Verlassene Bahnstation

Ich weiß, dass ich meinen dienstlichen Laptop in irgendeinem Hotel dieser unübersichtlichen Stadt abgestellt habe und bin nahe daran zu glauben, dass er mir gestohlen wird und ich ihn nie mehr wiedersehen werde. Um ihn zu suchen, zwänge ich mich durch enge, dunkle Treppenschächte und gelange schließlich auf einen verlassenen S-Bahn-Steig. Ich gehe ein Stückchen und drehe mich um: die Gleise schlingen sich in der Ferne ineinander und füllen fast den gesamten Horizont aus. Wo bin ich hier nur gelandet? Werde ich je wieder nach Hause kommen? Es ist früher Morgen. Kein Zug fährt, und ich höre kaum Geräusche. Wenig später fahre ich in einem schwankenden Bus mit, in dem ich wie ein Reiseleiter mitten auf dem Gang stehe und mutige Sätze von mir gebe. Ich bin vom vielen Reden bereits so heiser, dass mir das Sprechen Schmerzen bereitet. „Ich würde, wenn ich Regierungschef wäre, nicht dorthin gehen und die Einladung ausschlagen, wenn sie in irgendeiner Verbindung mit Drogenhandel stehen könnte.“ Gerhard Schröder sitzt auf der Rückbank und sieht mich mit seinen blassblauen Augen erstaunt an. Angela Merkel, die ein paar Stuhlreihen weiter vorne sitzt, verzieht missbilligend das Gesicht und wendet sich von mir ab.