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	<title>Memoires</title>
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	<description>Ein Tagebuch</description>
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		<title>Inception</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 11:56:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesehen, gehört, gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Mediales]]></category>
		<category><![CDATA[film]]></category>
		<category><![CDATA[inception]]></category>
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		<description><![CDATA[Chuang Tze, ein chinesischer Philosoph, träumte einmal, er wäre ein Schmetterling. Als er aufwachte, sagte er sich: “Bin ich nun ein Mensch, der träumt, er wäre ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der denkt: ‘Ich bin Chuang Tze’?” Trotz seiner atemlosen Handlung und einer Bildsprache, die zeitweise wie bei Emmerich entliehen wirkt, entdeckt man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Chuang Tze, ein chinesischer Philosoph, träumte einmal, er wäre ein Schmetterling. Als er aufwachte, sagte er sich: “Bin ich nun ein Mensch, der träumt, er wäre ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der denkt: ‘Ich bin Chuang Tze’?”<br />
</em><br />
Trotz seiner atemlosen Handlung und einer Bildsprache, die zeitweise wie bei Emmerich entliehen wirkt, entdeckt man in &#8220;Inception&#8221; spirituelle Vorstellungen, die durch die handelnden Personen ausformuliert werden. Ich persönlich glaube nicht, dass es eine lückenlose logische Auflösung des Films geben kann; dazu pulst eine zu starke inszenatorische Energie durch die Handlungsstränge, die wie ein verzerrender Filter wirkt. Als Leitmotiv durchzieht &#8220;Inception&#8221; das glückende oder missglückende Erwachen oder, anders formuliert, die Suche nach einem Ausweg aus dem Labyrinth. Die Koordinaten der realen Welt können zwar bis ins Endlose gedehnt oder verschoben werden, aber nie ohne Konsequenzen und nie so, dass eine Ebene fixiert werden könnte. Wenn man alles subtrahiert, bleibt in dieser (ich bin versucht, zu sagen: alptraumhaften) Welt nur das weiße Papier, die leere Fläche, das Nichts des Limbus. Der unter dem horror vacui leidende Mensch beginnt nun zu füllen, was ihm sonst kaum erträglich wäre &#8211; mit Räumen, mit Architektur, mit Erinnerungen,  mit Projektionen, mit einer idee fixe. Die zentrale emotionale Achse des Films besteht deswegen auch aus Cobbs idee fixe &#8211; seiner Frau Mall und der traumatischen Beziehung zu ihr. Sirenenhaft schlägt sie ihm immer wieder vor, bei ihm zu bleiben und die Ebene des Limbus als dauerhafte zu akzeptieren. Das ist der Gedanke, der in Cobb wächst, bis er ihn zum Schluss des Films tatsächlich verwirklicht. Cobb selbst weiß, welchen Weg er gegangen ist, und eventuell sogar, wie er zurückfindet, aber am Ende opfert Cobb die Realität, die der Zuschauer nie zu sehen bekommt, seiner eigenen Wahrheit. Die große Zäsur, der Kick, der laute Ruf des Erwachens, der ironischerweise durch &#8220;Je ne regrette rien&#8221; angekündigt wird, dehnt sich bis ins Endlose und ist eng verwoben mit dem Tod, der alles beendet, auch und vor allem den Zustand des Traums. Die süße Utopie eines jahrelangen Lebens in einer selbstgeschaffenen Kulisse, der im Augenblick des Erwachens auf eine Zeitspanne von wenigen Minuten zusammenfällt, wird von Cobb (aber auch vom Zuschauer) mit der harten Währung des Realitätsverlusts bezahlt &#8211; der Tod läßt sich nicht überlisten. Wenn Cobb in das eiskalte Wasser des Hier und Jetzt geschmissen wird und verzweifelt nach Luft schnappt, wird das Erwachen durch den plötzlichen Antrieb, sein eigenes Leben zu retten, erst ermöglicht. Es sind die nagenden Traumen, die aus dem Nichts Gespenster schaffen.</p>
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		<title>Phönix</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 00:01:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die blaue Blume]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[phönix]]></category>

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		<description><![CDATA[In gelbroten Symphonien taumeln die Feuer, im schwarzen Atem des verkohlenden Laubs, im wirbelnden Zauber der Lüfte. Ein schaler Halbmond singt das bittere Klagelied des Mohns, das süße Klagelied der fernen Bestimmung. Sanft vibrieren die Häute des Farns, es ruhen still die glänzenden Tropfen der Blutspur. Zu dir, Geliebter, zu dir.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In gelbroten Symphonien<br />
