Die Schuhe

Mein Großvater (mütterlicherseits, also derjenige, der in Nordafrika von den Briten gefangengenommen wurde und in einem Gefangenenlager in Ägypten, nahe der Pyramiden, das Ende des Krieges abwartete) begegnet mir auf dem Flur eines seltsam verwinkelten Hauses, das eine Mischung aus einem offenen, nicht mehr benutzten Stall und einer Wohnung darstellt. Ich freue mich sehr, ihn zu sehen. Er bedeutet mir stumm, dass ich ihm folgen soll, und öffnet einen Holzverschlag, hinter dem rechts ein Gang zu mehreren Zimmern abzweigt. Der Gang ist allerdings bis oben hin mit blauen Plastiksäcken vollgestopft, so dass wir uns nur oben auf den Plastiksäcken kriechend in diesem Gang vorwärts bewegen können. Mein Großvater, der vorankriecht, zeigt mir einen überdimensionalen, schmiedeeisernen Schlüssel, mit dem er ein winziges Türchen öffnet. Dahinter verbirgt sich ein größerer Raum, aber ich sehe nur eine weiße Wand, von der der feuchte Putz abbröckelt. Ich erwarte eine größere Überraschung, irgendetwas Schreckliches, aber nichts geschieht. Mein Großvater scheint sich lediglich geirrt zu haben, denn er schließt das Türchen wieder und öffnet ein anderes, das sich über meinem Kopf befindet. Aus dem Hohlraum hinter dem Türchen zieht er ein Paar sehr gut erhaltener brauner Lederschuhe, die er mir lächelnd als Geschenk in die Hand drückt.