Epiphanie

Im hellen Passionsduft der Mondsicheln
erglüht das Meer würziger Gräser,
blutet hin im schmelzenden Garten
der ruhende Ton der Laute.
Blaue Vogelstimmen weben
dem Müden ein hüllendes Tuch,
während vom schwarzen Tau aufglänzt
ein Haar. Dem braunen Corpus
entschweben die schimmernden Fäden
der Saiten mit dem Atem,
der leisesten Musik.

Nietzsche

Die reinen, alten Flüsterworte:
die drosch ein Kutscher auf das Pferd,
die sang ein Tristan hinterdrein.

Was war und ist, wird sein,
und aus der Hülle steigt empor
die wahrste Wahrheit. Pures Dein.

Der Spiegel hallt, du siehst nichts mehr,
auf Gipfeln träumst du dich zur Ruh,
du wirst gehalten, warst ein Du,
und fliehst als leblos matter Schein.

Komm in den totgesagten Park

Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.
Dort nimm das tiefe gelb – das weiche grau
Von birken und von buchs – der wind ist lau
Die späten rosen welkten noch nicht ganz
Erlese küsse sie und flicht den kranz
Vergiss auch die letzen astern nicht
Den purpur um die ranken wilder reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.

Stefan George

Matrix

Follow the white rabbit –
du, ein Clown, der künstlich
lachende Allesgewinner, das Ohr
am fremden Puls, ein Star…

und auf die einsamen Tage
am Strand folgen die noch
einsameren Nächte. Folgen die
noch einsameren Gespenster.
Schwer wiegt die Verdichtung:
rot oder grün.

Du kennst es.
Déjà vu.