taumeln die Feuer,<br />
im schwarzen Atem<br />
des verkohlenden Laubs,<br />
im wirbelnden Zauber<br />
der Lüfte.<br />
Ein schaler Halbmond<br />
singt das bittere<br />
Klagelied des Mohns,<br />
das süße Klagelied<br />
der fernen Bestimmung.<br />
Sanft vibrieren<br />
die Häute des Farns,<br />
es ruhen still<br />
die glänzenden Tropfen<br />
der Blutspur.<br />
Zu dir, Geliebter, zu dir.</p>
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		<title>Bilder des Tages</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 19:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Visuelles]]></category>
		<category><![CDATA[bilder]]></category>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div align="center"><a title="Erdbeerhäuschen" href="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Erdbeerh%C3%A4uschen.jpg" rel="lightbox" target="_new"><img border="0" hspace="10" alt="Erdbeerhäuschen" vspace="5" src="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Erdbeerh%C3%A4uschen.jpg" width="254" height="170" /></a><a title="Mais" href="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Mais.JPG" rel="lightbox" target="_new"><img border="0" hspace="10" alt="Mais" vspace="5" src="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Mais.JPG" width="254" height="170" /></a></div>
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		<title>Zweimal Struktur</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 08:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div align="center"><a title="Struktur 1" href="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Struktur_1.jpg" rel="lightbox" target="_new"><img border="0" hspace="10" alt="Struktur 1" vspace="5" src="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Struktur_1.jpg" width="254" height="170" /></a><a title="Struktur 2" href="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Struktur_2.JPG" rel="lightbox" target="_new"><img border="0" hspace="10" alt="Struktur 2" vspace="5" src="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Struktur_2.JPG" width="254" height="170" /></a></div>
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		<title>Bilder des Tages</title>
		<link>http://wilderkaiserblog.de/2010/04/24/bilder-des-tages-28/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Apr 2010 16:46:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div align="center"><a title="Otto-Bad" href="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Otto-Bad.jpg" rel="lightbox" target="_new"><img border="0" hspace="10" alt="Otto-Bad" vspace="5" src="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Otto-Bad.jpg" width="254" height="170" /></a><a title="Körbe" href="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/K%C3%B6rbe.jpg" rel="lightbox" target="_new"><img border="0" hspace="10" alt="Körbe" vspace="5" src="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/K%C3%B6rbe.jpg" width="254" height="170" /></a></div>
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		<title>Wind of change</title>
		<link>http://wilderkaiserblog.de/2010/04/11/wind-of-change/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Apr 2010 23:04:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;Überall weht er, nur nicht bei mir&#8230;&#8221; Das fiel mir unwillkürlich vor wenigen Wochen ein, als ich in der Nähe von Fulda einen kleinen Abendspaziergang unternahm und die sich drehenden Windräder betrachtete. Knapp zwei Wochen später erhielt ich das Angebot, in eine andere Abteilung zu wechseln. Ich sagte ohne Bedenkzeit sofort zu, meldete mich zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Überall weht er, nur nicht bei mir&#8230;&#8221; Das fiel mir unwillkürlich vor wenigen Wochen ein, als ich in der Nähe von Fulda einen kleinen Abendspaziergang unternahm und die sich drehenden Windräder betrachtete. Knapp zwei Wochen später erhielt ich das Angebot, in eine andere Abteilung zu wechseln. Ich sagte ohne Bedenkzeit sofort zu, meldete mich zur nächsten Stufe meiner berufsbegleitenden Weiterbildung an und reaktivierte einen lange unterbrochenen Kontakt zu einem Menschen, der mir sehr viel bedeutet. Die aufkeimenden Zweifel und das Gefühl, die Tür zu einer vielversprechenden Zukunft