Freitag, 22. Februar 2008 22:06
Die reinen, alten Flüsterworte:
die drosch ein Kutscher auf das Pferd,
die sang ein Tristan hinterdrein.
Was war und ist, wird sein,
und aus der Hülle steigt empor
die wahrste Wahrheit. Pures Dein.
Der Spiegel hallt, du siehst nichts mehr,
auf Gipfeln träumst du dich zur Ruh,
du wirst gehalten, warst ein Du,
und fliehst als leblos matter Schein.
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Meine Tags: gedicht • nietzsche
Samstag, 27. Oktober 2007 0:09
Die Skorpione, ach,
und die vertanen Chancen
schwellen, platzen, gehen unter…
du hast das Herz verscharrt.
Das alles findet sich
blutrot, tief Nord-Nordost.
Der Fluss war dein,
die dunkle Laube.
Sie sprach am Rand
schnell ein Gebet.
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Meine Tags: gedicht • jadeit
Sonntag, 14. Oktober 2007 23:58
Komm in den totgesagten park und schau:
Der schimmer ferner lächelnder gestade
Der reinen wolken unverhofftes blau
Erhellt die weiher und die bunten pfade.
Dort nimm das tiefe gelb – das weiche grau
Von birken und von buchs – der wind ist lau
Die späten rosen welkten noch nicht ganz
Erlese küsse sie und flicht den kranz
Vergiss auch die letzen astern nicht
Den purpur um die ranken wilder reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen gesicht.
Stefan George
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Meine Tags: gedicht • george • park
Samstag, 8. September 2007 11:27
Im Schloss wohnen
die Repliken,
in den Gassen
Mondstein, fette Kater.
Durch den Hades murmeln
Pastapomeranzen. Schräg
verdunstet Licht im Graben.
Dunkle Villen
kauern drohend
auf den Hügeln.
Fachwerk frisst
die Bindungsglorie.
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Meine Tags: gedicht • neckar • tübingen
Montag, 2. Juli 2007 21:26
Follow the white rabbit -
du, ein Clown, der künstlich
lachende Allesgewinner, das Ohr
am fremden Puls, ein Star…
und auf die einsamen Tage
am Strand folgen die noch
einsameren Nächte. Folgen die
noch einsameren Gespenster.
Schwer wiegt die Verdichtung:
rot oder grün.
Du kennst es.
Déjà vu.
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Meine Tags: gedicht • matrix
Mittwoch, 16. Mai 2007 22:25
Grau wird dein Haar.
Der flüsternde Mond
nistet darin.
Rot wird dein Hemd.
Du rufst und trinkst,
ein Schiff im Ozean.
Schwarz wird dein Auge.
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Meine Tags: gedicht • poem
Mittwoch, 9. Mai 2007 20:35
Mein vater, sagt ihr
mein vater im schacht
habe risse im rücken,
narben,
grindige Spuren niedergegangenen gesteins,
ich aber, ich
sänge die liebe.
Ich sage:
eben, deshalb
Reiner Kunze (*1933)
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Meine Tags: antwort • gedicht
Sonntag, 22. April 2007 0:26
In der schwellenden
Landschaft vermutest du
eine blühende Spur:
Was will sich
selbst? Wohin?
Aufgerissene
Himmel wandern über die Folie
der Zeit, unergründlich säumt
ein leiser Ton die fernen,
verlassenen
Gestade der Zukunft.
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Meine Tags: flucht • gedicht
Sonntag, 1. April 2007 23:52
Ein kalter Schatten
jagt ihm noch übers Fell.
Im Frühling
gibt der schwarze Kater
kein Geheimnis preis.
Was alt ist,
rollt als Stein
in tiefe, ungeklärte Wasser.
Der Sonnentau
glänzt auf den Wellen.
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Meine Tags: blüte • frühling • gedicht
Sonntag, 7. Januar 2007 2:12
Von jenseits flackern
die Positionslichter der Stadt,
und über den Panzer
ergießt sich strömender Regen.
Sekunde um Sekunde rückt
das Finale näher.
Trauriger Amor – deine Pfeile
schlagen Wunden nur
dem flüchtenden Wild.
Im weißen Auge
strahlt noch einmal
Sirius.
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