QM im Unternehmen – Anspruch und Wirklichkeit

Sonntag, 31. Januar 2010 18:50

Betrachtet man das Qualitätsmanagement nicht in herkömmlichen Schemata, sondern als unerlässliches Hilfsmittel zur Weiterentwicklung eines Unternehmens, so muss doch vieles stutzig machen, was unter dieser Flagge sich anschickt, den betrieblichen Alltag in die Mangel zu nehmen. Schon allein die Fülle der Normen stellt das Ziel sozusagen vollkommen auf den Kopf, und was zurückbleibt, ist eine Dokumentationswüste, die weder das Produkt noch das Unternehmen noch zuallerletzt die Arbeit selbst verbessert. Womit haben wir es also zu tun? Mit einer Spielwiese für ansonsten bankrotte Consulting-Firmen? Einem tayloristischen Wolf im Schafspelz der soften Qualität?

Es sollte doch um Qualität gehen, denkt sich Lieschen Müller und beginnt eifrig, den Begriff der Qualität zu definieren. Und während der Begriff immer weiter und immer größer wird, bis er zuletzt alles, was sich im Unternehmen abspielt, zu verschlingen droht, zieht der Manager irgendwann aus Kostengründen die Reißleine: “So nicht! Bringen Sie mir etwas, das praktikabel ist.” Und im Spagat zwischen Kundenanforderungen, Produktrealisation und Kundenzufriedenheit bleibt das auf der Strecke, was der Prozess eigentlich hervorbringen sollte – nämlich Qualität. Eigentlich ist es ja ganz einfach: Wertschöpfung nimmt seinen Anfang dort, wo der Mitarbeiter seine Arbeit als wertvoll erlebt. Den Rest sollen dafür ausgebildete Spezialisten erledigen.

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Thema: Desorganisation | Kommentare (0)
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