aufgestoßen zu haben, verwandelten mein Gefühlsleben in eine Achterbahnfahrt. Ich merke deutlich, dass ich momentan sehr viel Zeit ich für mich selbst brauche, um wieder Boden unter die Füße zu bekommen und mich an die neuen Perspektiven zu gewöhnen. Ich ziehe mich unbemerkt, aber stetig von anderen zurück, und es gibt derzeit niemanden, dem das auch nur ein bißchen auffallen würde. Es mag zwar jetzt der Samen gelegt worden sein, aber es ist noch nichts entschieden und kaum mehr als eine Möglichkeit. Ich kann selbst fast nichts dafür tun, dass sich die Möglichkeiten in handfeste Realität verwandeln. Mit meinen Verträgen als freiberuflicher Dozent ergeht es mir bei verschiedenen Bildungsträgern ähnlich &#8211; die Termine für die Seminare sind bis Ende 2011 fixiert, ich sitze regelmäßig ein paar Stunden über meinen Präsentationen, aber sobald die Veranstaltungen in greifbare Nähe rücken, erhalte ich einen Anruf, dass die Kurse aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl abgesagt werden müssen. Auf diese Weise bin ich zwar mit umfangreichen Vorbereitungen beschäftigt, sehe aber kein Geld dafür.</p>
<p><span id="more-831"></span></p>
<p>Warum tut man eigentlich etwas? Aufgrund des Renomees, um einen bestimmten Status zu erreichen, und sei es der des Vielbeschäftigten, um Geld zu verdienen, um konsumieren zu können, oder &#8211; im unwahrscheinlichsten Fall &#8211; wegen der Sache selbst und der Menschen, denen man mit seiner Arbeit helfen kann? Mein zukünftiges Aufgabenfeld kommt meinen Fähigkeiten in vielerlei Hinsicht entgegen, es liegt mir, ich freue mich darauf, meine Expertise ist gesucht (an dieser Stelle nur soviel: es hängt sehr eng mit dem Einkauf von Investitionsgütern zusammen). Nur mein derzeitiger Chef weiß nicht, an wen er meine momentanen Aufgaben delegieren soll. Meine Stelle soll seinen Vorstellungen zufolge jedenfalls nicht mehr weitergeführt werden, und schon gar nicht in seiner Abteilung. Es wäre wohl auch problematisch, die Stelle intern oder extern nachzubesetzen, ohne die Vergütung deutlich anzuheben, vom speziellen Wissen, das man dafür benötigt, ganz zu schweigen. Für mich selbst kam es anscheinend überhaupt nicht in Frage, mehr Geld zu erhalten, auch nicht nach dem Abschluss meiner Weiterbildung im Januar &#8211; und das, obwohl ich davon ausgegangen bin, dass das mit meinem Chef so vereinbart und kaum mehr als eine Formsache sei. Das Geschrei und die Aufregung sind jetzt natürlich bei allen um so größer. Auch dass ich nach meinem Abschluss nicht stehen bleiben, sondern mich weiterqualifizieren will, wurde ausführlich besprochen. Mich wundert es, dass mein Chef erst jetzt zu bemerken scheint, dass ich mich damit eindeutig in eine kaufmännische Richtung bewege, um so mehr, als er mir diese anschließende Weiterbildung im Mitarbeitergespräch vor vier Monaten ausdrücklich empfohlen hat. Natürlich ist auch sie eine Wette auf die Zukunft, mit ungewissem Ausgang.</p>
<p>Unsicherheit und Angst: so viele Änderungen wollte ich gar nicht. Er kann wieder aufhören zu wehen. Nur werde ich meinen Willen nicht bekommen, ohne Widerstand herauszufordern. Was ich will, weiß ich ganz genau: mein Stück vom Kuchen. Meine Vision ist es nicht, jemandem etwas wegzunehmen oder jemanden zu verletzen. Nur werde ich nicht mehr andere darüber bestimmen lassen, was mir zusteht oder nicht. Ich kann auch kämpfen. Endlich.</p>
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		<title>Bilder des Tages</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 20:23:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Visuelles]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div align="center"><a title="Wasserschloss" href="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Wasserschloss.jpg" rel="lightbox" target="_new"><img border="0" hspace="10" alt="Wasserschloss" vspace="5" src="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Wasserschloss.jpg" width="254" height="170" /></a><a title="Cafe" href="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Cafe.jpg" rel="lightbox" target="_new"><img border="0" hspace="10" alt="Cafe" vspace="5" src="http://galerie.wilderkaiserblog.de/albums/userpics/10001/Cafe.jpg" width="254" height="170" /></a></div>
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		<title>Abschied, du Nachtigallenwort</title>
