Global playing

Der Chaostheorie zufolge löst der Flügelschlag eines Schmetterlings in Argentinien in China einen Taifun aus. Was ist, wenn, wie es im Sprichwort heißt, in Peking ein rostiges Rad umfällt? Verändert sich dadurch die globale Lage? Ich glaube schon.

Früher war es wirklich schön. Wir segelten in eine unbekannte Welt hinaus und gründeten Kolonien. Wieder zuhause ließen wir uns gemütlich vor dem Kaminfeuer nieder, wenn nicht gerade Krieg war, und träumten beim Genuss exotischer Mitbringsel vom edlen Wilden.

Der erste, dem auffiel, dass das eine trügerische Ruhe war, war Goethe. „Amerika, du hast es besser“, seufzte der alte Geheimrat, der Uneinigkeit Europas überdrüssig. Damit hatte er die wirtschaftliche Dynamik Chinas unterschätzt, wie Analysten heute sagen würden. Aber er besaß auch noch keine Aktien von China Online, wie mein Arbeitskollege (danke für den Tipp, übrigens). Er kannte auch die soziale Errungenschaft der 38,5-Stunden-Woche noch nicht. Denn sonst hätte er geschrieben: „China, du hast es besser.“ Weiterlesen