Fragmente

In einem uralten, baufälligen Gerichtsgebäude suche ich nach einem verborgenen Raum. Ich bewege mich mit einem Freund durch die verschlungenen, niedrigen Gänge. Die Böden sind aus Holz und wirken nicht besonders stabil. Über die Stellen, an denen man einbrechen könnte, wurden nur Decken geworfen. Als ich wieder mal über eine solche Stelle balanciere, erreiche ich zwar den Durchgang zu einem anderen Trakt, aber ich kann dann weder vor noch zurück. Ich blicke nach unten und sehe ins Dunkel eines Treppenhauses. Das Geländer neben mir ist nur weiß lackiertes Holz und wirkt äußerst brüchig. Als ich meinen Freund um Hilfe bitte, grinst er mich nur hämisch an. – Ich stehe zusammen mit anderen, darunter einigen Kollegen, im Vestibül eines Gerichtsgebäudes, das dem Bahnhof in R. sehr ähnlich sieht, und warte auf den Ausgang einer Entscheidung. Als der Angeklagte das Gebäude verlässt, skandiere ich plötzlich: „Mörder! Mörder! Mörder!“ Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Angeklagte die Tat begangen hat. Einige, die in meiner Nähe stehen, missbilligen meine lauten Rufe. Einige meinen: „Er ist doch noch gar nicht verurteilt!“ Aber meine penetranten Rufe zeigen schließlich Wirkung, so dass am Ende alle „Mörder!“ skandieren, auch die, die vorher mein Rufen missbilligten. Vor dem Gebäude erscheint plötzlich ein Demonstrationszug, der dasselbe ruft. Er wird vom Bischof angeführt, der eine Monstranz vor sich herträgt. – Mitten in den Semesterferien findet an der Uni (Schule?) ein Seminar statt, das ich zusammen mit dem Dozenten organisiert habe. Irgendwie spielte dabei ein Set von Farbstiften eine Rolle, ich kann mich aber nicht mehr erinnern, welche. Ich erscheine jedenfalls zu spät zum Seminar. Der Eingang zum Raum liegt ziemlich versteckt hinter einer Ecke. Dort angekommen, öffnet sich eine lange Flucht, bei der sich links die Eingänge zu den Hörsälen befinden und rechts eine Reihe unverbundener Fenster. Entweder ist das Glas getönt oder es ballt sich gerade ein größeres Unwetter zusammen; es ist jedenfalls ziemlich düster draußen. Ich stehe vor den Eingängen zum Hörsaal; die Wand ist eine helle, glatte Holzfläche, in die die Türen mit den Designerklinken eingelassen sind. Ich weiß nicht so recht, welchen Eingang ich benutzen soll, hänge meine Jacke an einen Haken und betrete schließlich den abgedunkelten Raum. Wieder treffe ich einige Kollegen aus der Arbeit, die sofort aufstehen, als ich den Raum betrete. Ich will mich aber in eine Reihe setzen, in der Mitstudenten sitzen, die ich nicht kenne. Als ich sie bitte, aufzustehen, damit ich in der Mitte Platz nehmen kann, sehen sie mich zuerst verwundert an, springen dann aber auf. – Ich wohne im oberen Stockwerk eines mehrstöckigen Hauses, und direkt gegenüber befindet sich ein anderes Haus, in dessen Fenster man blicken kann. Ein Bekannter taucht auf und behauptet, dass im Stockwerk gegenüber ein Bordell betrieben wird. Als ich jedoch ein Fenster öffne, sind alle Fenster im Stockwerk des gegenüberliegenden Hauses dunkel und wirken ziemlich verlassen. Lediglich etwas weiter die Straße abwärts wurde hektisch in einem Raum das Licht gelöscht. Lange Zeit geschieht überhaupt nichts. „Da drüben ist niemand“, sage ich zu meinem Bekannten und schließe das Fenster wieder. – Ich fahre mit dem Rad durch eine endlos wirkende, flache Landschaft, als am Horizont die überdimensionale, gelbe Front einer dreischiffigen Wallfahrtskirche erscheint. Dieser Eindruck ist selbst im Traum völlig unwirklich.