		<link>http://wilderkaiserblog.de/2010/03/28/abschied-du-nachtigallenwort/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 10:14:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anders gesagt]]></category>
		<category><![CDATA[abschied]]></category>
		<category><![CDATA[gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[sachs]]></category>

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		<description><![CDATA[Abschied, du Nachtigallenwort, Das sich zu Gott versang, Du Tränenkrug, drin hier und dort ein Schluchzendes ertrank. Küsst sich in dir ein Schwalbenpaar, Das auseinander zieht? Trennt dich der Tod, ein leises Haar, Das Lieb von Liebe schied? Nelly Sachs]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Abschied, du Nachtigallenwort,<br />
Das sich zu Gott versang,<br />
Du Tränenkrug, drin hier und dort<br />
ein Schluchzendes ertrank.</p>
<p>Küsst sich in dir ein Schwalbenpaar,<br />
Das auseinander zieht?<br />
Trennt dich der Tod, ein leises Haar,<br />
Das Lieb von Liebe schied?</p>
<p><em><span style="FONT-SIZE: xx-small">Nelly Sachs</span></em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Vernichtung</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 11:23:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[hitler]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>
		<category><![CDATA[wehrmacht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich befinde mich in einer großen und langgestreckten Mannschaftsbaracke der Wehrmacht in Russland, die auf Stelzen erbaut worden ist. Es ist ein sehr milder Frühlingsabend, und in der Baracke befinden sich hauptsächlich hochdekorierte Offiziere, die den Feldzug gegen Russland planen. Es herrscht eine sehr ausgelassene Stimmung, und die Offiziere trinken literweise Wodka; der Raum dampft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich befinde mich in einer großen und langgestreckten Mannschaftsbaracke der Wehrmacht in Russland, die auf Stelzen erbaut worden ist. Es ist ein sehr milder Frühlingsabend, und in der Baracke befinden sich hauptsächlich hochdekorierte Offiziere, die den Feldzug gegen Russland planen. Es herrscht eine sehr ausgelassene Stimmung, und die Offiziere trinken literweise Wodka; der Raum dampft und ist völlig überheizt. Ich sitze etwas seitlich, aber an einem Platz, an dem ich alles sehr gut überblicken kann. Um mich herum rote, aufgedunsene, fiebrig erregte Gesichter. Zwei Feldwebel fahren eine Puppe oder etwas ähnliches vom Eingang her in den Raum; ich kann es anfangs nicht genau sehen, aber es ist doch ein Mensch, der sehr unbeweglich und merkwürdig starr in einer Konstruktion festgebunden scheint. Er trägt die Uniform eines Generals, und auf seiner Brust zeichnen sich zwei rote Striemen ab, deren Verlauf mit den Kragen seiner Uniform korreliert und die Ordensbänder nachbilden sollen. Der Feldwebel, der den Menschen hereingefahren hat, und sein Kamerad könnten sich fast ausschütten vor Lachen. Mit einer blitzschnellen Bewegung reißen sie schließlich die Uninformjacke vom Körper herunter. Zum Vorschein kommt ein leichenblasser Torso eines Partisans oder KZ-Häftlings, der wie eine Schneiderpuppe mit einem Stahlstift auf einem fahrbaren Untersatz befestigt ist. Auch zwei vermutlich mit Offizierssäbeln abgetrennte Arm- und Beinstümpfe wurden unterhalb des Torsos und neben dem Torso auf dieselbe Weise angebracht und bluten noch nach. Das Blut unterstreicht nun erst recht die Verhöhnung alles Menschlichen und stellt eine auffällige Verbindung zur Farbe des symbolisierten Offiziersbands dar. Die versammelte Mannschaft kann nicht mehr an sich halten und brüllt vor Lachen. Ich bin zutiefst verstört von dieser sadistischen Erniedrigung und der sie begleitenden gemeinschaftlichen Wollust, und mir wird übel. Die Schnelligkeit, in der alles geschieht, läßt mir kaum Zeit, mich auf diesen Schock vorzubereiten. Ich stürme an die frische Luft, während das Gelächter in der Baracke hinter mir kein Ende finden will.</p>
