte und intensiv deren Wünsche, Sehnsüchte und Ängste spürte. G., die sich nach unserem gemeinsamen Abend im Bistro R. nicht getraut hatte, mich um eine Berührung zu bitten. Nach zwei Tagen sagte sie mir, sie hätte von unserem Spaziergang im Dörnbergpark und von den blauen Lichtern der Taschenlampen geträumt, die wir gesehen hatten. I., der ich davon erzählte und die mich daraufhin voller Eifersucht fast mit vorgehaltener Pistole und mit Geschenken für die bestandene Prüfung dazu zwang, mit ihr am Freitagabend auszugehen. B., der es nicht lassen konnte, sich bei der Kursleitung als Kurssprecher massiv über einen Dozenten zu beschweren und unseren Kurs dazu nötigte, Beurteilungsbögen auszufüllen, während ich den Dozenten nicht ins offene Messer laufen lassen wollte und ihn vor dem Unterricht über das geplante Scherbengericht informierte.

Ich selbst arbeite gerade weg, was sich in meinen Ablagen während der letzten Wochen angesammelt hat, mit dem beruhigenden Gefühl, einen kleinen Wendepunkt in diesem arbeitsintensiven Jahr erreicht zu haben. Meine Gefühle bewegen sich ganz merkwürdig zwischen Himmel und Hölle. Vielleicht auch deswegen, weil von meinen guten Vorsätzen nicht ein einziger übrig geblieben ist – bis auf den, vor Konflikten nicht wegzulaufen, sondern sie auszuhalten. Die herrschaftliche Villa ist noch in weiter Ferne, und das ist auch gut so.

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Mein Fazit 2008

Sonntag, 28. Dezember 2008 19:16

“Ich drehe den Spieß innerlich um: Nicht ich stehe der Situation zur Verfügung, sondern die gesamte Situation steht ab sofort mir zur Verfügung.” Olaf Jacobsen

  • Ich habe gelernt, einseitige Beziehungen rasch und kompromisslos zu beenden (ein weiterer Schritt dazu, im entscheidenden Augenblick nein zu sagen). Anderes habe ich dagegen gründlich wieder vergessen.
  • Mein 30-seitiger Beitrag “Medizinprodukterecht aus Sicht des Betreibers – eine Herausforderung für das Qualitätsmanagement (Teil 1)” wurde im Dezember im Nachschlagewerk “Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen” der TÜV Media GmbH Köln veröffentlicht.
  • Ich habe das Gefühl, allmählich als Experte anerkannt zu werden. Das kann aber auch einen erheblichen Nachteil bedeuten: nämlich dann, wenn ich dadurch gezwungen bin, meine zeitlichen Ressourcen sinnvoll einzusetzen und abzuarbeitende Dinge streng zu priorisieren. Die wahren Zeitfresser liegen schließlich in der Vor- und Nachbereitung von Projekten. Und am Abend bin ich nach einem Besprechungsmarathon oft so leer, dass ich selbst bei größter Disziplin und Konzentration nur noch fehlerhafte Berichte schreibe.
  • Die Prüfungen für die “Handlungsfeldübergreifende Qualifikation” als Fachwirt liegen hinter mir. Ich habe alle drei Prüfungsteile bestanden, wenn auch nicht so glanzvoll, wie es andere vorhergesagt hatten. Geprüft wurden: 1. Aspekte der Volks- und Betriebswirtschaft, Recht und Steuern; 2. Unternehmensführung, Controlling und Rechnungswesen; 3. Personalwirtschaft, Informationsmanagement und Kommunikation. Meine Punktzahl verteilt sich wie folgt: 1. 70, 2. 87 und 3. 79 von jeweils 100 Punkten. Ich hätte mehr Zeit in meine persönliche Vorbereitung investieren müssen, um besser abzuschneiden. Kurz vor der Prüfung gab ich jedoch anderen Kursteilnehmern noch Nachhilfeunterricht (in Rechnungswesen, wo sonst! *g*).
  • Hinter einigen persönlichen, aber auch beruflich bedingten Begegnungen steht noch mehr als ein Fragezeichen. Ich bin gespannt, wie sich manche Kontakte, die ich in diesem Jahr geknüpft habe, im nächsten Jahr entwickeln werden.
  • Mein Einzelkämpferdasein fand 2008 definitiv ein Ende. Und die neue Bürogemeinschaft hatte für mich persönlich viele positive Effekte.
  • Ich bekam die gewünschte Unterstützung in Form einer studentischen Hilfskraft. Die Arbeit mit ihr ist aber oft ein Drahtseilakt zwischen Sympathie und Pflicht.

Vielleicht gelingt es mir ja 2009, den oft vermissten, kleinen Glücksmomenten mehr von der Zeit einzuräumen, die sie brauchen, um sich zu entfalten.

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