Isolation

Es gibt keine Familie, die ich an den Osterfeiertagen besuchen könnte. Es gibt auch keine Freunde, die mich zu gemeinsamen Unternehmungen einladen würden. Das Thema Partnerschaft will ich hier gar nicht anschneiden – natürlich, es fehlt etwas, aber nur von außen betrachtet. Denn mein Wunsch nach einer Beziehung ist erloschen und erscheint mir außerdem unrealistisch (nein, nicht wegen der Ansprüche, die ich an andere, sondern wegen der Ansprüche, die ich an mich selbst stelle). Es blieb mir heute nur das Abfahren einer langen Strecke, die außer Leere und körperlicher Müdigkeit keine anderen Eindrücke bei mir hinterließ. Ich bin verzweifelt, verkrampft, verbissen und kann keine Spur von spielerischer Kreativität mehr an mir entdecken. Manchmal frage ich mich, ob ich mein Leben nicht verpfuscht habe und ob es richtig war, so viele Brücken hinter mir verbrennen. Aber immer, wenn ich vor der Alternative stehe, mir durch meine Zustimmung den Fortbestand einer wie auch immer gearteten Beziehung zu erkaufen oder doch unabhängig zu bleiben und meiner inneren Wahrheit die Treue zu halten, auch wenn das den offenen Bruch bedeutet, entscheide ich mich für die letzte Möglichkeit.