<p>Wenige Augenblicke später sitze ich neben Hitler auf der Rückbank seines Führerwagens. Es ist Nacht. Er ist für mich nicht sichtbar, sondern nur ein dunkler Schatten, der sich von mir wegdreht. Wir sprechen kaum miteinander, aber ich spüre seine Verärgerung und Unzufriedenheit, die wie eine Maske auf einem unheimlich tiefen und lauernden Zerstörungstrieb liegen. Dieser Trieb ist, wie alles andere an ihm, nicht von einer besessenen Raserei geprägt, sondern von einer völlig emotionslosen und unbarmherzigen Grausamkeit, einem Vernichten-Wollen um jeden Preis. Ich lasse mich während des Traums davon einschüchtern. Vorsichtig wollte ich ihn davon abbringen, in stark besiedelte Gebiete des russischen Hinterlands einzufallen, und schlug ihm statt dessen vor, große, aber weniger stark besiedelte Landflächen im Norden zu erobern. Ich hoffte dabei auf weniger Tote und auf eine Eindämmung der um sich greifenden Schlachterei. Hitler läßt darüber nicht mit sich reden. Ihm missfallen die Berichte des Generalstabs über den Feldzug im Osten, und immer wieder erinnert er sich unwillkürlich an einzelne Details dieser Berichte, die ihn in eine endlose, monologisierende Rage versetzen. Ich strecke Hitler ein kleines Kätzchen hin, das leise miaut. Das Kätzchen umgibt eine lichtvolle Aura, die die Nacht ein wenig erhellt. Hitler krault das Kätzchen gedankenverloren am Genick, aber so, als bohre er mit seinem Finger nach den Wirbeln des kleinen Lebewesens, um ihm zu zeigen, dass er es jederzeit töten könne und er der Herr über sein Leben und seinen Tod sei. Wenn ich ihm das Kätzchen aufdrängen würde und es beginnen sollte, ihn zu lieben, müßte er es sofort umbringen.</p>
<p>Ich erwache in einem Strudel aus bedrängenden Gedanken und Gefühlen.</p>
<p><em>Nachtrag: Beim angesprochenen Orden handelt es sich wahrscheinlich um die Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 (Ostmedaille), deren blutrotes Band am 2. Knopfloch der Uniformjacke getragen wurde. Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Medaille_Winterschlacht_im_Osten_1941/42" target="_new" title="Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42">Wikipedia</a></em></p>
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		<title>Sturm</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 21:20:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilder Kaiser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[sturm]]></category>
		<category><![CDATA[traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich erwache wie von einem Donnerschlag und stehe sofort auf, da ich ein schlimmes Ereignis befürchte, das unmittelbar bevorsteht. Ich blicke aus dem Fenster und bin für einen Augenblick ziemlich verwirrt: ich blicke wie von einem sehr hohen Punkt aus auf das südliche Tal hinter dem Universitätsklinikum hinab und stehe doch nur an der mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich erwache wie von einem Donnerschlag und stehe sofort auf, da ich ein schlimmes Ereignis befürchte, das unmittelbar bevorsteht. Ich blicke aus dem Fenster und bin für einen Augenblick ziemlich verwirrt: ich blicke wie von einem sehr hohen Punkt aus auf das südliche Tal hinter dem Universitätsklinikum hinab und stehe doch nur an der mir bekannten Fensterfront vor den Kursräumen im rückwärtigen Teil des Klinikums; zudem bin bin überrascht darüber, dass ich vor einem der Kursräume mein Lager aufgeschlagen habe. Über dem Tal türmt sich ein kompakter, gewaltiger Hexenkessel aus pechschwarzen Wolken auf, in dem einzelne Blitze zucken. Er dreht sich in einer rasenden Geschwindigkeit und bildet schließlich einen Tornado, der ganze Häuser wie Streichhölzer in der Mitte auseinanderbricht und wegfegt. Ich bin erleichtert, als ich bemerke, wie sich das Auge des Sturms langsam von den Gebäuden des Klinikums wegzubewegen scheint. In der sich lösenden Anspannung kommt mir plötzlich auch meine grelle Panik zu Bewusstsein.</p>
<p>Nach einem kurzen Schwenk nach links durch die Glastüren, die zur Kinderklinik führen, sehe ich meinen Kollegen M. an einem Patientenmonitor herumhantieren. Er steht etwas weiter weg in einem der rundum verglasten Aufenthaltsbereiche am Ende der C4-Spange und überprüft dort die Netzwerkeinstellungen der Monitore. Ich bin froh, dass er bei uns im Haus arbeitet, da er der einzige ist, der das eben zusammengebrochene Netzwerk wieder instandsetzen kann. Ich bin ihm geistig so nahe, dass es mir irgendwie gelingt, mittels Gedankenübertragung Kontakt zu ihm aufzunehmen. Aber er scheint nur am Rande von mir Notiz zu nehmen, und als ich ihn nach seiner Funknummer frage, antwortet er gedehnt: &#8220;Ich habe den 0050-er.&#8221; Er ist auf das Problem mit dem Netzwerk fokussiert, während ich voller Unruhe auf seine Person fokussiert bin und an seinen Lippen hänge. Er allein kann momentan noch die Krise abwenden.   </p>
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